Aufsatz 
a) Vergleich durch Zahlen zwischen Sonst und Jetzt der Schule. (Veranlaßt durch bekannte Beziehung im November 1847.) b) Ein Philosoph und das heutige Volksschulwesen. c) Das offene Geheimnis des Wormser Schulwesens und dessen Kritik. d) Schwierigkeiten des Wormser Schulwesens. (Aus einem Briefe.)
Entstehung
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deutſchen Sprache drei erweiterte Sätze mit Homonymen dictirt wurden, und daß von dieſen 36 jene Sätze 23 ganz fehlerfrei, 7 mit einem, die übrigen 6 mit mehr als einem Fehler ſchrieben.

10. Geſchichte eines Leſebuches.

Im Jahr 1841 wurde in einer Lehrerconferenz als Leſebuch einſtimmig beantragt die vom bekannten Jugendſchriftſteller H. Ch. Schmid herausgegebene Bibliſche Geſchichte. Von die⸗ ſem Schulbuche, welches auch in andren Communal⸗ ſowie auch rein proteſtantiſchen Schulen mit Nutzen eingeführt iſt, giebt es mehrere ganz gleichlautende Ausgaben. Eine führt den Titel: Bibl. Geſch. für katholiſche Schulen, eine andere: Bibl. Geſch. zum planmäßigen Unterricht für Schulen. In Rückſicht auf unſere Communal⸗ ſchule wurde natürlich nur die letztere in Ausſicht genommen, mit der Bemerkung, daß die Kinder israelitiſcher Confeſſion, von welchen damals(weil noch eine eigne israel. Privatſchule beſtand) wenige die Stadtſchulen beſuchten, nur zur Anſchaffung des alten Teſtamentes gehalten ſeien. Durch Mißverſtändniß ſowie durch den Umſtand, daß erſtere Ausgabe mit dem Zuſatze: für kath. Schulen, etwas wohlffeiler iſt, kam dieſe auch in die Hände proteſtantiſcher und israelitiſcher Kinder. Da der Rector katholiſch iſt, ſo ſchien ſich hier eine kath. Proſelytenmacherei zu offenbaren. Der Schluß lag, zumal in einer religiös empfindlichen Zeit, in welcher es von allen Seiten an Verdächtigungen und Aufſtachelungen nicht fehlt, ſehr nahe, war aber doch falſch, wie ſich die beſonnenen Eltern überzeugten, welche ſo einſichtig waren, vor weiteren auffallenden Schritten vertrauungsvoll mich um deßfallſige Aufklärung zu bitten. Um dieſes erfreuliche Zutrauen zu ehren, laſſe ich die betreffenden Actenſtücke über die unparteiiſche und geſetzliche Einführung jenes Leſebuches hiernächſt abdrucken..

Worms, 5. Mai 1841.

Betr. die Einführung einer allgemeinen bibl. Geſchichte, als Leſebuch für die oberen Klaſſen der hieſi⸗ gen Stadtſchulen.

An ſämmtliche Herren Geiſtlichen dahier.

Der ergebenſt Unterzeichnete beehrt ſich anliegendes Protocoll über die jüngſte Lehrer⸗ Conferenz Ihnen mitzutheilen, und zwar Nr. I, II u. III zur gefälligen Notiznahme und Berückſichtigung, Nr. VII aber zur geneigten Aeußerung am Fuße dieſes, ob Sie näm⸗ lich gegen dieſen Vorſchlag irgend ein gegründetes Hinderniß bemerklich zu machen hätten, von welcher Aeußerung es dann abhängen wird, ob ich dieſen übrigens wohlgemeinten Vorſchlag weiter zur Ausführung beantragen und verfolgen werde. Hochachtungsvoll ꝛc. Unterz. Dr. Wiegand. Der Unterzeichnete hat gegen Nr. VII des anliegenden Protocolls nichts zu be⸗ merken. Unterz. Büchner. Ebenſo Wundt.