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3. Schulreisen. Eine grössere Schulreise, die für den Schluss des Schuljahres 1910/11 nach Griechenland und Konstantinopel geplant und vorbereitet worden war, musste im letzten Augenblick abgesagt werden, da in Konstantinopel die Cholera herrschte. Die Reise wird nun — auf Griechenland beschränkt— am Ende dieses Schuljahres stattfinden. Eine kleinere Reise unternanm Supplent Machat mit 17 Schülern der IV. Realklasse im Juli des vergangenen Jahres in das Burzen- und Szeklerland. Die berührten Hauptpunkte waren: Kronstadt, Rosenau, Sinaia, Tusnäd, Gyergyöszentmiklös, Maroshéviz, Borszék, Sächsisch-Regen, Maros- ujvär. Die Reise dauerte 12 Tage. Da eine Unterstützung aus der Reisekasse der Oberklassen nicht möglich war, gewährte das Presbyterium den Schülern mit dankenswerter Bereitwilligkeit eine solche von 158 K. Studienausflüge in die Umgegend— erwähnenswert sind die sich all- jährlich wiederholenden zum Elektrizitätswerk in Zood und Gurarou, ins Salzbergwerk nach Saldburg, in die Glashütte nach Freck, und in die Papierfabrik nach Petersdork— wurden auch in diesem Jahre öfters gemacht.
4. Schulfeste. Am 21. September nahmen die konfirmierten Schüler in Begleitung ihrer Lehrer das Abendmahl in der Pfarrkirche.— Am 4. Oktober feierten wir das Namensfest unseres Königs, wobei Realschulprofessor Friedrich Schuster die Ansprache hielt.— Die Karfreitagsfeier wurde unter Beteiligung zahlreicher Gönner und Freunde unserer Schule würdig in altüberkommener Weise abgehalten. Zwei Schüler der VIII. Gymnasialklasse hielten hiebei selbstverfasste Vorträge, und zwar Rudolf Spek eine Rede über das Thema:
Leben ist Leiden, Josef Kraus ein Gedicht unter dem Titel: Frühling und Christentum.— Bei der am 11. April abgehaltenen Feier der Sanktionierung der Gesetze des Jahres 1848 hielt Gymnasialprofessor M. Fuss die Festrede.— Das seit einigen Jahren übliche Herbstfest, das
auch diesmal in Klein-Schelken geplant war und für das Herr Pfarrer Binder ganz besondere Vorbereitungen getroffen hatte, fiel leider— ins Wasser und das Maifest hatte das gleiche Schicksal, da es schon am Morgen des angesetzten Tages regnete und ein andrer entsprechender Tag seither nicht mehr zu finden war.— Mehr aktiv und zugleich arrangierend tätig waren die Schüler der Oberklassen bei ihrem Balle, bei den gelungenen Konzerten der beiden Gesangs- gruppen des Gymnasiums und der Realschule, und besonders bei der mit anerkennenswertem Eifer und schönem Erfolg durchgeführten Aufführung von Schillers Räubern, die die Schüler der beiden 8. Klassen unter Leitung Dr. Richard Csaki's im Stadttheater veranstalteten.
5. Visitationen. Herr Superintendentialvikar D. Fr. Herfurth visitierte unsere Anstalten vom 16.— 22. November, Herr Stadtpfarrer D. A. Schullerus den Religions- und Geschichts- unterricht beider Anstalten im März fast 3 Wochen lang, Herr Oberstudiendirektor Béla v. Walther endlich hielt seine Inspektion vom 13.—18. Mai ab.
6. Widmungen. Die Hermannstädter allg. Sparkassa und die Bodenkreditanstalt machten auch im abgelaufenen Jahre aus ihrem Reingewinne beiden Anstalten reiche Schenkungen, kür die auch an dieser Stelle warmer Dank ausgesprochen wird.


