Aufsatz 
Zur Gymnasialreform. H. 1
Entstehung
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Wenn ich nach einer Unterbrechung von anderthalb Jahrzehnten zum erſten mal wieder im Namen des Gymnaſiums zu Darmſtadt in einer amtlichen Druck⸗ ſchrift das Wort ergreife, ſo wird dies kaum einer beſonderen Rechtfertigung bedür⸗ fen, da Niemand bezweifelt, daß ein allgemeiner Umſchwung der politiſchen Ver⸗ hältniſſe ſeine Wirkungen durch alle Sphären ſtaatlicher und ſocialer Beſtände erſtrecke und in allen neue der allgemeinen Umgeſtaltung entſprechende Maßregeln zur nothwendigen Bedingung gedeihlicher Entfaltung mache. Auch in den Werk⸗ ſtätten der höheren Bildung bedarf es einer dem erneuerten Staatsleben entſprechen⸗ den Reform der Dinge, damit das geſteigerte Bedürfniß freier Bewegung auch hier eine größere Ausdehnung und Mannichfaltigkeit erhalte. Insbeſondere iſt es die bei den gelehrten Schulen zwar althergebrachte, aber in den letzten Decennien viel⸗ fältig beſchränkte oder entſchwundene Oeffentlichkeit, der wiederum die Geſtaltungen der neueſten Zeit entgegen ſtreben, und die auch uns neue, oder vielmehr nur wie⸗ derhergeſtellte Verpflichtungen auferlegt. Indem ich dieſe zunächſt für das hieſige Gymnaſium in Erfüllung bringe, geſchieht dies ganz aus eigenem Antrieb und ohne irgend eine für den Inhalt erhaltene Bevollmächtigung oder Gewährſchaft, was um deswillen ausdrücklich bemerkt wird, damit für die etwa mit unterlaufenden Irrthümer Niemand außer mir, am wenigſten unſere höchſte Staatsbehörde, verant⸗ wortlich gemacht werde.

Es iſt eine alte auch von dem hieſigen Gymnaſium ſeit langen Zeiten geübte Sitte geweſen, zum Schluß jedes Lehrcurſes eine Schulſchrift der Oeffentlichkeit und insbeſondere dem zunächſt betheiligten Publicum zu übergeben, deren erſter Theil eine den wiſſenſchaftlichen Fortſchritt und Standpunkt der Lehrer beurkundende Ab⸗ handlung enthielt, während der zweite Theil theils über die beſtehenden Zuſtände, Einrichtungen und Leiſtungen der Anſtalt Auskunft ertheilte, theils die Ankündigung und Einladung zu den halbjährlichen oder jährlichen, aus öffentlichen Prüfungen, Prämienertheilungen, Redeacten, muſikaliſchen Aufführungen u. ſ. w. beſtehenden Schulfeierlichkeiten lieferte. Die hieſigen Programme der Art, in Jahr 1824 auf