18
3. Uberſicht über den behandelten Lehrſtoff
Dem Unterrichte lagen die amtlichen Lehrpläne für die Gymnaſien(Darmſtadt, Buchhandlung des Großherzogl. Staatsverlags 1895) zu Grunde. Wir beſchränken uns auf die Angabe des Leſeſtoffes und der Themata der deutſchen Auffätze.
. Deutſch.
a) Leſeſtoff.
la Schiller, Wallenſtein, Macbeth, Gedankenlyrik; Gang der Handlung und Charaktere der lugenddramen nach Schülerreferaten. Goethe, Egmont; lphigenie; Gedankenlyrik. Privatlektüre: Shakespeare, Macbeth; Goethe, Dichtung und Wahrheit; Werther. In fakultativen Stunden: Hartmann von Aue, Armer Heinrich; Gerhard Hauptmann, Arm. Heinrich.
Ib klopſtocks Oden und Meſſias(Auswahl);— Leſfings«Minna von Barnhelm»,«Emilia Galottiv;«Laokoons und«Hamburgiſche Dramaturgien»(Auswahl).
Ila libelungenlied und Walther von der Vogelweide in der Urſprache, beide in Auswahl. Schiller: Die Jungfrau von Orleans. Goethe: Hermann und Dorothea.
lib Herder: der Cid.— Schiller: Lied von der Glocke, Balladen in Auswahl, Wilhelm Tell.— Uhland: Ludwig der Bayer.— Dadelſen: Deutſches Leſebuch V. Teil, Leſeſtücke in Auswahl.
b) Auffätze.
la 1. a) Die Stufenfolge der Soldatencharaktere im«Lagers»; b) Wallenſteins Perſfénlichkeit und Stellung im Munde ſeiner Soldaten. 2. Wallenſteins Vertrauen auf ſein Heer nach unſern Erfahrungen aus dem Lager» und den Piccolominiv beurteilt. 3. a) Inwiefern zeigen die von der kaiſerlichen Partei bei ihrem Vorgehen gegen Wallenſtein gewählten Mittel, daß dies«kein Kampf der Kraſt iſt mit der Kraſt ꝰ b) Wie haben wir nach den bisherigen Unternehmungen und Xuſßterungen Wallenſteins zu denken über ſeine Verſicherung: Beim großen Gott des Himmels, es war nicht mein Ernſt, beſchloſſene Sache war es nie‧ 4. Die Charaktertypen aus Horaz Sat. I. v. 1— 22 als Erklärung zu den Verſen Schillers:«Bruder, den lieben Gott da droben, es können ihn alle zugleich nicht loben.“ 5. Schillers Anderungen an Shakespeares Macbeth und ihre Gründe. 6. a) Egmont und Oranien als Charaktergegenſätze; b) Welche Charaktereigenſchaſten Egmonts machen Oraniens Be- denken und Vorſchläge zunichte? 7. Verdient Egmont ſein Schicklal? S. Inwiefern entſpricht lphigenie in Welen und Wirken dem ldeale edler Menſchlichkeit, das Goethe im Gedichte Das Göttliche» aufſtellt?
Ib 1. Inhalt und Gliederung von Klopſtocks Ode Der Zürcher Seev. 2. Die Vorfabel von Leſſings Minna von Barnhelm». 3. Welche Bedeutung hat die Einführung Riccauts in Leſſings«Minna von Barnhelm für die innere Handlung der Dichtung? 4. Das Urteil Goethes über die Laokoongruppe. 5. Die Darſtellung des Häßlichen in der Poeſie und bildenden Kunſt. 6. Charakteriſtik des Prinzen in Leſſings«Emilia Galottiv. 7. UÜber den Vortrag moraliſcher Sentenzen. 8. Das Kleinſte kann wichtig werden, ſowohl auf dem Gebiete des Guten als auf dem des Böſen.
Illa 1. Womit macht uns der Prolog in Schillers«lungfrau von Orleans» bekannt? 2. Die Verföhnung Burgunds mit Karl. 3. Wie fühnt Iohanna ihre Schuld? 4. Warum unterlag Hannibal den Römern? 5. Eine Jagd im Mittelalter(nach Aventiure XVI des libelungenliedes). 6. Warum ziehen die Menſchen in die Ferne? 7. Die Stammgäſte im Gaſthof«zum goldenen Léöwen». 8. Zur Wahl: a) Wie reiſt Hermann in Goethes«Hermann und Dorothea» zu einem klardenkenden, ſtarken Manne von wahrhaft deutſcher Geſinnung? b)«Wer feſt: auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt ſich», nachgewieſen an Hermann in Goethes«Hermann und Dorotheav».
llb 1. Früh übt ſich, wer ein Meiſter werden will. 2. Die Verbindung der Lebenden der Oberwelt mit den Ab- geſchiedenen der Unterwelt.(hlach Schillers«Klage der Ceres.). 3. Der Glockenguß.(ach Schillers«Lied von der Glockev.) 4. Mann und Weib.(Hlach Schillers«Lied von der Glocke».) 5. Die Bürger in Uhlands Drama«Ludwig der Bayer». 6. Die Treue in Uhlands Drama«Ludwig der Bayer». 7. Rettung Baumgartens durch Tell.(Beurteilung der Tat.) 8. Unterredung Gertruds mit Stauffacher und Bedeutung dieſer Unterredung für die Befreiung der Schweiz. 9. Tells Begegnungen mit Geßler.


