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ſeiens neben dem ſchlechthinigen Anundfürſichſein oder dem mit dieſem Sein ſchlechthin als Eins ſich wiſſenden Bewuſſtſein und Princip zugegeben hat, nimmt ſich die Praxis eigenmächtig, was die Theorie ihr verweigert, und ihre Berechtigung liegt in der materiellen Noth der Concurrenz und Subſiſtenz, welche ſich emporge⸗ ſchwungen hat zur ſtrengen Beherrſcherin des modernen Lebens, welche alle ihre Macht durchkreuzende Idealpläne in das Gebiet des Staates Nephelokokkygia verweiſ't.
Daß in Geſammtunterweiſung und Behandlung von 10jährigen Knaben und 1Sjährigen Jünglingen weſentliche Unterſchiede ſtattfinden müſſen, daran wird nur ſelten noch gezweifelt, wohl aber, an welchen Stellen die Einſchnitte jener Scheidung zu machen ſeien. Im Süden Deutſchlands iſt die Eintheilung in ein unteres und oberes Gymnaſium vorherrſchend, deren Gränzſcheide mit dem vollendeten 14ten Lebensjahre und der kirchlichen Confirmation ungefähr zuſammentrifft. Sie hat das Gute, daß ſie eine ſelbſtſtändige Organiſation zweier entweder ganz getrennter, oder nur äußerlich verbundener Anſtalten geſtattet. In Preußen unterſcheidet man drei Stufen des Unterrichts, von denen die oberſte zwei bis drei Jahre nach der Confir⸗ mation beginnt. Ich gebe dieſer Abtheilung den Vorzug, weil ſie beſſer, als die für alle höhere Schulen leider in den ungünſtigſten Zeitpunkt fallende kirchliche Conſirmation, die Gränzſcheide des Knaben⸗ und Jünglingsalters und die in dem letzteren hervortretende Berufsbeſtimmung bezeichnet, wie auch die vollſtändige Real⸗ ſchule ihre Schüler bis zum Ende des 16ten Lebensjahres führt. Fruchtreich aber kann ſie doch nur dadurch werden, daß ſie planmäßig benutzt, und die Einrichtung des Ganzen danach bemeſſen wird. Und ſomit wird auch dieſe Beziehung zur Be⸗ kräftigung der oben gemachten Vorſchläge dienen, deren ſubſtantielle Conſiſtenz noch ſtärker hervortreten würde, wenn man wie in Preußen und Sachſen dem Gymnaſial⸗ curs noch ein Jahr zuſetzen könnte. Für alle von den verſchiedenen Facultäten und Fachſchulen geſtellte Vorbedingungen wäre dann Raum und Zeit gewonnen, ohne den Grundgedanken der allgemeinen Bildung anfzugeben, ohne das alte und Be⸗ währte wegzuwerfen, ohne es denen in ſeinem ganzen Umfang aufzudrängen, die ſich nun einmal davon losgeſagt haben, ohne in humaniſtiſche und realiſtiſche Einſeitig⸗ keiten zu verfallen, ohne den Einzelnen durch bloße Maſſen der verſchiedenartigſten Unterrichtsſtoffe zu erdrücken, ohne der gänzlichen Zerreißung und Zerſtückelung des alten Gymnaſiums vorzuarbeiten, ohne Ueberfüllung der oberen bis auf halbjährige Claſſen theilbaren Lehrſtufen herbeizuführen, ohne locale Bedürfniſſe oder deren Mangel zu generaliſiren, ohne die dafür vorhandenen Mittel zu zerſplittern und neue im Uebermaß zu verlangen, ohne irgend einen der Uebelſtände fortzupflanzen, welche in neueren Zeiten die Reſultate des Gymnaſialunterrichts ſo vielfach getrübt haben.*)
*) Für jetzt iſt ſchwerlich Beifall dafür zu erwarten, aber das etwa beliebige Repro- ducatur ad Calendas Graecas wird durch die Praxis in der zweiten Hälfte unſeres dabehunderts dennoch vereitelt werden, wenn das alte Gymnaſium überhaupt fortbe⸗ ehen ſollte.


