Aufsatz 
Rückblick auf die Geschichte des Großherzoglichen Gymnasiums zu Büdingen während seines 50jährigen Bestandes
Entstehung
Einzelbild herunterladen
  

26. Juli 1849 wurde er ſeiner dienſtlichen Funktionen enthoben und unterm 9. Januar 1850 durch Allerhöchſtes Dekret in den Ruheſtand verſetzt. Er lebt als Privatlehrer zu Frankfurt a. M.

10) Dr. Gottlieb Friedrich Dreſcher, geboren den 19. Juni 1801 zu Lohrhaupten im ehemaligen kurheſſiſchen Amte Bieber, Sohn des ſpäter von Lohrhaupten nach Münſter bei Butzbach verſetzten Pfarrers Dreſcher, trat, von ſeinem Vater vorgebildet, Oſtern 1816 in die Auguſtinerſchule zu Friedberg, ein Jahr darnach in die Prima des akademiſchen Pädagogiums zu Gießen und ging im Herbſt 1819 auf die daſige Univerſität über, um das Studium der Theologie und Philologie zu be⸗ treiben. Oſtern 1822 bezog er die Univerſität Göttingen, kehrte nach Verlauf von 1 ½ Jahren auf die Landesuniverſität zurück und erwarb ſich daſelbſt am 5. Juni 1824 die philoſophiſche Doktorwürde. Bald nachher(29. Juli) erhielt er durch Präſen⸗ tation von Seiten des Grafen Ernſt Caſimir III. zu Yſenburg und Büdingen die vierte Lehrſtelle am Gymnaſium zu Büdingen proviſoriſch und laut Allerhöchſten Dekrets vom 27. December 1826 definitiv. Er wirkte an der genannten Lehr⸗ anſtalt bis zum 21. März 1835, wo er als Lehrer an dem Gymnaſium zu Gießen angeſtellt wurde. Er ſtarb am 22. Juni 1862.

11) Dr. Georg Ferdinand Rettig, geboren den 30. März 1803 zu Gießen, Sohn des daſigen Schuhmachers Chriſtoph Rettig, wurde als achtjähriger Knabe in das Gymnaſium zu Gießen aufgenommen und bezog nach beendigtem Gymnaſialkurſus im Frühling 1822 die Hochſchule zu Gießen, auf welcher er ſich dem Studium der Theologie und Philologie ergab. Im Jahr 1825 legte er die für die Kandidaten des Pädagoglehramts vorgeſchriebene Prüfung ab und erhielt 1826 am Gymnaſium zu Büdingen die Stelle eines ordentlichen Lehrers. Dieſen Poſten bekleidete er bis zum Jahr 1834, in wel⸗ chem er von der Anſtalt abging, um einem Rufe an die Univerſität und das höhere Gymnaſium in Bern zu folgen, wo er noch jetzt als Profeſſor wirkt.

12) Heinrich Adam Neeb, geboren den 11. December 1806 zu Lich, Sohn des Tabaksfabrikanten Johann Adam Neeb, genoß Anfangs Unterricht in der Bürgerſchule zu Lich und dann in einem daſigen Privatinſtitute. Von 1820 bis 1823 beſuchte er das Schullehrerſeminar zu Friedberg, trat hierauf eine Hauslehrerſtelle an und gab ſich zwei Jahre ſpäter in Worms muſikaliſchen Studien hin, bis er 1827 als Gräflicher Muſiklehrer nach Büdingen berufen wurde. 1831 übernahm er die Leitung des Geſangunterrichts an dem Gymnaſium; er legte jedoch ſchon im Jahre 1833 dieſe Funktion nieder und verließ Büdingen, um ſich in Frankfurt a. M. als Muſiklehrer und Komponiſt einen größeren Wirkungskreis zu ſchaffen.

13) Stadtſchullehrer Wilhelm Flach, geboren den 11. April 1806 zu Ober⸗Mockſtadt, wo ſein Vater als Schullehrer angeſtellt war, erhielt den erſten Unterricht von dem Vater und dem Ortsgeiſtlichen, trat 1820 in die Provinzial⸗ ſchule zu Büdingen und 1822 in das Schullehrerſeminar zu Friedberg, von welchem er im Jahr 1825 abging. Er begab ſich hierauf nach Offenbach, um daſelbſt eine weitere Ausbildung in der Muſik zu gewinnen, und leiſtete ſpäter ſeinem Vater Beihilfe, bis er 1828 nach Grünberg überſiedelte, wo er Unterricht in der Muſik und an einem Privatinſtitute ertheilte. 1832 wurde ihm die zweite Mädchenlehrerſtelle zu Büdingen verliehen. 1833 erhielt er den Geſangunterricht am Gymnaſium. Im Jahr 1835 ſah er ſich zum zweiten Elementarlehrer ernannt und im Jahr 1842 nach der Penſionirung des Oberlehrers Neun zum erſten Elementarlehrer befördert, außerdem mit den Funktionen eines Schreiblehrers am Gymnaſium betraut.

14) Proſeſſor Dr. Georg Haupt. Sieh oben unter den Direktoren Nr. 4.

15) Dekan Chriſtian Friedrich Meyer, geboren den 12. December 1802 zu Büdingen, Sohn des daſigen Steinhauermeiſters Johann Heinrich Meyer, beſuchte die Provinzialſchule bis zum Jahr 1822 und trat dann bei Eröffnung des Großherzoglichen Gymnaſiums zu Büdingen als erſter Schüler in dasſelbe ein. Herbſt 1822 ging er zur Hochſchule über, um ſich dem Studium der Theologie zu widmen. Seine höhere wiſſenſchaftliche Bildung erwarb er ſich auf den Univerſitäten Gie⸗ ßen und Heidelberg. Nach Bendigung ſeiner Univerſitätsſtudien übernahm er eine Hauslehrerſtelle in Hirſchhorn, welche er 1 ½ Jahre bekleidete. Am 30. December 1827 wurde er als Pfarrer in Hain⸗Gründau angeſtellt, im Auguſt 1830 als zwei⸗ ter Pfarrer nach Büdingen verſetzt, im Frühling 1836 zum Mitglied der Bezirks⸗Schulkommiſſion, im November 1844 zum erſten Pfarrer und Hofprediger in Büdingen und unterm 12. December 1845 zum Großherzoglichen Dekan für das Dekanat Büdingen er⸗ nannt. Von 1835 an bis Pfingſten 1871 wirkte er am Gymnaſium, Anfangs Aushilfe leiſtend, dann von 1837 bis 1845 neben ſeinem Pfarramte eine volle Lehrſtelle proviſoriſch verwaltend und von 1845 bis Pfingſten 1871 den Religionsunterricht ertheilend.

16) Stadtſchullehrer Philipp Heinrich Fir, geboren den 13. Januar 1815 zu Bleichenbach, Sohn des daſigen Schullehrers Fix, beſuchte 1831 und 1832 das Schullehrerſeminar, widmete dann ſeine Thätigkeit einer Privatlehr⸗ anſtalt zu Hanau und fand hierauf als Schulvikar in Aulen⸗Diebach eine Verwendung. Von Aulen⸗Diebach wurde er 1836 an die Bürgerſchule zu Büdingen verſetzt und daſelbſt am 8. April 1839 definitiv angeſtellt. Dermalen iſt er Lehrer der erſten Mädchenſchule in Büdingen. Im Jahr 1839 erhielt er als Hilfslehrer den mathematiſchen Unterricht in der unterſten Klaſſe, 1841 auch in der Tertia des Gymnaſiums und 1846 die Stelle eines Rechners der Gymnaſialkaſſe.

17) Dr. Friedrich Georg Zimmermann, geboren den 24. Februar 1814 zu Darmſtadt, genoß ſeine wiſſenſchaftliche Vorbildung auf dem Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und widmete ſich von 1831 bis 1835 auf den Univerſitäten zu Heidelberg und Gießen dem Studium der Rechtswiſſenſchaft. Nach Ablegung der Fakultätsprüfung begann er ſeinen Acceß bei Großherzoglichem Hofgericht in Darmſtadt, gab die juriſtiſche Laufbahn aber bald auf und wandte ſich dem Privatſtudium der altklaſſiſchen Philologie zu. 1837 beſtand er das für die Kandidaten des Gymnaſiallehramts vorgeſchriebene Examen, war dann als Acceſſiſt und Hilfslehrer am Gymnaſium zu Darmſtadt thätig, kam im Frühling 1841