Aufsatz 
Der Rechneigraben in den städtischen Anlagen zu Frankfurt a.M. in botanischer Beziehung
Entstehung
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Ausser der R. Pseud-Acacia finden sich noch zwei andere Arten mit rosenrothen Blüten und aufrechten Trauben, nämlich R. viscosa Vent., die klebrige Robinie, bei welcher Zweige und Hülsen drüsig klebrig und R. hispida L., die borstige Robinie, bei der die Zweige mit Stacheln dicht besetzt sind.

Cytisus laburnum L., gemeiner Bohnenbaum, Goldregen.

Der gemeine Bohnenbaum oder Goldregen, wie er mit dem poetischeren Namen bei uns benannt wird, bildet zur Zeit der Blüte mit den langen, hängenden, goldgelben Trauben einen prächtigen Schmuck der Anlagen und Gärten. Es Stehen einzelne Bäumchen auf der Ostseite. Die langgestielten Blätter sind gedreit, die Blättchen elliptisch, oben und unten keilig ver- schmälert, mit einer Stachelspitze versehen, auf der Unterseite mit anliegenden Haaren besetzt und kurz gestielt. Sämmtliche 10 Staubgefässe sind bis fast zur Spitze verwachsen. Die Hülsen sind weichhaarig, seidenglänzend und enthalten 4 6 bohnenartige Samen. Diese und auch die Rinde des Baumes sind giftig. Seine Heimat ist Südeuropa.

29. Cercis canadensis L., canadischer Judasbaum.

Von diesem Baume stehen zwei Exemplare der Schwanenstrasse gegenüber. Die purpur- rothen, büschelförmigen Blüten erscheinen im April vor den grossen, herzförmigen, langgespitzten Blättern und zwar brechen sie, wie bei vielen tropischen Bäumen, aus dem Holze älterer Zweige und Aeste, ja sogar des Stammes.

Oefter als C. canadensis begegnet man in den Anlagen C. siliquastrum L., dem echten Judasbaum. Dieser, welcher in Südeuropa und im Oriente einheimisch ist, hat grössere und zahlreichere Blüten aber kleinere Blätter als jener. Auch sind die Blätter bei diesem vorn stumpf. Eigenthümlich nehmen sich diese Bäume nach dem Laubfalle aus; die Aeste und dickeren Zweige sind dann von den braunen, flachen Hülsen, welche bis zum Frühlinge bleiben, wie drapirt.

Ein anderer schöner Schmetterlingsblütler steht in der Nähe der Trauerweide an der Langestrasse:

30. Sophora japonica L., die japanische Sophore,

ein in Tracht der Robinie ähnlicher Baum. Die 1113 Fiederblättchen sind länglich, lanzett- förmig, auch zuweilen mehr eiförmig, spitz oder stumpf, die Oberseite dunkel blaugrün, die Unterseite etwas heller, bis 5 Ctm. lang und 2 Ctm. breit. Die Blüten erscheinen bei uns nicht vor August und sind noch da, wenn schon manche nachbarliche Bäume ihr Herbstkleid angelegt haben. Sie sind gelblich und liefern einen so schönen Farbstoff, dass sie zum Färben der Gewänder der kaiserlichen Familie Japans gesammelt werden. Der Blütenstand bildet eine Rispe. Der Kelch ist röhrig und endigt in fünf gleichen spitzen Zipfeln. Die Staubfäden sind nicht verwachsen. Die rosenkranzartigen Hülsen springen nicht auf. Alle Theile dieses Baumes enthalten einen giftig wirkenden Extractivstoff, namentlich die junge, grüne Rinde. Die Verarbeitung des sehr brauchbaren Holzes ist im Stande Kolik und Diarrhöe hervorzurufen. Der Baum gilt in Bezug auf Rinde und Belaubung als der schönste unter den Papiliofaceen. Die Sophoren waren in der Tertiärzeit vielfach vertreten.