Aufsatz 
Über die Ableitung der Nepper'schen Analogien und der Gauß'schen Gleichungen
Entstehung
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Gönner, dem jetzt in Breslau anſäßigen Apotheker Herrn Lohmeyer, welcher während ſeines langjährigen Aufenthalts in Neiſſe als Beſitzer der Löwen⸗Apotheke bei ſeinem regen Intereſſe für die Naturwiſſenſchaften und bei ſeinen freundſchaftlichen Beziehungen zu meinem Vorgänger im Amt, dem verewigten Director Pezeld ſchon viel für unſere Anſtalt gethan und gewirkt hat. Herr Lohmeyer hat nunmehr ſein mit großer Liebe und ſeltner Sachkenntniß geſammeltes, vorzüglich geordnetes und ausgeſtattetes Herbarium der Realſchule verehrt und ſich dadurch bei uns ein dauerndes Andenken geſichert. Dieſe koſtbare Sammlung, wohl eine der beſten und vollſtändigſten, welche überhaupt exiſtiren, enthält die vollſtändige Flora von Schleſien, Preußen, Pommern, dem ganzen übrigen Deutſch⸗ land incl. Tyrols, ebenſo der ganzen Schweiz, Iſtrien's und Dalmatien's in circa 3787 Original⸗Pflanzen; mit den Abarten und vielen nachträglich neu aufgefundenen Pflanzen zuſammen ſind im Ganzen circa 4200 gut aufgelegte und vollſtändige Exemplare vorhanden. Ich erlaube mir hier dem verehrten Freunde und Wohlthäter im Namen der Anſtalt unſern herzlichſten Dank auszuſprechen.

Außerdem erhielt die naturhiſtoriſche Sammlung noch folgende Geſchenke: Von dem Kaufmann Herrn Wilhelm Sieber aus Petropolis in Braſilien vier kleine geſchliffene Diamanten; von dem Premier⸗Lieutenant im 63. Infanterie⸗Regiment Herrn Scholz einige Käfer und amalgamirtes Silber, welches von Gerſtäcker aus Peru mitgebracht worden iſt; von Herrn Rentier Heckel einen 8 Pfund ſchweren Mammuth⸗Zahn, welcher im Jahre 1860 auf einer Sandbank in der Neiſſe bei St. Rochus gefunden worden iſt; von Herrn Oberawtmann Friedländer einige Früchte, Schnecken und Schildkrot von Sumatra; von Herrn Apotheker Spira ein fußlanges Stück von einem Stoßzahn des Einhornfiſches; von Herrn Partikulier Keil einen ausgeſtopften Igel; von Herrn Gutsbeſitzer Glogauer in Biſchofswalde einige Stücke Bernſtein, welche in der Lentſcher Braunkohlen⸗ grube gefunden worden ſind, und von dem Secundaner Ernſt Knaut einige Mineralien von der Fanny⸗Grube in Oberſchleſien. Ich nehme hier Gelegenheit für dieſe Gaben meinen ergebenſten Dank auszuſprechen.

4. Die Rrankenkaſſe der Realſchule.

Während des abgelaufenen Schuljahrs ſind im Ganzen 79 Krankenkarten ausgefertigt worden. Obgleich der jährliche Beitrag der Schüler ſeit zwei Jahren auf 8 Silbergroſchen herabgeſetzt worden iſt, ſo war es, da die Zinserträge des Reſerve⸗Fonds zu Hilfe kamen, doch nicht bloß möglich, die Koſten zu decken, ſondern es blieb ſogar noch ein Ueberſchuß. Das Vermögen der Krankenkaſſe beſteht nach einer gefälligen Mittheilung der ſtädtiſchen Kämmerei⸗Kaſſe jetzt:

1. in Hypotheken⸗Kapitalien.. 600 Thlr. Snr. Pf. 2. in 3 ½ proc. Pfandbriefen.. 400 3. in Sparkaſſen⸗Einlagen... 335 9 5

Summa 1335 Thlr. 9 Sgr. 5 Pf. Als Arzt der Krankenkaſſe fungirt der praktiſche Arzt Herr Dr. Thilo.

V. Ordnung der öffentlichen Prüfung.

NMontag den 11. April c.

Vormittags 8 Uhr: Prima und Secunda.

Religion................... Religionslehrer König und Dr. Stier. Franzöſiſch und Engliſch..............Oberlehrer Theiſſing. Latein............................. Oberlehrer Dr. Adam.

Naturgeſchichte und Chemie.......... Candidat Roſe.