Vorwort.
Das Bestreben, auf die empirischen Gesetze der Elek- tricitätslehre den Prüfstein mathematischer Deduction anzu- wenden, rief bereits vor mehr denn hundert Jahren ein von Aepinus) geschriebenes Werk in's Dasein, von wel- chem Biot*) sagte, es zeige nur qualitativ, aber nicht quantitativ die Uebereinstimmung der Theorie mit der Erfahrung. Aepinus hatte nämlich noch nicht den Muth, das Newton'sche Gesetz der Fernwirkung der Materie auch auf das elektrische Fluidum auszudehnen*r*). Einen Zusammenhang zwischen dem Anzichungsgesetze und der elektrischen Dichte fand zuerst Laplace unter Zugrunde- legung der Newton'schen Annahme, und mit rüstigen Schritten haben Poisson, Green, Gauss, Dirichlet,
*) Tentamen theoriae electricitatis et magnetismi, Petropoli 1759. Durch Sitzungsbeschluss verehrte mir die Kaiserliche Aka- demie der Wissenschaften zu St. Petersburg ein Exemplar dieses in ihrem Verlage erschienenen, jetzt ziemlich seltenen Werkes. Ich ergreife diese Gelegenheit, der genannten Akademie öffentlich meinen Dank auszudrücken. *) Traité de physique.
***) So sagt er z. B. pag. 33:„Calculum pro ejusmodi casibus inire possibile non est. Infinitis enim modis immutari potest haec variationis densitatis fluidi in variis locis, lex, atque antequam detecta est functio, secundum quam fiunt repulsiones et attractiones fluidi electrici aut mag- netici, etiamsi daretur densitatum lex, nihil tamen inde concludere liceret.


