Aufsatz 
Der Rechneigraben in den städtischen Anlagen zu Frankfurt a.M. in botanischer Beziehung
Entstehung
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Eine sehr schöne Abart der japanischen Sophore

30 a. Sophora japonica var. pendula, die Trauer-Sophore,

steht auf der Ostseite, rechts am Wege zur Weiherstrasse. Ihre Krone ist rund und dicht und die Aeste hängen ziemlich gerade und weit herab. Auch diese Kugelform bringt keine Blüten hervor.

Zur Ordnung der Leguminosen, Hülsenfrüchtler, aber in die Familie der Caesalpineen, gehören zwei Bäume des Rechneigrabens: die Gleditschie und der Geweihbaum. Erstere steht neben Sophora japonica..

31. Gleditschia triacanthos L., dreidornige Gleditschie.

Die Gleditschie, vor langer Zeit schon aus Nordamerika zu uns eingeführt, ähnelt in ihrer Erscheinung ebenfalls der Robinie; doch ist bei ihr die Belaubung feiner und viel durch- sichtiger. Die Blätter stehen in Büscheln, sind paarig gefiedert, einfach und doppelt und die Fiederblättchen sind lanzettlich geformt. Die Blättchen sind ferner oben stumpflich, undeutlich gezühnt, am Grunde der Mittelrippe behaart. Das Fiederblatt erreicht eine Länge von 18 Ctm., besteht aus 10 12 Fiederpaaren und jedes Fiederblättchen wird bis 4 Ctm. lang. Hübsch sind an diesem Baume die Uebergänge vom einfach- zum doppeltgefiederten Blatte zu bemerken. An einem jüngeren Zweige findet man in der Regel beide Formen der Fiederung und daneben die Uebergangsform, d. h. ein Blatt, bei dem nur einzelne Blättchen, nicht alle, wiederum gefiedert sind, also nur zum Theil doppelt gefiedert. Oft verholzen die Vegetationspunkte der Blätter, ähnlich wie bei den Crataegus- und Prunusarten und an die Stelle der Blätterzweige treten dann lange und verästelte braunrothe Dornen, welche besonders am oberen Theile des Stammes dicht gedrängt stehen. Zuweilen gewahrt man verkümmerte Blätter an ihnen. Fehlen die Dornen ganz, so bezeichnet man einen solchen variirenden Baum als G. inermis, unbewehrte Gleditschie. Ein schönes Exemplar befindet sich der Palmstrasse gegenüber, nicht weit von dem prächtigen Syringenbosket. Im Juni erscheinen in den Blätterbüscheln die unansehn- lichen, Kätzchen ähnlichen Blütentrauben. Die Blüten sind polygamisch. Bei den Blütenhüllen und den Staubgefässen herrscht die Zahl fünf vor. Die Kelchblätter sind unten wenig verwachsen. Der Griffel ist kurz, die Narbe oben behaart. Die etwa 3 Ctm. breiten und mehr als zehn mal so langen, etwas gekrümmten, wollig behaarten Hülsen enthalten harte, glatte Samen, welche in einer fleischigen Substanz eingebettet sind. Kurz nach der Samenreife schmeckt dieses Fleisch süss und wird in der Heimat des Baumes als Arznei und zur Bereitung eines Getränkes benutzt. Fast den ganzen Winter sieht man die langen braunrothen Hülsen an den Bäumen hängen. 3

Die Gleditschie kommt ebenfalls fossil bei uns vor; vielfach ist sie in der Molassenflora der Schweiz verbreitet.

32. Gymnocladus canadensis Lam., canadischer Geweihbaum.

Auf der Ostseite, der Erlengruppe gegenüber. Ein landschaftlich sehr schöner Baum aus Nordamerika mit hohem, schlanken Stamme, flach ausgebreiteten und gefiederten Blättern. Er überragt sowohl die Erlengruppe wie auch die Ahorne und die Pavie neben ihm.