6. Witwe Brettel f. d. Seminariſten 3900. 11 7. Holz und Licht 478.28 ⁄½ 8. Koſten der Gottesdienſte 60.29 9. Schreibmaterialien 15.13 10. Regierungsblatt 3.54 11. Witwe Brettel für Seminarwäſche 40.00 12. Koſten der Gebäude 8.24 13. Bedürfniſſe der Haushaltung 98.43 14. Bedürfniſſe des Unterrichts 99.13 15. Erweiterung der Baumſchule 75.28 16. für Errichtung von Zieranlagen 184.30
Summe 8312,24 ½
Wir ſehen, eine beſondere Steigerung der Lebensverhältniſſe gegen 1821 iſt noch nicht eingetreten.
Wieder eine Zeit der Konſolidierung 1844— 67.
Die Einführung eines Doppelkurſes und die von neuen Fächern, wie namentlich Zeichnen und Turnen, bedurfte wieder einiger ruhiger Jahre, ehe man an weitere Neuerungen denken konnte. Für ſolche Neuerungen waren auch die Zeitverhältniſſe nicht günſtig, da der 48er Revolution in Deutſchland zunächſt eine ſtramme Reaktion folgte.
Unſer Bericht über die nun folgenden Jahre wird ſich daher in der Hauptſache auf die Perſonalveränderungen beſchränken, die denn auch ziemlich groß waren. 1846 wurde dem Direktor Goy die Pfarrei Dieburg übertragen, ſein Nachfolger war der zweite Seminarlehrer Kraus. Dieſer erhielt 1851 die Pfarrei Lorſch.
1852 kam der Pfarrer von Abenheim Carl Aloys Ohler, ein geb. Mainzer, als Direktor hierher. Wohl der bedeutendſte unter den geiſt⸗ lichen Direktoren des Seminars; denn ſein„Lehrbuch der Erziehung und des Unterrichts“ wurde viel gerühmt und erlebte zahlreiche Auflagen. Er blieb bis zum Jahre 1867 hier. Sein Nachfolger wurde der zweite Seminarlehrer Glab. Auch in der zweiten Seminarſtelle trat häufiger Wechſel ein. An die Stelle des 1846 zum Direktor ernannten Seminar⸗ lehrers Kraus trat zunächſt ganz kurze Zeit, ½¼ Jahr, der Kaplan und Lehrer an der Realſchule zu Alzey Chriſtian Metzger, ſpäter Schulinſpektor in Mainz. Sein Nachfolger war der ebenfalls in Mainz geborene Kaplan zu Fürth Franz Selinger. Er wurde 1863 Pfarrer zu Erbesbüdesheim. Ihm folgte Kaspar Glab, Kaplan zu Offenbach. Als dieſer Direktor ward, erhielt der Kaplan Jakob Weinheimer in Worms die Stelle. Der Muſik. lehrer Kunkel, ein genialer Mann, der es durch ſeine faſt alljährlichen Geſuche um Gehaltserhöhung nach und nach zu der damals hohen Be⸗ ſoldung von 700 Gulden gebracht hatte, wurde 1854 penſioniert. An ſeine Stelle kam der Lehrer zu Dieburg Jakob Klaſſert.
Am intereſſanteſten aber iſt es, die Veränderungen in der Hilfs⸗ lehrerſtelle an Handen der Akten zu verfolgen. Die 48er Revolutionsideen hatten es auch dem Hilfslehrer Vollmer angetan und er ſich dabei praktiſch betätigt, ſo daß er 1849„wegen beleidigender Ausdrücke gegen das Milit air“ angezeigt und am 31. Mai vor die Regierungs⸗Kommiſſion in Heppenheim geladen wurde.


