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bunden mit einer angemeſſenen Vermehrung der Stundenzahl für die betreffenden Jächer. Beides bedingte Vermehrung der Lehrkräfte. Es bedurfte jedoch einiger Zeit, ehe dieſe Verbeſſerungen ins Leben treten konnten, auf die ſchon ſeit dem Jahre 1867 hingearbeitet worden war erſtens durch die von hoher Behörde vollzogene Prüfung der früher feſtgeſtellten Klaſſenziele und zweitens durch die Oſtern 1868 erfolgte Einführung der Jahreskurſe anſtatt der bis dahin üblichen halbjährigen Ver⸗ ſetzungen.
Bereits Oſtern 1868 kam zwar, hoher Verfügung gemäß, die gleichmäßige Benennung der Klaſſen und der darnach auf mindeſtens acht Jahre beſtimmte Gymnaſialkurſus zur Geltung, aber es wurde dieſe neue Einrichtnng nur ermöglicht mittels vielfacher Kombinationen in III und IV und vollſtändiger Kombination der Klaſſen V und VI. Erſt als im Jahre 1869 auf den Antrag Großherzoglichen Mi⸗ niſteriums des Innern die Mittel zur Errichtung einer neuen Lehrſtelle und zur Er⸗ höhung desmit der Hilfslehrerſtelle verbundenen Gehaltes von den Landſtänden bewilligt worden waren, konnte in größerem Umfange eine Theilung der Arbeit ſtattfinden. Noch im Herbſte 1869 wurde für die neu errichtete Stelle ein Lehrer ernannt, derſelbe übernahm aber erſt Oſtern 1870 ſeine Funktionen an der Anſtalt, und daher wurde es erſt beim Beginn des Schuljahres 1870/71 möglich, eine umfänglichere Durchführung der neuen Anordnung zu bewerkſtelligen.
Eine Vergleichung der Lehrpläne aus den Schuljahren 1868/69 und 1870/71 gewährt ein Bild der angeſtrebten und ſpäter bis zu einem gewiſſen Grade ausgeführten Verbeſſerungen des Studienplans bezüglich der für die einzelnen Fächer angeſetzten Stundenzahl. Wir beſchränken uns in der hier folgenden Zuſammenſtellung auf die hauptſächlich in Betracht kommenden Fächer, nämlich: Deutſch, Lateiniſch, Griechiſch und Mathematik.
Schuljahr 1868/69. Schuljahr 1870/71. Lehr⸗ V V V. 1 hr i e ur M. w. v. VvIII. ua ux m. WW. v. VI. lchnater gegenſtände. V V V ſchied von J1111n— Deutſch. 2 V 2——- 2 2 2 3—-— 3 3 2 4— 4 V 4 4 4 Lateiniſchh 36 71= 8 9„. 6 14 ſch. 2——2 2—2 Griechiſch. 5 5 5 4 4—— 6 6 5 5—— 5 Mathematik. V 4 2.12 4„11 3—— 3 4 4 4 V 4 3 3 3 8
= 31 Stunden wöchentlich.*)
Was die Frequenz in den ſechziger Jahren anlangt, ſo wollen wir noch hinweiſen auf den niedrigeren Stand der Schülerzahl in den Jahren 1866 bis 1869, welchen verſchiedene Urſachen herbeiführten, wie das vorübergehende Auftreten eines Handelsinſtituts in Büdingen und die auch das Großherzogthum berührenden Gebietsabtretungen in Folge des Krieges von 1866. Das Auftreten eines Handelsinſtituts in Büdingen war inſofern für unſere Schule nicht bedeutungslos, als durch dasſelbe einestheils eine Anzahl bereits aufge⸗ nommener Schüler ihr entzogen, anderntheils die Zahl der neu eintretenden Schüler vermindert wurde. War
*⁵) Die gewonnenen 31 Stunden, zu denen noch 6 weitere Stunden kamen, nämlich: 2 für Phyſik in II, 2 für Reli⸗ gion, 1 für Franzöſiſch und 1 für Naturgeſchichte in V und VI, vertheilten ſich auf die einzelnen Klaſſen ſo, daß 8 Stunden für II und 1, die übrigen 29 für die Klaſſen VI, V, IV und IIl verwandt wurden. Auf dieſe Weiſe wurde es möglich, die Kombinationen der IIl und IV, der V und VI im Lateiniſchen und in der Mathematik gänzlich zu beſeitigen.


