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Direktors der neuen Anſtalt ein und gab wöchentlich ſechs Unterrichtsſtunden in der erſten Klaſſe. Er verſchied am 26. Ja⸗ nuar 1827.
3) Oberſtudienrath Dr. Georg Thudichum, geboren den 29. März 1794 zu Eudorf bei Alsfeld, wo ſein Vater, M. Friedrich Thudichum aus Marbach in Würtemberg, als Pfarrer ſtand bis zum Jahr 1800, in welchem er als Oberpfarrer und geiſtlicher Inſpektor nach Nidda verſetzt wurde. Gebildet auf der lateiniſchen Schule zu Nidda und ſeit 1810 auf dem Gymnaſium zu Gießen, bezog er 1812 die Hochſchule, um ſich dem Studium der Theologie und Philologie zu widmen. Hier war er ein eifriger Schüler des geiſtvollen Friedrich Gottlieb Welcker. Am 10. Januar 1814 trat er als Freiwilliger auf die Dauer des Krieges in die Heſſiſche Freiſchaar, machte im nächſten Sommer den Feldzug in Frankreich mit und wurde am 9. Auguſt 1814, nach Auflöſung des Corps der freiwilligen Jäger, mit ehrenvollem Abſchied entlaſſen. Im Anfang des Jahres 1815 ſchied er von der Hochſchule, bekleidete von Herbſt 1815 an eine Hauslehrerſtelle zu Nieder⸗Mockſtadt, beſtand im Januar 1818 die Fakultäts⸗ und Definitorialprüfung in der Theologie und Pädagogik und wurde durch Allerhöchſtes Dekret vom 2. Mai 1818 Pfarrer an der vormals lutheriſchen, ſeit der Union von 1817 unirten dritten Pfarrſtelle und zweiter Lehrer an der Landes⸗ oder Provinzialſchule zu Büdingen. Bei der Verwandlung der Provin⸗ zialſchule in ein Landesgymnaſium trat er in die erſte Lehrſtelle an dem Gymnaſium ein. Nach dem Tode des Kirchenraths Keller von Großherzoglicher Pädagogkommiſſion zu Gießen unterm 12. März 1829 proviſoriſch zum Direktor beſtellt, wurde er durch Allerhöchſtes Dekret unterm 17. Dezember 1829 definitiv zum Direktor der Anſtalt ernannt und unterm 3. Auguſt 1830 von der Pfarrſtelle entbunden. 1840 erhielt er das Großherzoglich Heſſiſche Felddienſtzeichen. Durch Allerhöchſtes Dekret vom 3. Mai 1842 wurde er zum Mitglied und Rath des Oberſtudienraths erhoben; als aber im Jahre 1849 die Oberſtudienbehörde eine neue Organiſation erfuhr, ward er in ſeiner Eigenſchaft als Oberſtudienrath durch Aller⸗ höchſtes Dekret vom 14. September 1849 in den Ruheſtand verſetzt. Unterm 1. Mai 1847 verlieh ihm Seine Königliche Hoheit der Großherzog Ludwig II. das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen. Nachdem Dr. Thudichum 44 Jahre lang dem Wohle der Anſtalt ſeine Thätigkeit gewidmet hatte, ſuchte er um ſeine Penſionirung nach, und Seine Königliche Hoheit der Großherzog geruhten, durch Allerhöchſtes Dekret vom 11. November 1862 dem Geſuche Statt zu geben. Dr. Thudichum nahm nach ſeiner Penſionirung ſeinen bleibenden Aufenthalt in Darmſtadt. In weiteren Kreiſen hat er ſich namentlich bekannt gemacht als Ueberſetzer des S ophokles.
4) Profeſſor Dr. Haupt, geboren den 22. Februar 1812 zu Höchſt im Odenwald, Sohn des daſigen Gräflich Crbachiſchen Regierungsſekretärs Haupt, kam, da ſein Vater den Wohnort veränderte, als Knabe nach Alsfeld und im Jahr 1821 nach Grünberg. Nachdem er ſich hier, wo ſein Vater die Funktionen eines Rentamtmanns ausübte, zum Beſuch einer gelehrten Schule vorbereitet hatte, trat er im Jahr 1827 in das Gymnaſium zu Gießen ein und ging im Herbſt 1828 zur Hochſchule über. Hier ergab er ſich dem Studium der Theologie und Philologie. Im September 1832 beſtand er die Fatul⸗ tätsprüſung für das Gymnaſiallehramt und bekleidete darauf eine Hauslehrerſtelle bis zum Herbſte 1834, wo er als Vikar am hieſigen Gymnaſium eine Verwendung fand. Vier Jahre ſpäter(Weihnachten 1838) legte er die theologiſche Fakultäts⸗ prüfung ab und wurde nach der Präſentation Seitens Seiner Durchlaucht des Fürſten zu Yſenburg und Bü⸗ dingen durch Allerhöchſtes Dekret vom 20. December 1840 definitiv angeſtellt. Am 10. Oktober 1859 erhielt er den Charak⸗ ter eines Profeſſors. Als im November 1862 der Direktor Dr. Thudichum von der Leitung der Anſtalt zurücktrat, wurde Profeſſor Dr. Haupt durch Allerhöchſtes Dekret vom 20. Januar 1863 zum Direktor des Gymnaſiums ernannt; doch war es ihm bei ſeiner geſchwächten Geſundheit nicht vergönnt, die Anſtalt lange zu leiten. Seit Weihnachten 1864 an's Krankenzimmer gefeſſelt, wurde er am 8. März 1865 durch den Tod ſeinem Berufskreiſe entrückt.— Haupt hat die Pflich⸗ ten ſeines Amtes mit gewiſſenhaftem Cifer und treuer Hingebung erfüllt und iſt ſtets bemüht geweſen, das ſittliche und gei⸗ ſtige Gedeihen der ihm anvertrauten Jugend mit Sorgfalt und Wohlwollen zu fördern; darum wird die Anſtalt ſein Anden⸗ ken in Ehren halten.
5) Dr. Ludwig Krämer, geboren den 14. November 1825 zu Nack im Kreife Alzey, wo ſein Vater zu ſelbiger Zeit als Schullehrer ſtand, genoß den erſten Unterricht in der Volksſchule, trat dann in das Gymnaſium zu Gießen ein, durchlief ſämmtliche Klaſſen desſelben und bezog Oſtern 1844 die Univerſität Gießen, um ſich dem Studium der altklaſſiſchen Philologie und der orientaliſchen Literatur zu widmen. Im Herbſt 1847 beſtand er die Prüfung für das Gymnaſiallehramt und machte dann von Herbſt 1847 bis dahin 1848 den vorgeſchriebenen Acceß an dem Gymnaſium zu Gießen. Nach Ablauf ſeines Acceßjahres brachte er noch ein halbes Jahr in Gießen zu, indem er Privatſtudien oblag und Privatunterricht er⸗ theilte. Im Frühjahr 1849 übernahm er eine Hauslehrerſtelle, die er ſo lange bekleidete, bis ihm durch hohes Dekret Groß⸗ herzoglicher Oberſtudien⸗Direktion vom 23. Februar 1853 ein Wirkungskreis an der Realſchule zu Alzey eröffnet wurde. Durch Allerhöchſtes Dekret vom 12. November 1855 definitiv angeſtellt, wirkte er an dieſer Anſtalt bis zum Jahre 1861. Mittels Allerhöchſten Dekrets vom 28. Mai 1861 ſah er ſich dann zum Dirigenten und 1. ordentlichen Lehrer an der Großherzoglichen Realſchule zu Michelſtadt und unterm 20. December 1862 zum Direktor der genannten Anſtalt befördert. Zugleich ernannte ihn Großherzogliche Oberſtudien⸗Direktion zum Mitglied der Kreis⸗Schulkommiſſion Erbach. Nach dem Ableben des Direktors Dr. Haupt wurde er durch Allerhöchſtes Dekret vom 11. Mai 1865 mit der Leitung des Gymnaſiums zu Büdingen be⸗ traut und am 3 Juli dieſes Jahres durch Herrn Geheimen Oberſtudienrath Profeſſor Dr. Wagner im ſein Amt eingeführt.
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