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ſich auch, bei größerer Geſamtreife des Menſchen, der Stil von ſelbſt mehr aus. Vorerſt iſt nur auf Fehlerloſigkeit in der Sprache zu halten. Aber auch dies iſt nicht Sorge der Eltern, ſondern der Schule. Durch das verlangte Prüfen der Arbeiten von Seiten der Eltern ſoll der Schule durch⸗ aus nicht, wie jener Vater zu glauben ſchien, irgend eine ihr mit Recht zukommende Laſt und Sorge abgenommen werden. Es ſoll nur geſchehen, damit die Schule nicht durch äußere Unordnung ge⸗ hindert werde, ihrer Pflicht gemäß alle ihre Kraft auf den Unterricht zu verwenden. Wir wollen annehmen, in einer Klaſſe ſeien fünfzig Schüler. Es iſt eine Arbeit aufgegeben worden; ſie ſoll heute durchgenommen werden. Wie nun, wenn es gleich zu Anfang heißen muß, daß ſo und ſo viele Schüler die Arbeit nicht geliefert, daß andere ihre Hefte wenigſtens nicht in Ordnung haben? Dann ſind ſchon einige Minuten(die Minuten ſind uns koſtbar!) genommen; und mehr noch: es iſt ſchwer die rechte Stimmung zu finden. Der Lehrer muß anfangen mit Tadel oder Strafe, ſtatt daß er anfangen— und fortfahren— ſollte mit Belehrung, Durcharbeitung, Einübung.— Gegen ſolche Hemmungen kämpft die Schule mit den ihr zu Gebote ſtehenden Mitteln. Aber alle unſere Mittel erweiſen ſich bei manchen(wenn auch nur wenigen) Schülern als unzureichend; wir haben Knaben, die trotz Mahnung, Warnung, Tadel, Strafe faſt beharrlich ihre Arbeiten nicht zu rechter Zeit ab⸗ liefern. Das iſt für ſie ſelbſt eine ſchlimme Gewöhnung, die ihnen im ſpäteren Leben nachtheilig ſein wird; aber auch für die ganze Klaſſe iſt es, wie oben gezeigt worden, ſchädlich. Hier nun könnten die Eltern helfen; und dies iſt es, was wir von ihnen verlangen. Die Eltern derjenigen Kinder, bei welchen es nöthig iſt(gar manche unſerer Schüler bedürfen dieſer Hülfe nicht), mögen darauf halten, daß die Arbeiten zu rechter Zeit gemacht, daß ſie ordentlich und reinlich gefertigt, daß ſie rechtzeitig abgeliefert werden. Ob ſie dem Sinne der Aufgabe gemäß ausgefallen ſeien, dafür haben, wie geſagt, nicht die Eltern zu ſorgen, das hat die Schule zu prüfen.
Wenn ſich Eltern regelmäßig, etwa wöchentlich einmal, ſämtliche Schulhefte ihrer Kinder zeigen laſſen, ſo werden ſie an den meiſt von der Hand des Lehrers geſchriebenen Bemerkungen zu den Arbeiten leicht erſehen, ob eine Hülfe von ihrer Seite in der angegebenen Weiſe nöothig iſt. Nament⸗ lich ſei ſolchen Eltern, deren Söhne öfters wegen Mangels an Fleiß die Strafſtunde beſuchen müſſen, dringend ans Herz gelegt, um ihrer Kinder willen dieſes regelmäßige Nachſehen nicht zu ver⸗ ſäumen und es ſo lange fortzuſetzen, bis ſie gewiß zu ſein glauben, daß die Kinder nun ohne Auf⸗ forderung freiwillig ihre Pflicht erfüllen.
Wenn dieſem Rathe allſeitig gefolgt wird, dann fallen viele Hemmungen des Unterrichts und viele Strafen weg, mit ganz andrer Freudigkeit kann der Lehrer unterrichten, mit ganz neuer Luſt werden die Schüler lernen, weit beſſer, als es jetzt, bei der Gleichgültigkeit ſo mancher Schüler und Eltern der Fall iſt, könnte der Zweck der Schule erfüllt werden.—
Einmal wurde die Schuld an einem ungünſtigen Zeugniſſe uns, den Lehrern, zugeſchrieben. Zu Ende des vorigen Sommerhalbjahrs bemerkte auf das Zeugniß eines Schülers der Klaſſenlehrer: „Kann ohne regen Fleiß nächſtes Frühjahr nicht verſetzt werden.“ Der Knabe war ſchlaff; er ſollte durch dieſe Bemerkung ermuntert werden, ſich alle Mühe zu geben, um das Klaſſenziel zu erreichen. Der Vater faßte dies als Tadel auf und ſchrieb, der Tadel treffe nicht den Knaben, ſondern lediglich und bloß allein die Lehrer, da den Schülern nicht die gehörige Aufmerkſamkeit zugewendet werde. Letzteres ſuchte er dadurch zu begründen, daß er anführte, die Schüler müßten ſich öfters in der Schule ihre Arbeiten gegenſeitig prüfen. Es iſt ihm erwidert worden, daß dieſes gegenſeitige Prüfen


