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zur Ausbildung gelangt ſeien, ſo wie darin auch die einzige Möglichkeit und die ſicherſte Gewähr liegen würde, allſeitige Unfähigkeit beſtimmt zu erkennen und bei Zeiten aus dieſer Laufbahn zu entfernen, während jetzt die Erſcheinung nicht ſelten iſt, daß Schüler in den Oberclaſſen verkümmern, denen ſelbſt vom Lehrer Talent zugeſchrieben wird, die aber ihre Abneigung gegen das von der Schule ihnen auf⸗ erlegte Lernen und Wiſſen offen eingeſtehen. Dann wird auch Scheiberts Klage verſtummen, der von Schülerproletariern redet, die nur einen beſtimmten vom Lehrer vorgezeichneten Weg betreten, nur in deſſen ausgetretenen Spuren wandern, die am Seile ſeines Syſtems gehalten nur einen einförmigen Rundlauf machen, die hinten am Wagen des Unterrichts angebunden nur in dem zugemeſſenen Tempo fortſchreiten dürfen. Dann werden, wie er verlangt, in der Schule ſelbſt noch andere Münzen, als die für den täglichen Curs amtlich geprägten durch die Hand des Geiſtes gehen, und darunter auch ſolche, die von den Schülern ſelbſt geprägt ſind.’ Es iſt längſt anerkannt, daß die beiden erwähnten Bildungsweiſen unſerer Zeit, die humaniſtiſche und die realiſtiſche, in ſchroffer Einſeitigkeit herausgekehrt, nichts weiter ſind, als zwei proſilirte Halbheiten, die nur aus einem vom Vorurtheil ſixirten Anſchauungswinkel aus geſehen in optiſcher Täuſchung als volle Lebensbilder erſcheinen. Sie gleichen vielmehr dem Blinden und dem Lahmen in der Gellertſchen Fabel mit dem alleinigen Unterſchiede, daß die Nutzanwendung der letzteren bei ihnen noch wenig Eingang gefunden hat. Nicht zu gedenken, daß die in praktiſchen Dingen von richtigem Tacte geleiteten Franzoſen und Engländer noch nicht daran gedacht haben, die höhere Schulbildung in ähnlicher Weiſe nach Anſtalten für jettres und sciences zu zerfällen, ſo haben auch in Deutſchland die bedeutendſten Erſcheinungen auf dieſem Gebiete ſeit mehreren Jahren die entſchiedene Tendenz gehabt, bald äußerlich oder innerlich, bald generell oder ſpeciell, bald unten oder oben eine Annäherung herbeizuführen. Das alte Gymnaſium hat längſt die abſolute Unerlaſſlichkeit des Griechiſchen mit dem Syſtem der griechiſchen Syntar, dem Griechiſchſchreiben, dem Pindar über Bord geworfen. In Berlin ſind neulich ſelbſt Euripides mit 22 Stimmen gegen 7, Thucydides mit 15 gegen 14 hinausballotirt worden, während Xenophon und Demoſthenes mit den ſchwachen Majoritäten von 19 gegen 10 und von 17 gegen 12 eine weitere Friſt erlangt haben. Nicht min⸗ der iſt das Lateinſprechen aufgegeben, leider auch der beſte Theil des Lateinſchreibens und mit ihm das Einheimiſchwerden in der alten Literatur überhaupt. Dafür ſind neuere Fremdſprachen eingeführt und mit Erfolg betrieben worden, das Deutſche hat hin und wieder einen großen Umfang erhalten und wird überall als das Palla⸗ dium der Nationalbildung gebührend anerkannt. Für Mathematik, Phyſik und Zeichnen iſt an manchen Gymnaſien nicht Unbedeutendes geleiſtet worden, und wenn nicht noch mehr geſchah, nicht auch die Chemie hinzugenommen wurde, ſo waren meiſt nur äußere Verhinderungen daran ſchuld. Nur Unkunde und Vorurtheil kann alle dieſe Fortſchritte überſehen, welche zum Theil ſchon weiter gegangen ſind, als man gut heißen kann, ſelbſt poſitiven Schaden geſtiftet haben, nicht weil ſie an ſich


