Wir wollen nicht unterlassen, mit dankbarer Pietät des am 28. Mai 1885 dahier verstorbenen Rentners Herrn W. Stamm zu gedenken. Er hat abgesehen von wertvollen Beiträgen, die er unsern Sammlungen bei Lebzeiten zuwandte, auch in seinem Testamente unserer Schule gedacht und ihr als „W. Stammsche Stiftung“ ein Kapital von 1000 Mark mit der Bestimmung vermacht, dass die jähr- lichen Zinsen dieses Kapitals„für Zwecke des Unterrichts in der Chemie, Botanik und Mineralogie abwechselnd, jedes Jahr für einen dieser Unterrichtszweige und in der angegebenen Reihenfolge ver- wendet werden sollen.“ Das Vermächtnis erhielt durch Allerhöchste Entschliessung vom 9. Juni 1885 die Landesherrliche Bestätigung.
Unsere Arbeit ist beendet. Wir haben den Hauptzügen nach die Entwickelung einer Schule geschildert, die, von bescheidenen Anfängen ausgehend und lange mit der Ungunst der Zeiten käm- pfend, sich durch die Bemühungen aller unserer Amtsvorgänger sowie durch das Entgegenkommen der Stadt Alzey und der Grossh. Staatsregierung allmählich zu ihrer heutigen Stellung herausgear- beitet hat. Ein solcher Rückblick, so äusserten wir uns beim Jubiläumsaktus am 12. März dieses Jahres, hat einen doppelten Wert. Er erhöht die Freude an dem, was da ist, weil man sieht, dass es das Ergebnis jahrzehntelanger Mühen und Sorgen ist; er macht aber auch bescheiden in den Wün- schen, weil man die Schwierigkeiten kennen gelernt hat, mit denen das Vorhandene zu ringen hatte.
Möge sich die Schule auch in den kommenden Zeiten des besten Gedeihens erfreuen!
Alzey, im Dezember 1891.
Dr. Karl Germann.


