T. parvifolia die Bärtchen in den Aderwinkeln auf der Unterseite rostbraun und die 5 Lappen der Narbe stehen wagrecht ab, während die Bärtchen bei T. grandifolia fast ungefärbt und die Narbenlappen aufwärts gerichtet sind. Auch sind die Nüsschen bei dieser deutlicher kantig.
Ausser den angeführten Arten, wovon sich am Rechneigraben fast nur T. parvifolia auf der Ost- und Südseite findet— eine T. grandifolia steht der Schwanenstrasse gegenüber— sind in den Anlagen noch T. americana L. und T. tomentosa Mnch. vertreten. Unsere Linden variiren ungemein und wurden von manchen Botanikern in viele Species eingetheilt. So wird die Linde auf dem Schillerplatze, eine Zwischenform von T. parvifolia und T. grandifolia, auch als besondere Art unter dem Namen T. vulgaris Hayne beschrieben.
Wild kommt die Linde bei uns in Wäldern nur sporadiseh vor, dagegen bildet sie in Russland grössere Wälder..
Mahonia aquifolium Nutt., stechpalmblättrige Mahonie.
Dieser immergrüne Strauch, dessen Blätter denen der Stechpalme ähneln, steht auf der Südseite. Er gehört zur Familie der Berberideen, Berberitzen-Gewächse, und zwar zu der Gruppe mit gefiederten Blättern(Mahonia). Er stammt aus Nordamerika. Im Frühling und theilweise noch im Sommer machen die büscheligen, angenehm duftenden, gelben Blütenähren, im Herbste die blauen, bereiften Beeren und im Winter die glänzenden, lederartigen, dornig gezähnten Blättchen der unpaarig gefiederten Blätter, diesen Strauch vorzugsweise beliebt. Die Blüten sind sechszählig und die Kelchblätter sind noch besonders von drei Schuppen gestützt. Die Staubgefässe sind vor den Blumenblättern inserirt. An der Spitze der Staubfäden befinden sich je zwei Zähne über einer kleinen Anschwellung. Die Staubbeutel öffnen sich, indem sich die Klappen, ähnlich wie bei den Laurineen, von unten nach oben lösen. Man sieht dieselben dann an der Spitze des Connectivs stehen.
Interessant ist auch hier, wie bei dem Sauerdorn, die Reizbarkeit der Staubblätter. Berührt man sie mit einer Stecknadel an der innern Basis, so schnellen sie springfederartig die Beutel nach der Narbe des Pistills.
24. Mespilus coccinea L., scharlachrothe Mispel.
Die Pomaceen sind vertreten durch M. coccinea L. in zwei Exemplaren, welche am Weiher zwischen Taxodium distichum und Populus alba stehen, durch Amelanchier(Mespilus) canadensis L. auf der Westseite in der Nähe des Gingkobaumes, und ferner durch Sorbus hybrida L., ebenfalls in zwei Exemplaren in der südwestlichen Ecke..
M. coccinea zeigt sich am vortheilhaftesten im September, wenn sie in einer Fülle von scharlachrothen Früchten prangt. Leider erregen diese dann, wie auch der gegenüberstehende Cormus mas, nicht allein die Bewunderung der Jugend, sondern auch die Begierde nach dem Genusse der Früchte, obwohl sie, besonders um diese Zeit schon, durchaus keine lucullischen Genüsse gewähren; der zertretene Rasen zeugt dennoch deutlich, dass auch zur Befriedigung der Esslust geschritten zu werden pfflegt.
Die Frucht ist länglichrund, mit den langen gesägten Kelchzipfeln gekrönt, behaart und sitzt auf einem langen behaarten Stiele. Das Fleisch ist mehlig und umschliesst fünf Stein- kerne. Die weissen Blüten stehen in Traubendolden und erscheinen im Mai. Die Blätter sind
1


