Aufsatz 
Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens des Ernst-Ludwigs-Seminars zu Bensheim : Hundert Jahre Seminar. Schülerverzeichnis /
(Nach Urkunden bearb. von [Johannes] Ledroit)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die Verteilung der Stunden iſt die folgende:

Klaſſe[VI V1v III 11 1 Pädagogik. V 2 3 3 2 Religion 2 2 3 3 3 3 Deutſch.. 5 5 5 5 5 3 Franzöſiſch 4 4 3 3 3 2 Geſchichte. 2 2 2 2 2 2 Erdkunde. 2 2 2 2 1 1 Arithmetik. 3 3 3 3 2 Geometrie.. 2 2 2 2 2 Naturgeſchichte 2 2 2 2 1 Naturlehre- 2 3 3 2 2 Schreiben. 2 1 Zeichnen 3 3 2 2 2 2 Muſik 3 3 4 4 4 4 Turnen... 3 3 3 3 2 2 Penntf Unterricht 1 8 Exkurſionen Brnfienan) 1 1 11 1 1

Stundenzahl[34 35 37 38 34 34

Wir ſehen, auch hier ſpiegelt die Entwicklung der Seminare die all⸗ gemeine in Deutſchland wieder, entſpricht dem Höchſtſtand deutſcher Kultur und deutſchen Nationalwohlſtandes.

Der neue Plan gelangte erſt nach und nach zur Einführung. Oſtern 1912 wurde zunächſt nur die VI. Klaſſe eingerichtet und zwar gleichzeitig hier und am Vorſeminar ia Lindenfels. Oſtern 1913 kommt hier und dort je eine V. Klaſſe dazu, Oſtern 1914 hier Klaſſe IV, Oſtern 1915 Klaſſe III uſw.

Erſt 1918 war die Neuorganiſation richtig durchgeführt. Gleichzeitig

werden 1912 noch eine fünfte und vierte Klaſſe errichtet, die nach dem

alten Lehrplan unterrichtet werden. Im Jahre 1918 kamen die Schüler des Vorſeminars Lindenfels alle hierher.

Dieſe Neuorganiſation erforderte natürlich eine Anzahl neuer Lehrkräfte, nämlich Seminar⸗Lehrer Dr. Georg Kilian und Albert Schmidt von der Präparandenanſtalt Lich, die Lehramtsaſpiranten Dr. Karb Glöckner und Philipp Gutzler, welche eben ihre Studien vollendet hatten, ſowie Schul⸗ verwalter Wilhelm Schuchmann in Ober⸗Ramſtadt..

Eine weitere Neuerung war die Einrichtung der vierklaſſigen ſimultanen Seminarübungsſchule Oſtern 1912 mit 119 Zöglingen beiderlei Geſchlechts, der erſten in Heſſen. In den 4 Doppelklaſſen werden dort die Seminariſten in die praktiſche Unterrichtstätigkeit eingeführt.

Zu Lehrern an der Seminarübungsſchule wurden ernannt die Lehrer an den hieſigen Stadtſchulen: Heinrich Michel, Immanuel Gerſtenmayer, Karl Back und Schulverwalter Karl Heberer in Biebesheim, welch letzterer bald an die Seminarübungsſchule in Friedberg kam. Für ihn trat Schul⸗ verwalter Ludwig Klenk aus Wimpfen ein. Den Religionsunterricht über⸗ nahmen Prof. Lenhart und lic. theol. Gaul und den Handarbeitsunterricht Frl. Anna Laiſt.