— 14—
Gott ist gütig d. h. er fördert die Wohlfahrt des ganzen Volkes und der Frommen
insbesondere. Hos. 10, 12:„Wohlthaten lasst eure Aussaat sein, dann wird(Gottes) Güte euch ernten lassen!...“ Nah. 1, 7:„Gütig ist der Herr, ein Schutz in Drangsalszeit; er kennt(wohl), die bei ihm Zuflucht suchen.“ Jer. 2, 2:„.. do spricht der Herr: Ich gedenke der Güte(gegen dich in) deiner Jugend..“— 3, 12.— Klagel. 3, 22:„Die Güte des Herrn ist's, dass es nicht ganz mit uns aus ist...“ Jes. 63, 7:„Ich will preisen .. die vielfältige Güte(Gottes) gegen das Haus Israel...“ Joel 2. 13:„.. er ist.. reich an Güte...— Deutlich trat Gottes Güte in der Geschichte des Volles eu Tage. Am. 3, 1 weist auf die Aus- führung des Volkes aus Egypten hin; ebenso Hes. 11, 1:„Als Israel jung war, gewann ich es lieb und rief seine Scharen aus Egypten.“— 13, 4. 5. Mich. 6, 2—5. Jer. 2, 1—3. Hes. 20, 1— 29. Jes. 63, 11. 14.— Auf die heilsame Wirksamkeit der Propheten als der Diener Gottes weisen hin Am. 2, 11:„Von euren Söhnen liess ich etliche als Propheten auftreten...“— Hos. 12, 11. 14.— Jer. 7, 25:„Wohl habe ich von dem Tage an, da eure Väter aus Egypten wegzogen, bis auf den heutigen Tag alle meine Knechte, die Propheten, Tag für Tag unermüdlich zu euch gesandt.“— Sach. 1, 4— 6.— Golt 184 barmheneig d. h. er nimmt sich des Volkes und des Einzelnen in seiner Not an. Hos. 14, 4. 5:„.. Bei dir finden die Verwaisten Erbarmen. Ich(Gott) will die Folgen ihres Abfalls wieder gut machen..“ Klagel. 3, 22:„.. sein Erbarmen hat kein Ende.“— 3, 31— 33.— Jes. 49, 13:„.. denn der Herr tröstet sein Volk und erbarmt sich seiner Elenden.“— 60, 10:„... denn in meinem Grimme schlug ich dich, aber in meiner Gnade erbarme ich
mich deiner. Joel. 2, 13:„.. er ist... barmherzig... und lässt sich Unheil gereuen.“— Gott ist lang- mütig d. h. er straft das Volk und den Einzelnen nicht sofort nach begangener Sünde, sondern
gewährt Zeit zur Besserung. Mich 2, 7:„.. ist der Herr etwa jähzornig?...“ Jes. 48, 9:„Um meines Namens willen halte ich meinen Zorn hin und meines Ruhmes halber bändige ich(ihn) dir zu lieb, dass ich dich nicht ausrotte.“ Joel 2, 13:„.. er ist.. langsam zum Zorn...“— Golt ist gnädig d. h. er vergibt dem Volk und dem Einzelnen seine Ubertretungen. Hos. 11, S. 9:„.. Mein Sinn in mir verwandelt sich, all mein Mitleid ist entbrannt. Mein heisser Zorn soll nicht zur That werden; ich will den Schritt nicht thun, Ephraim zu verderben. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, als heiliger(Gott) wohne ich unter euch und komme nicht(zu euch) in Wut.“ Jes. 1, 18:„Kommet doch, dass wir miteinander rechten! spricht der Herr. Wenn eure Sünden scharlachrot sind, sollen sie doch schneeweiss werden; wenn sie rot wie Purpur sind, sollen sie doch wie Wolle werden.“ Mich. 7, 18:„Wer ist ein Gott wie du, der dem Überrest seines Erbteils (Leine) Sünde vergibt und(seinen) Abfall übersieht, der nicht für immer im Zorn verharrt, sondern sich freut, Gnade zu üben?“ Jer. 3, 12.— 31, 34:„.. denn ich will ihnen ihre Verschuldung vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken.“— 33, 8. 50, 20.— Klagel. 3. 31:„Denn der Herr verstösst nicht für immer.“ IHes. 18, 23:„Habe ich etwa Wohlgefallen am Tode des Gottlosen, spricht der Herr, und nicht vielmehr daran, dass er sich von seinem bösen Wandel bekehrt und am Leben bleibt?“ Jes. 55, 7:„.. denn er wird reichlich ver- geben.“— Jon. 3, 10 vergibt Gott der sündigen Stadt Ninive*. Jo. 2, 13:„.. denn er ist gnädig...“ Fergebung seiner Sünden kaun das Voll von Gott nur erlaugeu, wenn alle seine sündigen Glieder Busse thun. Darum erschallt der ernste Bussruf der Propheten immer und immer wieder. Am. 5, 14. 15:„Fragt nach dem Guten und nicht nach dem Bösen, damit ihr lebet. Dann(erst) würde der Herr der Heerscharen mit euch sein, wie ihr gesagt habt. Hasset das Böse und liebt das Gute, erhaltet das Recht im Thor aufrecht; vielleicht wird sich(dann) der Herr der Heerscharen des Restes Joseph's(Israel's) erbarmen.“ Hos. 6, 1— 3:„Wohlan, lasst uns umkehren zu dem Herrn! Denn(nur) er wird uns, wenn er(uns) zerfleischt hat,(auch wieder) heilen, wenn er verwundet hat,(auch) verbinden. Er wird uns nach zwei Tagen(neu) be- leben, am dritten Tage uns(wieder) aufrichten, dass wir in seiner Hut neues Leben haben. Lasst uns(den Herrn) erkennen, lasst uns eifrig danach trachten, den Herrn zu erkennen, er wird so sicher kommen, wie die Morgen- röte(aufgeht)!— damit er über uns komme wie ein Regenguss, wie ein Spätregen, der das Land befruchtet.- — 14, 2—4:„Kehre um, o Israel, zu dem Herrn, deinem Gott! Denn durch deine Verschuldung kamst du zu Fall. Nehmt(reuige) Worte mit euch und kehrt damit um zu dem Herrn! Sprecht zu ihm: Verzeihe doch ganz und gar die Schuld und greife zur Güte....“ Jes. 1, 16— 20:„Waschet, reiniget euch! Schafft mir eure bösen Thaten aus den Augen! Hört auf, Böses zu thun! Lernet Gutes thun! Trachtet nach Recht! Bringt die Gewalt- thätigen zurecht. Verschafft den Waisen ihr Recht! Führt die Sache der Wittwen! Kommt doch, dass wir mitein- ander rechten! spricht der Herr. Wenn eure Sünden scharlachrot sind, sollen sie doch schneeweiss werden; wenn sie rot wie Purpur sind, sollen sie doch wie Wolle werden. Wenn ihr willig seid und gehorcht, sollt ihr die Güter des Landes verzehren. Aber wenn ihr euch weigert und widerspenstig seid, so sollt ihr vom Schwert verzehrt werden! Fürwahr, des Herrn Mund hat es geredet!“— 31, 6:„Kehret um zu dem, von dem man so tief ab- getallen ist, ihr Söhne Israel's.“ Mich. 3, 1:„Aber ich sprach: Höret doch, ihr Häupter Jakob's und ihr Gebieter des Hauses Israel! Ist's nicht an euch, das(heilige) Recht zu kennen?“ Jer. 3, 12. 13:„... Kehre wieder, du Abtrünnige, Israel, spricht der Herr, nicht werde ich(länger) auf euch zürnen, denn gnädig bin ich, spricht der Herr, ich grolle nicht ewig. Nur erkenne deine Verschuldung, dass du von dem Herrn, deinem Gott, ab- gefallen bist...— 3. 22— 25:„Kehret zurück, ihr abtrünnigen Söhne, ich will die Folgen eurer Abfallssünden
* Nachdem Jes. 56, 3— 8 von„Fremdlingen, die sich an Jahwe anschliessen“, geredet, also der Gedanke an die Möglichkeit der Gewinnung von Heiden für die Jahwereligion ausgesprochen worden ist, trage ich kein Bedenken, das Buch Jona in die Zeit der babylonischen Verbannung zu setzen, da es doch offenbar für die Uber- zeugung eintreten will, dass sich Gott den Heiden, die sich ihm in Busse zuwenden, gerade so gewiss gnädig
zeigen werde, als dem bussfertigen Israel(vgl. 3. 4. bes. 3, 10— 4, 2.). Dieser Gedanke wurde den Verbannten zur Erwägung besonders nahe gelegt.


