Aufsatz 
Geschichte der Dillenburger Bergschule von der Gründung der Schule im Jahre 1858 bis zur Gegenwart. Denkschrift hrsg. aus Anlaß der Fünfzigjahrfeier der Gründung der Bergschule 1858 - 1908
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Gründung und Einrichtung der Bergschule.

rotz des Bestehens einer Bergschule in einem benachbarten Bergbaubezirke, zu Siegen

(Legr. 1818), hatte im Herzogtum Nassau schon lange vor Gründung einer ähnlichen Lehranstalt das Bedürfnis zu einer geeigneten Ausbildung von Grubenbeamten bestanden.)

Im März 1858 wurde in derMittelrheinischen Zeitung(dem späterenRheinischen Kurier, der heutigenWiesbadener Zeitung) die Errichtung einer Bergschule für das Herzog tum besprochen und als passender Ort für eine solche Dillenburg bezeichnet,teils wegen des im Dilltale blühenden Bergbaues, teils wegen der geognostischen Konstitution des Ge birges unserer Gegend.

Laut Regierungsreskript vom 12. Juli 1858 wurde dann Höchsten Orts beschlossen, eine Anstalt in Dillenburg ins Leben zu rufen, als dem Orte,in dessen Umgebung die größte Mannigfaltigkeit mineralogischer Vorkommnisse und diesen entsprechend Gruben und Hüttenwerke verschiedener Art sich vorfinden. An die Gruben- und Hüttenbesitzer des fierzogtums erging die Aufforderung, die Schule durch Beitragsleistungen zu unterstützen. In einer von 22 Interessenten besuchten Versammlung zu Weilburg, im August, wurde ein stimmig beschlossen, daß diese Beiträge geleistet werden sollten, wenn die Bergbautreibenden des Landes zur Beratung und Bestimmung über die Organisation der Bergschule von der Landesregierung herangezogen und die von den Bergwerken erhobenen Steuern auf ein gerechtes Maß herabgesetzt würden. Die Mittel zur Unterhaltung der Schule, einschließlich der Unter stützung bedürftiger Schüler, wurden auf diese Weise getragen von dem Zentralstudienfonds, der Herzoglichen Domäne, der Stadt Dillenburg und von den in Betracht kommenden Gruben und ffüttenbesitzern. Unter dem 7. September 1858 wurde durch den Präsidenten der Herzog lichen Regierung zu Wiesbaden, von Wintzingerode, dem Rektor des hiesigen Pädagogiums, Prof. Bellinger, der Auftrag erteilt, in Gemeinschaft mit dem Herzoglichen Bergmeister Vietor, die Organisation der Bergschule vorzunehmen. Als Unterrichtsraum wurde das bisher von der Elementarschule benutzte Zimmer in dem Pädagogialgebäude(gelegen in der Torfahrt

*) Man vergl. auch einen Prospektus, betreffend Eröffnung einer Privat-Berglehr-Anstalt zu Weilburg a. d. Lahn von M C. Grandjean, Weilburg im Januar 1844. In demselben ist von dem tief gefühlten und sehr zeitgemäßen Bedürfnisse in Anziehung guter praktischer mit den nõtigen fülfskenntnissen für ihren wichtigen Beruf ausgerüsteter Steiger und anderer Grubenbediensteter die Rede. Später lebte Grandjean in Dillenburg und gab hier die Anregung zu der am 12. August 18490 erfolgten Gründung des Gewerbe vereins und der Gewerbeschule.