Aufsatz 
Ein Jahrhundert aus der Geschichte der höheren gelehrten Schulen Fuldas : 1734-1835 : Festschrift zur Feier des 50. Stiftungsfestes des jetzigen Königlichen Gymnasiums zu Fulda am 25. Mai 1885 / von Prof. Jakob Gegenbaur
Entstehung
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und zum geistlichen Rate; 1804 zum geistlichen Fiskal und zum Professor des Kirchenrechts und der Exegese an der theologischen Fakultät. Als der Fürstprimas die Herrschaft antrat, wurde Pfaff am 19. Febr. 1812 zum Oberschul- und Studienrate für das Departement Fulda ernannt.

In dieser bewegten Zeit, wo durch Fulda die Pendel der Weltgeschichte unruhig hin und her schwangen, kam Pfaff durch seine Stellung am fürstlichen Hofe mit den hervorragendsten Persön- lichkeiten in fortwährende Berührung. Hier lernte er unter anderen die Generale und Marschälle Frankreichs und nach der Schlacht bei Leipzig den Kaiser Franz I. von Osterreich und den Fürsten Blücher von Wahlstatt kennen. Dieser Umgang mit historisch hervorragenden Persönlichkeiten der höchsten Stände blieb nicht ohne Folgen für Pfaff, indem er dadurch eine feine weltmännische und allseitige Bildung sich aneignete, welche ihre Rückwirkung nicht blosz auf die Erziehung der Jugend, sondern auch später noch vielfach in günstigster Weise äuszerte. Nach dem im Oktober 1814 erfolgten Tode des Fürstbischofs Adalbert lebte Pfaff in stiller Zurückgezogenheit und wurde, nachdem Fulda an Kurhessen gefallen war, durch Dekret vom 29. Okt. 1816 Kom- missarius des Lyceums und Gy mnasiums und 1822 Referent in Schulsachen bei der Kurfürstlichen Regierung zu Fulda. Wenn man die Einkünfte seiner sämtlichen Amter und Stellen zusammen- rechnet, so betrugen dieselben nur 700 fl. Als Studien-Kommissar bezog er 200 fl. Bewunde- rungswürdig ist die grosze Thätigkeit, die er in seinem Amte entwickelte, und wie er als ein ge- wandter Schulmann zu beseitigen oder zu mildern suchte, was schädlich auf die Ausbildung der Jugend einwirken konnte. Es ist diese Seite seines Wirkens um so mehr hervorzuheben, als er nebenbei ja noch seine Hauptthätigkeit als geistlicher Rat entwickeln muszte, um die Verhältnisse eines aus den verschiedensten Bestandteilen neu zusammengesetzten Kirchensprengels zu ordnen und die Rechte der fuldaischen Kirche zu wahren. Eine wohlverdiente Anerkennung für ihn war es darum auch, als die Organisation des Bistums Fulda(16. Aug. 1821) bewerkstelligt wurde, dasz ihm in dem wiederhergestellten Domkapitel die Stelle eines zweiten Domkapitulars vom Kur- fürsten Wilhelm II.„als einer Uns wohlgefälligen Person“ übertragen wurde.

Nach dem Tode des Bischofs Jos. Ad. Rieger, 30. Juli 1831, wurde Pfaff einstimmig zum Bischof von Fulda gewählt, durch Papst Gregor XVI. bestätigt und im September 1832 geweiht. Der Kurprinz-Mitregent Friedrich Wilhelm II. verlieh ihm das Groszkreuz des kurhessischen Hausordens vom goldenen Löwen und damit das Prädikat„Excellenz“.

Die neugegründete Diözese Fulda war aus Bestandteilen von Kurmainz, Kurköln und dem Hochstift Fulda zusammengesetzt; es walteten da die verschiedensten Rechtsverhältnisse, und es erforderte die ganze Energie des neuen Bischofs, in jene vielfach verschlungenen Verhältnisse Ord- nung zu bringen. Es ist ihm in reichem Masze gelungen. Er starb am 3. Januar 1848.

Seit seinem Amtsantritte als Studienkommissar hatte er eine Reihe von Programmen ver- fasst, welche irgend eine interessante Abhandlung in deutscher oder lateinischer Sprache, darunter einige von ziemlicher Ausdehnung, oder irgend ein gröszeres Gedicht enthielten. Wir stellen hier

dieselben alle kurz zusammen, umsomehr da sie in den beiden gröszeren Biographieen, der einen in dem kathol. Hausfreund zu Regensburg, gar nicht oder(in der andern von einem Fuldaer 1848) nur teilweise angeführt sind, und da sie nicht blosz für den Geist, der an der Schule herrschte,