Wiederaufbau Herbſt 1918 bis Oſtern 1021.
Unter recht ſchwierigen Verhältniſſen aber trotzdem raſch vollzog ſich der Wiederaufbau am Seminar. Schwierig nennen wir die Verhältniſſe, weil das Seminar beim Rückzuge unſerer Truppen zunächſt mit Teilen des Inf. Regiments 118 belegt wurde, welche Belegung vielen Gebäude⸗ und Sachſchaden verurſachte. Die vom Reiche hierfür bewilligten 60 000 Mk. genügten, die Gebäulichkeiten nach und nach wieder in einen normalen Zuſtand zu bringen und die Seminariſten zu entſchädigen, leider aber nicht, die beſchädigte Orgel und Turngeräte wieder herzuſtellen.
Schwierig waren weiter die Verhältniſſe wegen des ſtarken Auftretens der Grippe und wegen des Mangels an Heizmaterial, ſo daß man öfters gezwungen war, den Unterricht auszuſetzen.
Von Aufbauarbeiten nennen wir zunächſt die Rekonſtruktion des Lehrerkollegiums. Die im Felde geweſenen Lehrkräfte kehrten nach und nach zurück und andere wurden ernannt, ſo im Dezember 1918 die Se⸗ minarlehrer Wilhelm Knobloch und Gottfried Kremer vom Vorſeminar in Lindenfels und im Januar 19 die Lehramtsaſſeſſoren Anton Heinſtadt, vorher im Felde, Dr. Otto Schmidt, ebenfalls vorher im Felde, und Dr. Hermann Buß vom Gymnaſium in Offenbach. Im. Auguſt 19 kam für Dr. Buß Lehramtsaſſeſſor Arthur Jacobi von Gießen. Unſer Erſtaunen über die ſtarke Vermehrung der Lehrkräfte des Seminars löſt ſich leicht, wenn wir erſtlich bebenken, daß das Vorſeminar von Lindenfels mit dem Seminar in Bensheim nun vereinigt war und zweitens, daß nach und nach nicht weniger als 6 Kurſe für Kriegsteilnehmer für die aus dem Felde zurückgekom⸗ menen Seminariſten eröffnet wurden.
Ihr Beginn iſt am 9. Januar 1919.
Der Eifer der Heimgekehrten war ein ſo reger, daß die meiſten bald nach wohlbeſtandener Prüfung entlaſſen werden konnten. Doch währten die Kurſe noch bis beinahe Oſtern 1921.
Auch der übrige Unterricht kam nach und nach in ruhigere und normale Bahnen, ja allmählich konnte man es ſogar wieder wagen, größere
Bensheim nach Merian um das Jahr 1500.


