Aufsatz 
Der Neubau des Gymnasiums zu Offenbach a.M. Vom Großhezogl. Bauinspektor Reuling
Entstehung
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einer harmoniſchen Raumwirkung teilweiſe eingebaut worden. Die Wände haben eine 1,86 bezw. 2,40 hohe Wandleiſtenteilung aus amerikaniſchem Kiefernholz mit dazwiſchen- liegender Stoffbeſpannung erhalten. Die freiſtehenden Möbel ſind in beiden Räumen aus vorgenanntem Kiefernholz mit teilweiſer Buchenholzumrahmung hergeſtellt und mit ihrem Beiz-Anſtrich auf die Farbengebung der übrigen Einrichtungsgegenſtände abgeſtimmt. Ak beſonderen Schmuck hat das Konferenzzimmer ein Olbild Sr. Kgl. Hoheit des Groß- herzogs erhalten, welches von dem früheren Mitglied der Künſtlerkolonie in Darmnſtadt, Maler Fritz Hegenbart hergeſtellt worden iſt.- Der Phyſikſaal mit aufſteigendem Podium für 45 Sitze iſtmit einer Verdunklungsvorrichtung, ſowie mit einerumfangreichen elektriſchen und ſonſtigen lnſtallation für Experimentierzwecke ausgeſtattet worden. Auf eine mõglichſt harmoniſche Wirkung der Tafelwand mit ihren verſchiedenartigen Erfordernilſſen, wie Schalttafel, Abdampfſchrank, Waſſerausguſ, Luftpumpe und drgl. wurde durch Ausführung einer zulammenfaſſenden einheitlichen Holzumrahmung Bedacht genommen.-Die Turn- halle, welche auch als Aula und Feſtſaal dient, iſt aus Erſparnisrückſichten in das Gebäude bei einer Größe von 10,70 21,70 m eingebaut. Es wurde bei Anordnung der feſten Geräte beſonderer Wert darauf gelegt, daßt der freie Einblick in die Halle mõöglichſt wenig beeinträchtigt und eine harmoniſche Geſamtwirkung bei aller Zweckmäſiigkeit erzielt wurde. Die Wände haben eine 1,75 m hohe Paneelbekleidung und die Fenſterflächen eine Kunſtverglaſung aus mehrfarbigem Kathedralglas nach einfacher Zeichnung erhalten. Sämtliche Geräte laſſen ſich leicht entfernen, ſo daſt der freie Raum der Halle bei Feſtlich- keiten vollſtändig ausgenutzt werden kann.

Die hinter der Turnhalle gelegenen, vom Flur des Gebãudes direkt zugänglichen Schüler- aborte haben Waſſerſpülung erhalten, deren beide Spülreſervoire durch einen elektriſchen Uhrenkontakt auf beliebige Zeiten für die Entleerung eingeſtellt werden können.

Die Konſtruktion des Gebäudes iſt durchaus maſſiv. Die Decken ſind in ihren grõßten Teilen aus Eiſenbeton-, in ihren kleineren aus gewöhnlicher Betonkonſtruktion zwiſchen ſtarken hohen Eiſenträgern hergeſtellt. Die Fuſbõden ſind in den Rãumen des Erdgeſcholſes mit Eichenriemen in Asphalt, in der Turnhalle mit pitch-pine-Riemen, in den Gängen mit Steinzeugfließen und Linoleumbahnen, im übrigen vollständig mit Linoleum auf ſchall- dãmpfender Eſtrichunterlage belegt.

Das Gebãäude belitzt eine Niederdruckdampfheizung mit den Heizkõrpern in denßenſter- niſchen, elektriſche Beleuchtung und Gasleitung für Heiz- und Experimentierzwecke.

Für die Mebenanlagen iſt die Ausführung einer beſonderen Kläranlage zur Abführung der Fäkalien in die Straßenkanäle bemerkenswert. Sie beruht auf demn ſog. biologiſchen Verfahren unter Anwendung eines Patentes des Tiefbauinſpektors Schumann in Worms.

Der Schulhof hat eine Gröſte von rund 2500 qm. Derſelbe iſt längs der Parkſtraſte und eines Teils der Lützowſtraßte im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung zunächſt nur mit einer proviſoriſchen, weiß geſtrichenen Holzeinfriedigung verſehen, da die endgültige Straßengeſtaltung an dieſen Stellen mit Rückſicht auf eine etwaige Bahnverlegung oder aber Straßenunterführung noch nicht feſtliegt.

Nach den öſtlichen Nachbargrenzen hin wurde eine malſive Bruchſteinmauer mit Ab- deckplatten hergeſtellt, während nach der Lützowſtraßte zu auf die Breite des Neubaues