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natürlich auch in dieſer Beziehung verworfen werden, in welcher die Localverhältniſſe ihren überwiegenden Einfluß geltend machen. Uebrigens wird das hier Empfohlene zugleich das ſicherſte Mittel darbieten, die ſo oft und mit Recht beklagte Vielheit der Unterrichtsgegenſtände zu vermindern, ohne Etwas von dem aufzuopfern, was als wirkliches Zeitbedürfniß anerkannt wird.
Iſt die Trennung in eine humaniſtiſche und realiſtiſche Bildungsweiſe zu gleicher Zeit mit einer diametralen Verſchiedenheit der diſciplinariſchen Geſetzgebung und Behandlung verbunden, ſo daß Gleichaltrigen hier geboten wird, was dort ihnen Niemand zumuthet, daß hier als Criminalverbrechen behandelt wird, was dort der Natur und Sitte gemäß und landesüblich erſcheint, ſo kann auch dieſer Contraſt zu einer Quelle von Miſſverhältniſſen ſich geſtalten, welche durch Verletzung des Gerechtigkeitsgefühls die ſittliche Geſinnung vergiften und ſtatt der Dankbarkeit, Gemüthlichkeit und Pietät nur Ingrimm, Tücke, Trotz, Hohn und Rache in den jugendlichen Herzen pflanzen. Es iſt leicht, die daraus entſpringenden thatſächlichen Demonſtrationen durch die Gewalt niederzuhalten, aber die innere Verderbniß wird damit nicht gedämpft, mit welcher eine ſolche Geſinnung Studium und Leben gan⸗ zer Generationen durchſäuert.
Vielleicht machen alle hier erwähnte Miſſverhältniſſe begreiflich, was Eilers in ſeiner wichtigen Denkſchrift über das Miniſterium Eichhorn ſagt, man ſtehe in Preußen der betrübenden Thatſache gegenüber, daß, nachdem 30 Jahre lang mit ungehenerm Aufwand von Mitteln und Kräften für die Gymnaſien gewirkt worden, die Bildung, welche ſie zu erſtreben ſuchen, in geringerem Maße vorhanden ſei, nnd die Nation weniger Werth darauf lege, als zu Anfang dieſer Periode. So weit wäre es wohl nicht gekommen, wenn früher die Ueberzeugung Wurzel geſchlagen hätte, daß abſolute Gemeinſamkeit der höheren Bildung mit materieller Gleichheit der ihr zugemeſſenen Kenntniſſe und Fertigkeiten unhaltbar geworden ſei in einem Lebensalter, welches unvermeidlich zur Berufswahl drängt, in einer Zeit, welche für jede Berufsſtellung unendlich geſteigerte Anforderungen an Zeit und Leben, an Wiſ⸗ ſen und Können macht, und die dabei in atomiſtiſcher Zerſetzung aller gemeinſamen Lebenselemente auch die Gemeinſamkeit verwandter Berufsarten immer mehr ver⸗ ringert. Unglücklicher Weiſe ließ man ſich in die Entſchließung hinein argumentiren, Alles fern zu halten, was unter die für moderne Weltverhältniſſe unpaſſend und ehrenrührig gewordene Beſchuldigung der Banauſie zu ſubſumiren beliebt wurde. Jene Conſequenz, die auch nicht das Pünktchen über dem i erlaſſen möchte, hat ihre achtbare Seiten, aber jedenfalls fördert ſie zuletzt das Gegentheil deſſen, was ſie erzielen zu wollen ſcheint, indem ſie bald die Oberelaſſen mit widerwilligen Schü⸗ lern erfüllt, bald Veranlaſſung gibt, der claſſiſchen Bildung ganz und gar den Rücken zu kehren und völlig aufzugeben, wovon ein theilweiſer Nachlaß nicht zu erlangen war. Das alte Princip:„nur keine Conceſſionen!“ das Pharao im rothen Meere umkommen ließ und Metternich ins Exil getrieben hat, hält eben ſo lange es hält, und ſeitdem die neueſte Philoſophie die Möglichkeit des realen Auchanders⸗


