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Zunächſt nahm man in würdiger Weiſe Abſchied vom„alten Seminar“. Dann begab man ſich zum„neuen Heim“, wo Direktor Geiger nach einigen Anſprachen das neue Haus mit dem ihm überreichten Schlüſſel mit den⸗ ſinnigen Worten:„Im Namen Gottes!“ erſchloß.
Darauf fand in der Turnhalle eine akademiſche Feier ſtatt. Ein ge⸗ meinſames Mahl vereinte die zahlreichen Feſtteilnehmer alsdann in dem Speiſeſaal. Abends war ein Feſtbankett mit reichem Programm.
Neben vielen⸗Ehrengäſten waren viele ehemalige Schüler erſchienen. Manche packende Rede wurde gehalten. In ſeiner Anſprache teilte der damalige Miniſter v. Hombergk zu Vach mit, daß der Anſtalt der Name Ernſt⸗Ludwigs⸗Seminar verliehen ſei.. Wenn wir zum Schluſſe noch vom ſchultechniſchen Standpunkt ein Urteil über den Neubau abgeben ſollen, geſchieht dies kurz mit den Worten: Der Bau iſt einfach aber elegant und entſpricht allen Forderungen der Schulhygiene und Schultechnik. Vor allem leidet er nicht an dem Mangel ſo vieler Neubauten, daß er ſchon zu Anfang ſich als zu klein erweiſt; nein, hier ſind auch noch Entwicklungsmöglichkeiten der Anſtalt vorgeſehen.
Seitenanſicht des neuen Seminars.
leue Bahnen 1012— 14.
Dem fortwährenden Drängen der Lehrer, die eine mehr den Zeitver⸗ hältniſſen entſprechende Ausbildung ihres Nachwuchſes verlangten, endlich nachgebend, ward von der Regierung durch den Lehrplan vom 28. März 1912 eine ganz gründliche Reform der Seminarien vorgenommen.
„Die Zöglinge der Lehrerſeminarien werden in ſechs aufeinander⸗ folgenden, getrennten Klaſſen unterrichtet und für ihren Beruf ausgebildet. Während den Klaſſen VI— II vorzugsweiſe Ergänzung und Vervollſtändigung der Allgemeinbildung ſowie der Erwerb der erforderlichen Kenntniſſe und Fertigkeiten zufällt, tritt in der oberſten Klaſſe die praktiſche Ausbildung und Anleitung zu ſelbſtändiger Weiterbildung in den Vordergrund“*). Zu den ſeitherigen Unterrichtsgegenſtänden treten nun als verbindlich für alle
Franzöſiſch und Handfertigkeit hinzu.
*) Lehrplan für die Großherzoglichen Lehrerſeminarien§ 1.


