Aufsatz 
Rückblick auf die Geschichte des Großherzoglichen Gymnasiums zu Büdingen während seines 50jährigen Bestandes
Entstehung
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1870 bis zum 4. Januar 1871 und trat hierauf zufolge hoher Verfügung vom 29. December 1870 als proviſoriſcher Leh⸗ rer an der Großherzoglichen Realſchule zu Friedberg ein, wo er noch jetzt fungirt.

45) Dr. Ferdinand Bender, geboren den 12. Oktober 1847 zu Darmſtadt, Sohn des daſigen Gymnaſial⸗ lehrers Hofraths Dr. Bender, frequentirte bis zum Jahr 1857 eine Privatanſtalt und dann bis Herbſt 1864 das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt. Nach Abſolvirung der Maturitätsprüfung widmete er ſich Anfangs auf der Hochſchule zu Heidelberg und dann von Herbſt 1866 an auf der Landesuniverſität dem Studium der klaſſiſchen Philologie. Im Winter 1868/69 legte er in Gießen die Prüfung für das höhere Schulfach ab. Darauf wurde er durch hohe Verfügung Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direktion vom 3. Mai 1869 zum Hilfslehrer an der Realſchule zu Friedberg ernannt, an welcher er bis Ende des Jahres 1870 wirkte. Unterm 29. December 1870 betraute ihn Großherzogliche Oberſtudien⸗Direktion mit der Stelle eines proviſoriſchen Lehrers an dem Gymnaſium zu Büdingen, und bald darnach erfolgte auf Präſentation Seitens Seiner Durchlaucht des Fürſten zu Yſen⸗ burg und Büdingen durch Allerhöchſtes Dekret vom 25. Januar 1871 ſeine definitive Ernennung zum ordentlichen Lehrer an der genannten Anſtalt.

Verzeichniß der Programme, welche die Anſtalt während ihres 50 jährigen Beſtandes veröffentlicht hat.

Vorbemerkung.

Nach der von Keller entworfenen Schulverfaſſung ſollte ein Programm zu jedem Frühlingsexamen gedruckt wer⸗ den(Bgl. o. S. 10 Anm.*) 4). 1824 erſchien das erſte Programm. Vom Jahr 1833 an fand die Ausgabe von Pro⸗ grammen nicht mehr ſtatt. Die Veranlaſſung dazu war wohl die Allerhöchſte Verordnun g vom 6. Juni 1832, die Errichtung eines Oberſtudienraths betreffend.(Vgl. Reg.⸗Blatt Nr. 61 vom 14. Juli 1832.) Art. 21 dieſer Verordnung nämlich enthielt folgende Beſtimmung:Um das ſich dafür intereſſirende Publikum über den Zuſtand und die Fortbildung des gelehrten Schulweſens in beſtändiger Ueberſicht zu halten, ſollen, unter der Aufſicht des Oberſtudienraths, Annalen der gelehrten Schulen des Großherzogthums herausgegeben werden, von denen am Ende jedes Schuljahrs ein Heft erſcheint, worin nicht bloß alle Nachrichten über die Bildungsanſtalten, wie ſolche ſeit⸗ her in den Programmen, die von nun an nicht mehr erſcheinen werden, aufzunehmen ſind, ſondern auch wiſſenſchaftliche Erörterungen und Erfahrungen über Führung des gelehrten Schulweſens. Wieder angeregt wurde die Ausgabe von Programmen durch ein Reſkript Großherzoglicher Oberſtudien-Direktion vom 3. November 1852, dem zufolge die Gymnaſien und Realſchulenalljährlich wenigſtens eine zweckmäßig eingerichtete Ueberſicht aufſtellen ſollten, welche mindeſtens enthielt: 1)den Studienplan, 2) eine Zuſammenſtellung der Stunden eines jeden Lehrers, 3) nähere Angabe des Inhalts der Lehrgegenſtände für jede Klaſſe, 4) die Zahl der Schüler mit Unterſcheidung der Klaſſen, der Orts⸗ angehörigen, der Inländer und der Ausländer und 5) Notiz über den Ab⸗ und Zugang von Schülern. Durch Reſkript Großherzoglicher Oberſtudien⸗Direktion vom 28. Auguſt 1856 wurde dann die Ausgabe von Programmen für alle höheren Lehranſtalten angeordnet mit näherer Beſtimmnng über den Inhalt derſelben und ſeine Gliederung, ſowie über die äußere Geſtalt der Programme. Dieſe Beſtimmungen ſind bis jetzt maßgebend geblieben.

1) Oſtern 1824: G. Pfeffinger tentamen primam vesperam Campiani Robinsonis verbis hebraicis tradendi.

2) Oſtern 1827: G. F. Rettig Polybii castrorum Romanorum formae interpretatio.

3) Oſtern 1828: G. Thudichum die Lehrſprüche des Theognis in einer metriſchen Ueberſetzung mit kurzen Erläuterungen.

4) Oſtern 1830: G. F. Dreſcher des Lucius Annäus Seneca LXXXVIII. Brief an Lucilius oder deſſen Ideen über das Verhältniß der wiſſenſchaftlichen Bildung zur ſittlichen. Ur⸗ ſchrift, Ueberſetzung und Erläuterungen.

5) Oſtern 1831: G. F. Rettig quaestiones Platonicae.

6) Oſtern 1833: G. Thudichum animadversiones in Sophoclis Oedipum Regem.

7) 1. Mai 1847: G. Haupt commentatio de lege, quam ad poetas comicos pertinuisse ferunt, annali;

Fr. Zimmermann Erklärung einiger Stellen des Sophokles.*)

*) Zur Feier des 25jährigen Beſtandes der Anſtalt herausgegeben.