40
Da an den UÜbungen im Diarium, die vom Lehrer nicht be- sonders durchgesehen werden, die grofze Zahl der stehenbleibenden Fehler gerügt wird, so ist hierbei eine um so größere Umsicht des Lehrers in der Stunde erforderlich. Zunächst dürfen alle solche UÜbungen nur einen geringen Umfang haben, wozu schon die Rück- sicht auf andere Fächer nötigt, in denen ebenfalls schriftliche Auf- gaben gestellt werden; dann aber müssen diese Aufgaben sorg- fältig in der Klasse durchgenommen werden.
Um das Verfahren, das ich hierbei einschlage, zu schildern, muß ich auch auf die unteren Klassen eingehen, in denen die Ge- fahr des Übersehens von Fehlern ja noch größer ist. Zunächst hat jeder Schüler sein eigenes Heft durchzusehen, nicht, wie es wohl auch noch gelegentlich geschieht, das eines anderen Schülers, in dem er vieles von ihm richtig Geschriebene falsch findet und so zur Einprägung unrichtiger Schriftbilder verleitet wird.
Damit der Lehrer nun in der Klasse frei umhergehen, einen Einblick in die verschiedenen Hefte thun und hierbei entsprechend eingreifen kann, erfolgt das Vorlesen der schriftlichen Übung nach einer bestimmten Reihenfolge, so daß er nicht jedesmal den Namen des Schülers aufzurufen braucht. Stellen wir als Übung das Selbst- bilden von Fragen nach den Subjekten von 5 aufeinanderfolgenden Sätzen, verbunden mit dem Unterstreichen der Prädikate, so hat der Schüler die erste Frage vorzulesen, die im Chore wiederholt wird. Nachdem etwaige Fehler im allgemeinen unter Mitwirkung der Schüler verbessert worden sind, wird jedes Einzelwort des Satzes vorgelesen und langsam buchstabiert. Nach jedem Wort findet eine kleine Pause statt, damit die Schüler Zeit finden, die etwaigen Fehler zu verbessern. Ohne weitere Aufforderung geht alsdann der nächste Schüler zum folgenden Worte über.
Um bei dieser von Anfang an feststehenden Reihenfolge des Vorlesens und Buchstabierens, die eben dem Lehrer die Ubersicht über die ganze Klasse ermöglichen soll, der leicht vorkommenden Unaufmerksamkeit entgegenzutreten, erweist es sich als vorteilhaft, von Zeit zu Zeit mitten im Wort einen anderen Schüler aufzu- rufen, der das Buchstabieren des Wortes zu beendigen hat, worauf in der ursprünglich festgesetzten Reihenfolge fortgefahren wird. Dasselbe geschieht in gleicher Weise, wenn im Chore buchstabiert wird. Die Schüler werden angehalten, mit der Feder jeden ein- zelnen Buchstaben zu bezeichnen und somit dem Buchstabieren genau zu folgen. Nach Beendigung jedes Satzes werden die unter-


