Aufsatz 
Die städtische Handelslehranstalt 1903-1913
Entstehung
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Der Gesundheitszustand der Schüler war befriedigend; doch hat die Tandelslchranstalt den Tod cines tüchtigen Schülers zu beklagen: am 10. Mai starb der Schüler der Klasse IIb der Handelsfachschule Friedrich Wegener; Klassen- lehrer und Mitschüler gaben ihm das letzte Geleite. Grössere Störungen traten in diesem ſahre leider im Lchrerkollegium cin. Oberlehrer Bahrs musste wegen eines inneren Leidens während des ganzen Sommerhalbjahrcs beurlaubt werden; den Unterricht in den kaufmännischen Fächern übernahmen für ihn Obl. Dröll, Obl. Dr. Vahle, Obl. Glück, Herr Holzerland, im Schreibunterricht Herr Wahl und im Turnunterricht die Herren Adomeit und Gotta von der Glauburgschule. Allen diesen Herren danke ich namens der Handelsrealschule für die z. T. unter schwierigen Umständen übernommene Vertretung. Während der Weihnachtsferien erkrankte an Lungenkatarrh Prof. Dr. Kraus und wird voraussichtlicherweise seinen Unterricht in diesem Schuljahr nicht wieder aufnehmen können; die Vertretung übernahmen in diesem Falle Mitglieder des Lehrerkollegiums in bercitwilligerweise, obwohl dadurch eine nicht unerhebliche Belastung eintrat.

An der Mädchenhandelsschule erkrankte Fräulein Koeper am 13. Mai an Herzneurose und konnte ihren Unterricht erst nach den Sommerferien wieder auf- nehmen; die Vertretung wurde von Mitgliedern des Lehrerkollegiums übernommen. Da auch Herr Keuchel wegen Erkrankung an Gesichtsrose vom 10. Juni bis zu den Sommerferien seinen Unterricht aussetzen musste, konnte der UÜnterricht nur unter grossen Schwierigkeiten und unter Ausfall einzelner Stunden, wie Maschinenschreiben und Gesang, aufrecht erhalten werden. Ausser dem Lehrerkollegium der Mädchen- handelsschule übernahm auch Herr Lühr einige Unterrichtsstunden des Herrn Keuchel. Vom Beginn des Winterhalbjahres bis zum 2. November musste Herr Hesse wegen Muskelrheumatismus seinen Unterricht aussetzen, und auch vom 22. Februar ab wegen eines starken Katarrhs zwei Wochen dem Unterricht fern bleiben. In beiden Pällen übernahmen Mitglieder des Lehrerkollegiums die Vertretung. Vom 7. Februar ab musste Fräulein Kirschbaum wegen eines Unfalls ihren Unterricht für mehrere Wochen aussetzen; auch in diesem Falle traten Mitglieder des Lchrerkollegiums für sie ein, doch musste der Stenographicunterricht(Stolze-Schrey) auf je eine Stunde be- schränkt, und als dann abermals Herr Hesse erkrankte, ganz ausgesetzt oder wenigstens auf private Beschäftigung der Schülerinnen beschränkt werden. Vom 3. Mär⸗z bis Schluss des Schuljahres erkrankte Fräulcin Koeper an Influenza; ihre Vertretung übernahm Herr Herrmann.

Beurlaubt waren Herr Wöhrmann vom 12. Mai bis zu den Sommerferien zu einer Studienreise nach England; vom 21. September bis 20. Oktober Oberlehrer Dr. Ritter zu einer Studienreise nach Italien. Vom 10. bis 21. September unternahm der Direktor im Auftrage des Schulvorstandes eine Informationsreise, um eine Reihe von Nädchenhandelsschulen zu besichtigen.

Am 1. Abril verlässt die Anstalt Herr Schwärzel, der seit 1. 4. 1907 an ihr taätig war, um die Leitung der Kaufmännischen Schule in Annaberg i. Sachsen zu übernehmen.

Grössere Störungen im Unterricht wurden auch durch den Um- und Er- weiterungsbau der Handelslehranstalt(Näheres über diesen siehe in der einleitenden Ibhandlung), der wider Lerwarten das ganze Schuljahr in Anspruch nahm, hervorgerufen. Zeitweise war der Schulhof so durch Baugerüste und Baumaterialien verstellt, dass er in den Pausen immer nur von einzelnen Klassen besucht werden konnte und die Aufsicht schr erschwert wurde. An den beiden ersten Tagen nach den Sommerferien musste wegen der Umbauarbeiten der Unterricht ausfallen. Mehrere Klassen der Handelsrealschule mussten wiederholt verlegt werden; zeitweilig mussten der Buchhaltungssaal sowie die Räume für Physik und Chemie als Klassenräume mit benutzt werden; auch das führte zu mancherlei Unzuträglichkeiten. Um so mehr darf die Schule sich von Ostern ab der erweiterten Räume erfreuen.

Während die Schüler der höheren Klassen schon seit dem vorigen Schuljahre innerhalb ihrer Klassen mehr zur Selbstverwaltung herangezogen wurden, ist mit