19
6. Sexta. Ordinarius: Candidat Roſe bis Michaeli, hierauf Candidat Auſten.
1. Religion 3 Stunden. a. Katholiſcher Religionslehrer König. Nach dem Diöceſan⸗Katechismus in 2 Stunden: Vom Glauben; Wiederholung des kleinen Katechismus; in einer Stunde: Bibliſche Geſchichte bis zum Zeitalter der Könige. Memoriren der Sonntags⸗Evangelien. b. Evangeliſcher Religionslehrer Dr. Stier⸗ Worterklärung des erſten Hauptſtücks nach Reymann und bibliſche Geſchichte des alten Teſtaments nach Wendel. Einprägung der drei erſten Hauptſtücke, bibliſcher Sprüche und geiſtlicher Lieder.
2. Deutſch 4 Stunden. Candidat Roſe bis Michaeli, von da an Candidat Auſten. Uebungen im Leſen mit Benützung des Leſebuchs von Auras und Gnerlich I. Theil, Nacherzählen proſaiſcher Stücke. Angabe des Gedankenganges bei geleſenen poetiſchen Stücken. Der einfache und einfach erweiterte Satz nach ſeinen Beſtand⸗ theilen: Subject, Prädicat, Object und den verſchiedenen Arten von Attributen. Von der Interpunction nur Komma, Punkt und Fragezeichen. Die ſchwache und ſtarke Declination der Subſtantiva und Adjectiva. Vortrag memorirter Gedichte. Alle Monat zwei deutſche Arbeiten und ein orthographiſches Specimen.
3. Latein 8 Stunden. Candidat Roſe und Candidat Auſten. Die Formenlehre wurde nach der kleinen lateiniſchen Sprachlehre von F. Schultz bis§ 91 durchgenommen; die entſprechenden Abſchnitte aus Schultz's Uebungsbuche wurden überſetzt. Alle Monate zwei Exercitien und ein Extemporale.
4. Geographie und Geſchichte 3 Stunden. Lehrer Andreas Pohl. Vorbegriffe aus der mathematiſchen und phyſiſchen Geographie und Betrachtung der öſtlichen Hemiſphäre nach Seydlitz in 2 Stunden. Bio⸗ graphien aus der alten Geſchichte nach Welter in einer Stunde.
5. Naturgeſchichte 2 Stunden. Oberlehrer Weberbauer bis Michaeli, hierauf Candidat Roſe. Nach der Einleitung die Säugethiere und die Raubvögel nach Schilling.
6. Rechnen 5 Stunden. Oberlehrer Weberbauer im Sommer⸗Semeſter, Candidat Roſe bis Weihnachten, von da Lehrer Dr. Fry. Die Grundrechnungen mit ganzen unbenannten, mit einfach benannten und mehrfach benannten Zahlen und die Rechnungen mit gewöhnlichen Brüchen, nach Schellen.
Aeber den Anterricht in den Jertigkeiten und Künſten.
Den Unterricht im Zeichnen ertheilte der Zeichnenlehrer Maler Vogt. In Prima und Secunda wurde in je zwei Stunden Freihandzeichen, Bau⸗, Maſchinen⸗ und Situations⸗Zeichnen nach der Wahl der Schüler ge⸗ trieben. In den beiden Cötus der Tertia je zwei Stunden: Frei⸗Handzeichnen nach größern Vorlegeblättern, Zeichnen nach Gypsmodellen und Perſpective und Schattenlehre nach C. J. Lilienfeld. In Quarta 2 Stunden: Freihandzeichnen mit Schattirung nach Vorlegeblättern, das Wichtigſte über Projection und Schatten⸗Conſtruction nach Th. Rätz. In Quinta 2 Stunden: Geometriſches Zeichnen mit Inſtrumenten, Anleitung an der Schul⸗ tafel zur Ausführung der erſten 23 Figuren nach Th. Rätz, Freihandzeichnen nach kleinen Vorlagen. Sexta 2 Stunden: Freihandzeichnen. Grade Linien und Kreisbogen, einfache Figuren nach Anleitung des Lehrers an der Schultafel.
Derſelbe Lehrer gab auch den Unterricht im Schönſchreiben und zwar in Quarta und Quinta je zwei, in Sexta drei Stunden wöchentlich. In Sexta wurden die Buchſtaben erklärt und eingeübt und Schreibübungen nach Vorſchriften auf der Schultafel vorgenommen. In Quinta: Uebungen nach kleinen und größern Vorſchriften, in Quarta auch Anleitung zu Uebungen in verzierten Buchſtaben und in Fractnrſchrift.
Den Geſangunterricht ertheilte der Geſanglehrer Organiſt Kuſchel und zwar in Sexta 2 Stunden, wo die Elemente des Geſangunterricht vom Tone anfangend bis zur Harmonie des Dreiklangs durchgenommen wurden nebſt practiſchen Uebungen im Treffen der Töne. Ton⸗ und Wortverbindung, Athmen. Einſtimmige Geſänge. In Quinta 1 Stunde: Wiederholung des Theoretiſchen aus dem erſten Curſus; zwei und dreiſtimmige Geſänge, auch Canons; Kenntniß der Baßnoten. Aus Quartanern und Tertianern war eine beſondere Geſangklaſſe ge⸗
bildet, in welcher in einer Stunde wöchentlich drei⸗ und vierſtimmige Lieder, Choräle und Motetten geübt und 3 3*


