Aufsatz 
Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Bestehens des Ernst-Ludwigs-Seminars zu Bensheim : Hundert Jahre Seminar. Schülerverzeichnis /
(Nach Urkunden bearb. von [Johannes] Ledroit)
Entstehung
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das Geleiſe zurückgedrängt. Fruchtet der ſtrenge Weg nicht und bleiben wiederholte Beſſerungsmahnungen erfolglos; ſo hat der Fehlende empfindliche Strafe erwirkt..... beharrt er für jedes der wohlwollenden Leitung zu Gebote ſtehenden Beſſerungsmittel kalt und unempfänglich; ſo hat er über ſich ſelbſt den Stab gebrochen.

Langſam vorwärts 1835 1844.

Das Seminar ſpiegelt in ſeiner Geſchichte getreulich die Entwicklung der Verhältniſſe in unſerem ganzen Vaterlande wieder.

Nachdem nach den Wirren und Erſchütterungen, welche die franzöſiſche Revolution und die napoleoniſchen Kriege brachten, wieder einigermaßen Ruhe eingekehrt war, begann zunächſt eine Zeit der Feſtigung und Ge⸗ wöhnung an die neuen Verhältniſſe. Erſt nachdem ſo, wir müſſen das häßliche Fremdwort gebrauchen, eine gewiſſe Konſolidierung eingetreten war, begann langſam die Entwickelung nach aufwärts.

Wir erkennen unſchwer in der Zeit des Direktorats Ries die Konſo⸗ lidierung auch im Seminar. Die Arbeit dieſer Tage wird oft ver⸗ kannt, weil ſie nicht grade reich an äußeren Erfolgen war, ſie iſt aber nicht hoch genug einzuſchätzen; denn nur auf ihrer Grundlage war das ſpätere Vorwärtsſchreiten möglich. Der erſte Fortſchritt in dem neuen Seminar unter dem neuen Direktor, dem ſchon einmal genannten Prieſter Goy, war die Einführung von ſog. Muſterſchulen im Jahre 1837. Wahrſcheinlich die oberſte und unterſte Klaſſe der hieſigen Volksſchule wurden in nähere Be⸗ ziehung zum Seminar gebracht,in denſelben regelmäßiſche praktiſche Muſterlectionen von den betreffenden Lehrern, ſowie von den Seminarlehrern gehalten und wohl auch an den theoretiſchen Unterricht angeſchloſſen.

1839 finden wir zum erſten male eine Remuneration von je 100 fl. jährlich an die alsMuſterlehrer bezeichneten Lehrer der Volksſchule in den Rechnungen verzeichnet. Es werden dort genannt der Muſterlehrer Lippert, der ſchon ſeit 1837 als Schreiblehrer am Seminar tätig iſt, und⸗ der Muſterlehrer Kerz.

Eingefügt ſei hier ein Wechſel im Lehrerkollegium, nämlich daß der Kaplan Krauß zu Bensheim an Stelle Arzbergers zum II. Seminarlehrer 1838 beſtellt wurde.

Einen weiteren Fortſchritt in der Entwickelung des Seminars be⸗ deutet die Einführung des Zeichenunterrichts, den auch Rektor Lippert erteilte, im Jahr 1838. Zuerſt gab man den Unterricht nur an Sonn⸗ und Feiertagen, ſpäter im regelmäßigen Lehrplane.

1839 wurde der Gärtner Cornelius Braun in Bensheim mit dem Unter⸗ richte in der Obſtbaumzucht betraut, ſein Nachfolger ward 1843 der Hofgärtner Gottlieb Stork zu Schönberg.

1840 wird ein Doppelkurs eingerichtet. Während nämlich ſeither nur alle 2 Jahre Seminariſten eintreten konnten, geſchah das von nun an jedes Jahr. Der Direktor erhielt dadurch 6 Stunden, der zweite Lehrer auch 6 und Muſterlehrer Lippert 8 Stunden mehr. Auch der Muſiklehrer Kunkel bekam eine Anzahl Unterrichtsſtunden mehr. Das letztere führte zuletzt dazu, daß Kunkel ſeinen Unterricht an der Volksſchule ganz aufgab und allein am Seminar unterrichtete, Damit war aber die dritte Seminarlehrerſtelle geſchaffen. Aus einem