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3. Vom 29. April 1908. Das Kgl. Provinzialschulkollegium übersendet die neue Ordnung der prak- tischen Ausbildung der Kandidaten für das Lehramt an höheren Schulen.
4. Vom 6. Mai 1908. Der Magistrat teilt mit, daß vom 1. April 1908 ab das Schulgeld für Aus- wärtige, die hier in Pension sind, am Gymnasium und Realgymnasium auf 150 ℳA., in der Vorschule auf 92 NM. und für Auswärtige, die hier nicht in Pension sind, auf 200 ℳ. bezw. 100 N. erhöht ist.
5. Vom 10. Juli 1908. Das Kgl. Provinzialschulkollegium teilt mit, daß durch Ministerialerlaß vom 2. Juli die Einführung des biologischen Unterrichts in der Prima des Realgymnasiums von Michaelis ab genehmigt sei.
6. Vom 20. Juli 1908. Das Kgl. Provinzialschulkollegium bestimmt unter Mitteilung einer Ministerial- Verfügung, daß dem Mißbrauch unnötiger Befreiungen vom Turnen mit Ernst entgegengetreten werden soll.
7. Vom 7. Oktober 1908. Das Kgl. Provinzialschulkollegium verfügt, daß der hundertjährigen Wieder- kehr der Einführung der preußischen Städteordnung am 19. November in den Schulen gedacht werden soll.
8. Vom 16. Oktober 1908. Das Kgl. Provinzialschulkollegium übersendet eine Verfügung betreffend Anderungen in dem wahlfreien Linearzeichenunterricht an den Realanstalten.
9. Vom 17. Dezember 1908. Das Kgl. Provinzialschulkollegium ordnet die Ferien für das Schuljahr 1909/10. Diese dauern vom 3. April bis 19. April, vom 29 Mai bis 3. Juni, vom 3. Juli bis 2. August, vom 29. September bis 13. Oktober, vom 22. Dezember 1909 bis 6. Januar 1910; der Schluß des Schuljahrs fällt auf den 23. März 1910.
10. Vom 19. Januar 1909. Das Kgl. Provinzialschulkollegium genehmigt die Einführung der ungeteilten Unterrichtszeit in der Weise, daß vormittags bis zu 6 Unterrichtsstunden von je 45 Minuten Dauer erteilt werden.
III. Chronik 1908/09.
1. Zu Ostern 1908 wurden in die Gymnasialklassen 56, in die Realklassen 51 und in die Vorschule 42 Schüler neu aufgenommen, so daß die Frequenz des Gymnasiums auf 273, die des Realgymnasiums auf 269 und die der Vorschule auf 123 stieg; die Gesamtanstalt hatte demnach 665 Schüler.
2. Der Direktor nahm vom 5.— 10. Oktober an einem schulhygienischen Ferienkursus in Göttingen teil, während Professor Ahlenstiel vom 21. September bis zum 17. Oktober zu Arbeiten an der biologischen Station auf Helgoland beurlaubt war. Der Oberlehrer Nolte war von Ende Juli bis zum 19 September zu einer militärischen Ubung einberufen; mit seiner Vertretung wurde der Seminarkandidat Dr. Meyer betraut. Auch sonst erfuhr der regelmäßige Gang des Unterrichts durch Erkrankung und Beurlaubung von Lehrern wiederholt, doch meist nur kürzere Unterbrechungen. Nur Oberlehrer Dr. Hackmann mußte wegen Krankheit auf längere Zeit(vom 4. bis 31. August) beurlaubt werden; doch ließ sich durch UÜbernahme der Vertretung seitens des Seminarkandidaten Dr. Sethe eine stärkere Störung des Unterrichtsplans vermeiden.
3. Am 18. Juni unternahm die R IIa eine Turnfahrt nach Schwerin, am 26. die G Ib nach der Holsteinschen Schweiz, am 30. die G IIa nach Schwerin und die R I nach Travemünde Pansdorf, am 2. Juli die G Ja nach Mölln-Ratzeburg und am 22. September die R IIb nach Mölln.
4. Am 2., 4. und 19. Juni fiel der Nachmittagsunterricht wegen Hitze aus.
5. Am 2. und 3. September feierte die Anstalt das Sedanfest. Die Reden bei dem Schulaktus behandelten die geographische Verbreitung des Deatschtums im Ausland und die Aufgaben des Deutschtums im Ausland. Entsprechende Chorgesänge und Deklamationen schlossen sich an. Wegen des ungünstigen Wetters mußte der übliche Auszug nach der Rotenschleuse auf den folgenden Nachmittag verschoben werden.
6. Mit Schluß des Sommerhalbjahrs verließen die Anstalt der Oberlehrer Dr. Hackmann, um in gleicher Eigenschaft an die lateinische Hauptschule der Franckeschen Stiftungen in Halle überzugehen, und der wissenschaftliche Hülfslehrer Hesse, um eine Oberlehrerstelle an dem Gymnasium zu Barmen zu über- nehmen. Der Dank für treue und erfolgreiche Dienste, die sie in der kurzen Zeit ihrer hiesigen Wirksamkeit dem Johanneum geleistet haben, wurde ihnen vom Direktor bei ihrer Entlassung ausgesprochen und soll auch hier wiederholt werden.
7. Mit Beginn des Winterhalbjahrs traten an die Stelle der Ausgeschiedenen der Oberlehrer Dr. Kuhlmann, der bereits während seines Seminarjahrs M. 1906 bis M. 1907 der Anstalt angehört hatte, und als stellvertretender wissenschaftlicher Hülfslehrer der Seminarkandidat Neumann.


