Aufsatz 
Sir Thomas Fowell Buxton, Baronet, ein Lebensbild aus England : 2. Theil
Entstehung
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empfing. Er hatte tiefes Mitempfinden für die Leiden der tapfern Männer, welche ſeine Pläne auszuführen verſucht hatten; auch war er nicht weniger niedergeſchlagen bei dem Gefühle, daß wenigſtens für die Gegenwart die Thür geſchloſſen war, durch welche, wie er gehofft hatte, ſo viele Segnungen nach Afrika hätten eindringen können. Seine Geſundheit, die ſchon vorher untergraben war, nahm allmälich mehr und mehr ab; eine anhaltende geiſtige Anſtrengung konnte er nicht mehr ertragen und war es für einen Mann, deſſen Natur ihn wie ein Geſetz antrieb mit Kopf, Hand und Herz zu arbeiten, keine geringe Heimſuchung, vor der Zeit lahm gelegt zu werden. Er zählte erſt 55 Jahre; doch war der Abend ſeiner unaufhörlichen ſchweren Arbeit bereits eingetreten, ohne daß der Schluß desſelben durch die Strahlen des Erfolges und der Freude erhellt wurde. Der Gedanke an das, was er ſo kräftig die unvergleichlichen Schrecken des Sklavenhandels nannte, hatte ſich ſeinem Geiſte mit der lebhafteſten Wirklichkeit ein⸗ geprägt; die brennenden und geplünderten Dörfer Afrikas, die den Ocean durchſchneidenden Schiffe mit ihren Marterladungen: dieſe Bilder ſchwebten ihm immer vor. Man bemerkte ihn bisweilen, wie er tiefe Seufzer ausſtieß, als ob ſein Herz unter der Laſt zuſammen⸗ bräche; ſein Kummer machte ſich indeſſen nicht durch laute Klagen Luft. Er ſprach ſelten von der Expedition auf den Tod des Kapitän Bird Allain konnte er kaum eine Anſpielung machen; jedoch ſein ernſtes Weſen, ſein blaſſes, kummervolles Antlitz, die Zerſtreutheit ſeiner Manieren, und die tiefe Inbrunſt ſeiner Gebete, Gott möchte mit demarmen Afrika Erbarmen haben dies zeigte zu wohl die Schärfe ſeiner ſchmerzlichen Gefühle. 105& 1 1

Und doch waren die drei Jahre, welche zwiſchen dem Mißlingen der Niger⸗Expedition und ſeinem Tode verfloſſen, durch nicht wenige Strahlen des häuslichen Glückes erhellt, durch viele ländliche Freuden, durch die große Befriedigung, im Ganzen gute Nachrichten von dem Wirken der Emancipation in Weſtindien zu erhalten, durch einige Ermuthigung Afrika betreffend, aber vor Allem durch die Uebung des Glaubens und die Tröſtungen der Religion. Während dieſer ganzen Zeit war er demüthig, geduldig und in ungewöhnlichem Grade reſignirt; beſonders floß ſein Herz vor Liebe über für ſeine Umgebung und von dem lebenden Geiſte des Dankes und Gebetes. Sein Brief⸗ wechſel, nach dem bedauernswerthen Ausgange der Expedition, zeigt, daß ſein Geiſt nicht der Entmuthigung erlag; und obgleich er aufrichtig den Zuſammenſturz ſeines Planes zugab, ſo nährte er doch die Hoff⸗