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zum Nachfolger den Pfarrer Emil Thon. 1856 wurde Dr. Zimmermann an das Gymnaſium zu Darmſtadt verſetzt und an ſeiner Statt Dr. Blümmer zum Lehrer am hieſigen Gymnaſium ernannt. Im Frühling 1858 ſtarb Gymnaſiallehrer Bauſch. Die erledigte Stelle verwaltete Dr. S chmidt, bis ſie Herbſt 1858 dem Kandidaten Dr. Lotheißen definitiv verliehen wurde. In dem genannten Herbſte begann der Kandidat des Gymnaſiallehramts Dr. Marx ſeinen Acceß an hieſiger Anſtalt; derſelbe ertheilte, als Pfarrer Thon am 14. März 1859 ſeine Stelle als Zeichenlehrer niederlegte, von Oſtern bis Herbſt 1859 den Zeichenunterricht, welchen dann Dr. Haupt bis zum Herbſte 1862 leitete, worauf ihn Dr. L otheißen übernahm. Im Februar 1862 trat Dr. Textor ſeinen Acceß an. Nach Beendigung desſelben wurde er als proviſoriſcher Hilfslehrer an der Anſtalt beſchäftigt.
Im Herbſte 1862 wurde Oberſtudienrath Dr. Thudichum auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt. Zufolge Allerhöchſter Ernennung trat Profeſſor Dr. Haupt an ſeine Stelle. Zum Vikar wurde im December 1862 Acceſſiſt Eduard Bechtold beſtellt, der an der Anſtalt blieb bis zum Herbſt 1863, wo Dr. Adalbert Becker in die erledigte Stelle eintrat und zugleich den Zeichen⸗ unterricht erhielt. Herbſt 1863 ſchied Dr. Lotheißen aus dem Staatsdienſte und übernahm die Direk⸗ tion einer Erziehungsanſtalt zu la Chatelaine bei Genf. Die erledigte Stelle wurde verſehen durch die Lehrer der Anſtalt unter Heranziehung des Hilfslehrers Dr. Textor und des Kandidaten Dr. Heinrich Flach, der damals ſeinen Acceß an der Auſtalt begann. Oſtern 1864 hörte das Vikariat auf, da der neuernannte Lehrer Dr. Schmidt ſeine Funktionen antrat. Von Herbſt 1864 bis dahin 1865 beſtand der Kandidat Dr. Wilhelm Flach ſein Probejahr.
Die durch das Ableben des Profeſſors Dr. Haupt in Erledigung gekommene Stelle des Direktors wurde mittels Allerhöchſten Dekrets vom 11. Mai 1865 dem jetzigen Direktor übertragen. Im Juni 1866 ging Dr. Becker von der Anſtalt ab, nachdem er durch Allerhöchſtes Dekret vom 25. Mai zum Direktor der Realſchule zu Alzey befördert worden war. Die vorhandenen Lehrer beſorgten die erledigten Unterrichtsſtunden, bis im Anfang des Jahres 1867 Dr. Oßwald in die ihm definitiv übertragene Lehrſtelle eintrat und auch den Zeichenunterricht übernahm, den während der Vakanz Dr. Stein häuſer geleitet hatte. Oſtern 1867 begann Kandidat Dr. Richard Haupt ſeinen Acceß, ſchied aber ſchon nach wenigen Wochen von der Anſtalt, da er au der Realſchule zu Alzey eine Verwendnng fand. Als dann der Hilfslehrer Dr. Textor im November 1867 eine Lehrſtelle an der evangeliſchen Realſchule zu Wien erhalten hatte, wurde Dr. Haupt hierher zurückoerſetzt, um den vakanten Poſten zu übernehmen.
Was den Studienplan betrifft, ſo iſt bereits oben geſagt worden, daß derſelbe nur ſo weit zur Ausführung kommen ſollte, als die beſtehende Einrichtung der Gymnaſien dadurch nicht geändert würde, und daß mit Rückſicht auf lokale Verhältniſſe ſogar weitergehende„Modifikationen und Akkommodationen“ ein⸗ treten konnten.
Bezüglich der Unterrichtsgegenſtände heben wir hervor, daß gegenüber den ſeither im Lehrplan der Anſtalt vorhandenen in dem Studienplan als neue auftreten die fakultativen Fächer Engliſch und Italieniſch und außer dieſen Philoſophie. In der Philoſophie ſollte„eine Entwicklung und Er⸗ örterung der Elementarbegriffe der Logik und der Pſychologie“ gegeben werden; daran ſollte ſich dann reihen„eine Ueberſicht über die Gliederung der Wiſſenſchaft überhaupt“ und„eine vorläufige Hodegetik für das akademiſche Studium.“ An eine Einführung der oben genannten Fächer konnte erſt dann gedacht werden, als die enſprechenden Lehrkräfte zur Verfügung ſtanden. Daher kam es, daß ſie vorläufig keine Be⸗ rückſichtigung fanden in dem Lektionsplane der Anſtalt, welche gerade in den dreißiger Jahren auf das knappeſte Maß von Kräften eingeſchränkt war. Nur Encyclopädie, welche in dem Studienplane neben der Philoſophie genannt wird, erſcheint auf dem Lehrplan der Anſtalt verzeichnet. Sie bildete ſchon ſeit dem Jahre 1822 einen Beſtandtheil des Lehrplans und hat ſich erhalten bis in das Jahr 1863/64, wo ſie zum letzten Male im Lehrbericht aufgezählt wird. Behandelt wurden unter dieſem Namen in wöchentlich 2 Stunden zu ver⸗ ſchiedener Zeit verſchiedene Gegenſtände, z. B. 1853/54: Geſchichte der Kunſt und Geſchichte der deutſchen Literatur; 1855/56: Aſtronomie; Ueberſicht der Rhetorik; 1856/57: Lectüre der Ilias nach Voß mit geeigneten Erläuterungen zur allgemeinen Einführung in das griechiſche Leben; griechiſche Literaturgeſchichte; 1858/59: Geſchichte der


