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Grossh. Realschule und des Progymnasiums zu Friedberg zu übernchmen. Unsere Schule ver- liert in ihm einen Lehrer von hervorragender Pflichttreue und Tüchtigkeit, das Kollegium ein liebes und hochgeachtetes Mitglied. Der Dank unserer Anstalt und unsere besten Wünsche begleiten ihn in seine neue Stellung.
Zu seinem Nachfolger ist der Grossh. Gymnasiallehrer Dr. Eladrd Anthes, seither am Ludwig-Georgs-Gymnasium dahier, ernannt worden.
5. Am 21. und 12. Februar d. J. hielt Herr Geh. Oberschulrat Soldan die Reifeprüfung ab. Sämtliche Oberprimaner(s. o.) wurden für bestanden erklärt.
6. Im Spätherbst v. J. erkrankte eine Anzahl von Lehrern und Schülern an Influenza, im übrigen war der Gesundheitszustand befriedigend.
Am 2. November starb der Quintaner Luchoig Breitwieser, ein stiller, braver Knabe, an Hirnhautentzündung. Am 1. November geleiteten wir ihn zu Grabe. Kollege Twrümpert hielt die Grabrede und der Sängerchor sang dem früh verblichenen lieben Kameraden ein Grablied.
7. Das Sedanfest, den Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs und denjenigen Sr. Majestät des Kaisers begingen wir unter überaus zahlreicher Beteiligung von Freunden der Anstalt durch musikalisch-deklamatorische Schulakte an den Vorabenden. Am 1. September trugen die Primaner Richard Gaul, Hermann Neuroth, Luduvwig Stühlinger, Eugen Schneider. Erust von Strzemiecen; und Lrwin Würth in eignen Ausarbeitungen die Geschichte des Krieges von 1870 71 vor. Für den 24. November hatten die Primaner Adolf Trümpert. Kurl Kuhn. Berthold Maurer, Georg von Riedesel und Eimd Buchs Vorträge über„Darmstädter Erinnerungen aüs der Landgrafenzeit“ übernommen. Am 26. Januar wurden zur Erinnerung an den Ge- burtstag Mozarts nur Chöre dieses Meisters gesungen. Der Primaner Rudolf Trapp und die Sekundaner Reinholt Oppel. Theodor Wagner und Richuard HWulckow spielten eines seiner Streich- quartette. Die Festreden hielten am 1. September Professor Münch, am 24. November Dr. Buur und am 26. Januar Dr. Lenz.
8. Am 8. 9. und 10. August v. J. hatten wir den Besuch des Prof. Reif aus Budapest, der im Auftrage des Ungarischen Kultusministers eine pädagogische Studienreise durch Deutsch- land machte. Er besichtigte ausschliesslich die Einrichtungen unseres pädagogischen Seminars. Am 4. September beehrte die Reichsschulkommission, bestehend aus den Herren Präsident Weimann und Geh. Rat Dr. Staudter aus Berlin, Geh. Rat Prof. Dr. von Christ aus München, Geh. Rat Dr. Fogel aus Dresden, Ministerialrat Dr. von Dorn aus Stuttgart, Gymnasialdirektor Prof. Dr. Ritter aus Rudolstadt und Geh. Oberschulrat Soldan von hier, das Neue Gymnasium mit ihrem Besuch. Die Herren wohnten von 8 bis 10 Uhr dem Unterricht in einigen Ober- klassen, von 10 bis 10 ⁄½ Uhr und von 10 ½ bis 11 Uhr zwei seminaristischen Probelektionen und von 11— 12 Uhr einer Sitzung des pädagogischen Seminars bei.
9. Im Laufe des Schuljahres hat die Anstalt folgende Geschenke erhalten: von mehreren Verlagsbuchhandlungen Werke ihres Verlags; von Schülern und Freunden der Anstalt einige Naturalien; von Herrn Fabrikant Lutz eine Dynamomaschine; von den Abiturienten Schön- berger und Schneider einen natürlichen Magneten in Armierung und einen Elektromotor nach Gramme; von Herrn Lehramtsaccessisten H. Werner: Emil Mauerhof, zur Idee des Faust; Dr. Cron, 12 Schulreden; Dr. A. Becker, Geist, Ziele und Mittel der Gymnasialbildung; von Herrn Dr. Noack in Athen: seine Schrift„Die Geburt Christi in der bildenden Kunst“; von Herrn Breitwieser: eine namhafte Geldsumme zur Stiftung eines Andenkens an seinen verstorbenen Sohn Ludwig(nach Konferenzbeschluss zur Anschaffung von Abgüssen antiker Skulpturwerke bestimmt); von Herrn Prof. Dr. von Koch dahier: einen Originalabguss der Pallas von Velletri, zwei Reliefgruppen vom Parthenonfries, einen Giganten von dem Derga- menischen Altar, eine Gewandfigur(Ceres), einen Abguss der Medusa Rondanini, eine Roma- büste, eine Porträtbüste der Agrippinn, einen Bacchus und einen Zeuskopf.
Wir sagen allen gütigen Gebern auch an dieser Stelle verbindlichsten Dank. In ganz besonderem Masse aber fühlen wir uns dem Herrn Prof. Dr. von Koch verpflichtet, der uns nicht nur mit überaus wertvollem künstlerischem Anschauungsstoff, den man in mancher grossen Sammlung vergeblich sucht, freigebig verschen, sondern auch bei Aufstellung der Ab- güsse mit seinem sachverständigen Rat aufs freundlichste unterstützt hat.


