38.
als Vikar an das Gymnaſium zu Büdingen und wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 22. Juni desſelben Jahrs zum ordent⸗ lichen Lehrer an der letzterwähnten Anſtalt ernannt. In dieſer Stellung verblieb er bis in den Sommer des Jahres 1856, wo durch Allerhöchſtes Dekret vom 3. Juli 1856 ſeine Ernennung zum Lehrer an dem Gymnaſium in Darmſtadt erfolgte. Er ſchied von der hieſigen Anſtalt am 5. September 1856. Seitdem fungirt er an dem Gymnaſium zu Darmſtadt.
18) Bauſekretär Viktor Melior, geboren den 25. Januar 1820 zu Büdingen, Sohn des daſigen Fürſt⸗ lich Yſenburgiſchen Kammerdirektors Melior, beſuchte verſchiedene höhere Lehranſtalten, nämlich: das Gymnaſium zu Büdin⸗ gen, das Herzoglich Naſſauiſche Inſtitut auf Hof Gaisberg bei Wiesbaden und die höhere Gewerbſchule zu Darmſtadt. Zur Zeit ſeines Aufenthaltes in Darmſtadt entſchied er ſich für das Studium der Architektur. 1841 begab er ſich nach Mün⸗ chen und bereiſte dann Oberitalien, Süd⸗ und Norddeutſchland. Nach ſeiner Heimkehr wurde er als Bauſekretär von Seiner Durchlaucht dem Fürſten zu Yſenburg und Büdingen angeſtellt. Im Herbſt 1844 unternahm er behufs ſeiner weiteren Aus⸗ bildung eine zweite Reiſe nach Italien, von welcher er im Sommer 1845 auf ſeinen Poſten nach Büdingen zurückkehrte. Bald nach ſeiner Rückkehr übernahm er den Zeichenunterricht an dem Gymnaſium. Er ertheilte denſelben bis zum Jahr 1851. Dermalen bekleidet er die Stelle eines Fürſtlich Iſenburgiſchen Bauraths.
19) Friedrich Georg Bauſch, geboren den 4. Auguſt 1820 zu Darmſtadt, Sohn des daſigen Kaufmanns G. Bauſch, erhielt ſeine wiſſenſchaftliche Vorbildung Anfangs auf der Realſchule, dann auf dem Gymnaſium zu Darmſtadt und ging Oſtern 1838 auf die Hochſchule über, um das Studium der Theologie und Philologie zu betreiben. Im Jahr 1841 unterzog er ſich mit Erfolg der für die Kandidaten des Gymnaſiallehramts vorgeſchriebenen Prüfung, beſtand im folgenden Jahr an dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt das Probejahr und blieb in Darmſtadt, Privatunterricht ertheilend, bis Pfingſten 1845. Zu dieſer Zeit wurde ihm die Verwaltung der erledigten vierten Lehrſtelle am Gymnaſium zu Büdingen übertragen, und nach Verlauf eines Jahrs erhielt er durch Allerhöchſtes Dekret vom 12. Juni 1846 die erwähnte Stelle definitiv. Er wirkte ſegensreich an der Anſtalt bis zu ſeinem am 14. April 1858 erfolgten Tode.
20) Theodor Becker, geboren den 22. December 1822 zu Offenbach, jüngſter Sohn des ſcharfſinnigen Gramma⸗ tikers Dr. Karl Ferdinand Becker, empfing den erſten Unterricht im Hauſe des Vaters, trat im Frühling 1838 in das Gymnaſium zu Darmſtadt ein, abſolvirte den Kurſus desſelben und ging dann auf das Joachimsthal'ſche Gymnaſium in Berlin über. Nachdem er ſeine Schulbildung zum Abſchluß gebracht hatte, gab er ſich vom Herbſt 1841 an drei Jahre lang auf der Univerſität zu Berlin dem Studium der Philologie hin, bezog im Herbſt 1844 die Univerſität zu Gießen und beſtand daſelbſt Oſtern 1845 die für die Kandidaten des Gymnaſiallehramts vorgeſchriebene Prüfung. Im Sommer 1845 trat er ſeinen Acceß bei dem Gymnaſium in Büdingen an, ſiedelte aber ſchon im Herbſt des genannten Jahres nach Dresden über, um eine Lehrſtelle an dem von Vitzthum⸗Blochmann'ſchen Gymnaſium zu übernehmen. Dermalen wirkt er an dem Gymna⸗ ſium zu Darmſtadt.
21) Dr. Ludwig Albert Steinhäuſer, geboren den 19. April 1825 zu Michelſtadt im Odenwalde, wo ſein Vater als Lehrer ſtand, bezog nach vierjährigem Beſuche der Realſchule zu Michelſtadt 1841 die höhere Gewerbſchule zu Darm⸗ ſtadt und darnach das Gymnaſium daſelbſt. Von Oſtern 1846 an lag er drei Semeſter lang dem Studium der Forſtwiſſen⸗ ſchaft ob, entſchied ſich dann für das Gymnaſiallehrfach und unterzog ſich Oſtern 1849 mit Erfolg der mathamatiſchen Prüfung für dasſelbe. Nachdem er im Herbſt dieſes Jahrs ſeinen Acceß am Gymnaſium zu Darmſtadt begonnen hatte, wurde er durch hohe Verfügung vom 5. Januar 1850 zum Vikar an dem hieſigen Gymnaſium ernannt, wo er neben mathemathiſchem und natur⸗ wiſſenſchaftlichem Unterrichte den franzöſiſchen Unterricht durch alle Klaſſen zu geben hatte. Unterm 29. Januar 1856 auf Präſentation Sr. Durchlaucht des Fürſten zu Yſenburg und Büdingen durch Allerhöchſtes Dekret definitiv angeſtellt, wirkt er noch jetzt an der Anſtalt als Lehrer der Mathematik und Naturwiſſenſchaft.
22) Pfarrer Emil Thon, geboren den 25. Juni 1818 zu Ortenberg, Sohn des daſigen Landrichters Thon, be⸗ ſuchte von Herbſt 1829 bis dahin 1837 das Gymnaſium zu Büdingen und widmete ſich hierauf drei Jahre lang auf der Landes⸗ univerſität dem Studium der Theologie. Nach beſtandener Fakultätsprüfung bezog er das Predigerſeminar zu Friedberg und übernahm, nach Ablegung der Definitorialprüfung, in Büdingen eine Privatſchule für Mädchen aus den gebildeten Ständen. Ein Jahr darnach wurde ihm das Vikariat der dritten Pfarrſtelle zu Büdingen und Herrnhaag und im Herbſt 1844 dieſe Stelle definitiv übertragen. 1849 gab er die Privatſchule auf. Oſtern 1851 wurde ihm der Zeichenunterricht an dem hieſigen Gymnaſium anvertraut, den er auch nach ſeiner im Herbſt 1853 erfolgten Verſetzung auf die Pfarrei Wolf forter⸗ theilte bis zum 14. März 1859. Jetzt bekleidet er die Pfarrſtelle zu Kelſterbach.
23) Dr. Franz Blümmer, geboren den 23. November 1817 zu Mainz, Sohn des daſigen Schuhmachermeiſters Moriz Blümmer, genoß ſeine wiſſenſchaftliche Vorbildung auf dem Gymnaſium zu Mainz und ſtudierte von Herbſt 1838 an auf der Landesuniverſität katholiſche Theologie und Philologie. Nachdem er im December 1841 die philologiſche und im Juli 1842 die theologiſche Prüfung beſtanden und hierauf ein Jahr lang das geiſtliche Seminar zu Mainz beſucht hatte, wurde er 1843 zum Kaplan zu Klein⸗Krotzenburg und im folgenden Jahr zum proviſoriſchen Beneficiaten und Gymnaſiallehrer zu Bensheim ernannt und darnach mittels Allerhöchſten Dekrets vom 7. Januar 1848 deſinitiv an dem daſigen Gymnaſium angeſtellt, Am 19. Mai 1853 trat er zur evangeliſchen Kirche über. In Folge davon legte er ſeine Funktionen in Bensheim nieder und nahm dann in Darmſtadt ſeinen Aufenthalt, wo er Privatunterricht gab, bis ihm durch Allerhöchſtes Dekret vom 26. Auguſt 1856 eine Lehrſtelle an dem Gymnſium zu Büdingen übertragen wurde. Er iſt dermalen der älteſte ordentliche Lehrer an der Anſtalt.


