lI. Beschreibung des neuen Schulgebäudes.
Das für den Neubau zur Verfügung gestellte Grundstück liegt an der Hebelstraße. Es mißt 4816 qm und weist eine 66,95 m lange Straßenfront auf. Für die Anordnung der Baumassen auf dem Gelände(Abbildung 2, Lageplan) waren sowohl die baupolizeilichen Bestimmungen, welche an den Grundstücksgrenzen zum Teil einen Bauwich von 3 m Breite vorschreiben, als auch nachbarliche Rechte hinsichtlich der Höhen der Hofgebäude bestimmend. Hiernach ist an der Hebelstraße ein Vordergebäude mit unmittelbar anschließendem Wohnhaus für Direktor und Schuldiener— und senkrecht dazu ein Seitenflügel errichtet worden. Die bebaute Fläche beträgt 1547 qm.
Der Bau zeigt die Formen der deutschen Renaissance und im wesentlichen rauh behandelte Putzflächen. Nur für die Architekturgliederungen wurde Sandstein verwendet. Im gleichen Material ist straßenseitig das Erdgeschoß bis zum Gurt- gesims verblendet worden, während für den etwa 1,0 m hohen Sockel, der rings um das Gebäude läuft, derber, bayrischer Muschelkalkstein gewählt wurde.
Der architektonische Aufbau weist als Vermittlung zwischen dem hoch- anstrebenden Schulhause und dem bescheidenere Höhen aufweisenden Wohnhause einen etwa 40 m hohen Turm auf, dessen Plattform für astrophysikalische Lehr- zwecke bestimmt ist und welcher demgemäß einen ausreichend breiten Umgang behalten mußte. Ein laternenartiger Aufbau krönt den massiven Turmkörper.
Für die Fronten ist eine ruhige und monumentale Flächenwirkung angestrebt worden. Der von dem Bildhauer Julius Obst, einem früheren Schüler der Anstalt, gefertigte künstlerische Schmuck beschränkt sich auf wenige Stellen und soll an diesen gleichsam wie ein Zierrat die Flächen beleben.(Abbildung 1).
Das Philanthropin umfaßt eine Realschule und eine höhere Mädchen- schule. Die allgemeine Grundrißanordnung ist aus der Abbildung No. 3(Grundriß des ersten Stockwerks) ersichtlich. Im Baukörper an der Straße befindet sich die höhere Mädchenschule mit 10 Klassen und einer Kombinationsklasse, im Seiten- gebäude die Realschule mit 9 Klassen, einem Gesangsaal, der gleichzeitig als Kombinationsklasse dient, und einer Handfertigkeitsklasse. Die für beide Schulen semeinsamen Unterrichtsräume für die naturwissenschaftlichen Fächer, die Zimmer für das Lehrpersonal, der Turnsaal und die Aula liegen gleichfalls im Vordergebäude. Zwei Portale vermitteln den Zugang zu diesem von der Straße. Das westlich gelegene ist zum Eingang für die Mädchen, das zentral gelegene Hauptportal als Eingang für die Knaben bestimmt. Die figürliche Ausschmückung der Portale mit Knaben- und Mädchenköpfen kennzeichnet ihre Bedeutung. Sie führen über die mit plastischem
Lage.
Architektur.
Grundriss.


