Aufsatz 
Die Grundzüge der religiösen und sittlichen Anschauung der alttestamentlichen Propheten, aus ihren Schriften durch zahlreiche, z.T. wörtlich angeführte Stellen nachgewiesen, nebst einer kurzen geschichtlichen und sachlichen Einleitung
Entstehung
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frommt. Und was fordert der Herr von dir ausser Rechtthun, Liebe zu üben und demütig zu wandeln vor deinem Gott? Zeph. 2, 3:Suchet den Herrn, all ihr Demütigen im Lande, die ihr seine Rechte haltet; befleissigt euch der Gerechtigkeit, befleissigt euch der Demut. Vielleicht werdet ihr am Tage des Zornes Gottes geborgen sein. Jer. 9, 23. 24:So spricht der Herr: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, noch rühme sich ein Reicher seines Reichtums, sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich erkenne, dass ich, der Herr, es sei, der Gnade, Recht und Gerechtigkeit übet auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der Herr. 7, 23:Gehorchet meinen Befehlen.., wandelt durchaus auf dem Wege, den ich euch verordnen werde... ftles. 18, 5 9:Und wenn einer fromm ist und Recht und Gerechtigkeit übt, nicht auf den Bergen(Opferfleisch) isst und seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel erhebt, das Weib seines Nächsten nicht schändet, niemand bedrückt und das Pfand für seine Schuld- forderung zurückgiebt, keine Erpressung verübt, sein Brot dem Hungrigen reicht und den Nackenden mit einem Gewande bedeckt, nicht auf Wucher ausleiht und keinen Zins nimmt, von Frevel seine Hand fernhält und(hei Händeln) zwischen den Leuten ehrlichen Rechtsspruch fällt, nach meinen Satzungen wandelt und meine Rechte beobachtet, indem er Redlichkeit übt, der ist fromm und soll leben, spricht der Herr. Jes. 48, 18. 51, 7 stehtdie ihr die Gerechtigkeit kennt, parallel mitdu Volk. in dessen Herz mein Gesetz ist. 56, 1.57, 2 istGerechte(V. 1) erklärt durchdie geradeaus ihres Weges gewandelt sind. 58,. 6 14:Das ist ein Fasten, das mir wohlgefällt: ungerechte Fesseln abnehmen, die Bande des Joches lösen, Zerschlagene frei aus- gehen lassen und jegliches Joch sprengen, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und umherirrende Elende ins Haus hineinführst, dass, wenn du einen Nackenden siehst, du ihn bekleidest und deinem Fleische dich nicht

entziehst... wenn du dem Hungrigen Brot reichst und den Gebeugten zufrieden stellst.... wenn du vom (Entheiligen des) Sabbats deinen Fuss fernhältst, dass du nicht deine Geschäfte an einem heiligen Tage ver- richtest.... 66, 2. Jer. 17, 19 27. Hes. 22, 8. 26. Jes. 56, 2. 58, 13 erscheint die Heiligung des Sabbats

und Jer. 34 die Beobachtung des Sabbatjahres als ein notwendiges Stück israelitischer Frömmigkeit. Doch vollzog sich erst nach der Zeit der Propheten die für das religiöse Leben so verhängnisvolle Uberschätzung des Ceremonienwesens. Im Gegenteil erklären viele prophetische Worte, dass Gott nur an dem Gottesdienst der frommen That und darum auch nur an solchen kultischen Verrichtungen Wohlgefallen hat, die der Ausdruck einer wirlkelich frommen Gesinnung sind. Am. 5, 21 24:Ich hasse und verachte eure Feste und mag nicht riechen eure Festversammlungen. Wenn ihr mir Brand- und Speiseopfer darbringt, so habe ich keinen Gefallen daran und sehe eure Dankopfer von euren Mastkälbern nicht an. Hinweg von mir mit dem Geplärr deiner Lieder! Dein Saitenspiel mag ich nicht hören. Wie Wasser soll das Recht sprudeln und die Gerechtigkeit wie ein unversiegbarer Bach. Hos. 8, 12. 13. Jes. 1, 10 15. 29, 13:Der Herr spricht: dieses Volk nahet sich mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir und inr Gottesdienst nur angelerntes Menschengebot. Mich. 6, 6 8. Jer. 6, 20:Was frage ich nach dem Weihrauch aus Arabien und nach dem köstlichen Zimmtrohr aus fernem Lande? Eure Brandopfer gereichen mir nicht zum Wohlgefallen, noch sind mir eure Schlachtopfer angenehm. 7, 22. 23:Denn ich habe euren Vätern, als ich sie aus Egypten führte, nichts gesagt, noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern, sondern dies gebot ich ihnen: Gehorchet meinen Befehlen, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein und wandelt durchaus auf dem Wege, den ich euch verordnen werde, auf dass es euch wohl gehe. 14, 12.

Als Richtschnur für das sittliche Verhalten des Follees erscheint an oielen Stellen Gottes Gesetz d. h. sein dem Volk bekannter Wille. Hos. 4, 6. Jes. 8, 20. Mich. 4. 2. Zeph. 3, 4. Jer. 6, 19. Hes. 22, 26. Jes. 42, 21. Hagg. 2, 12. Sach. 7, 12. Mal. 2, 6. 7 u. a. Daneben werden als gleich- bedeutend GottesRechte,Satzungen,Befehle,Gebote genannt. Auch das Wort der Propheten wies das Volk zu einem gottwohlgefälligen Wandel an, worüber bereits früher geredet worden ist. Dass ausserdem der Pyiesterstand die Aufgabe hatte, die Kenntnis des göttlichen Willens zu fördern, erhellt aus den Klagen über schlechte Priester Zeph. 3, 4. Jer. 8, 10 u. a. und aus der Zeichnung des Bildes eines rechten Priesters Mal. 2, 7:Denn des Priesters Lippen sollen sich an die rechte Lehre halten, und Unterweisung erwartet man aus seinem Munde, denn er ist ein Bote des Herrn der Heerscharen. 3

Alles nun, wwas das Volk oder der Einzelne im Gegensatz zu dem ihm belruannt gewordenen Willen Gottes sinnt, redet oder thut, ist Sünde. Ihr Begriff wird in mannigfachen Ausdrücken

bestimmt. Hos. 7, 13:Wehe ihnen, dass sie von mir weichen! Verheerung über sie, denn sie sind abtrünnig von mir geworden. 7, 14.8, 3:Israel verschmäht das Heil... 8, 14:Israel schlug sich seinen Schöpfer aus dem Sinn... Jes. 1, 4:O wehe dem sündigen Volk, der schuldbeladenen Nation, dem boshaften Ge- schlecht, den entarteten Kindern, die den Herrn verlassen, den Heiligen Israel's lästern, ihm den Rücken gewandt haben! 3, 8.17, 10. 24, 5:Das Land ist entweiht von seinen Einwohnern, denn sie haben die Gebote übertreten, das Gesetz überschritten und den ewigen Bund gebrochen. 31, 1. Zeph. 1, 6. Jer. 2, 19. 20: Deine Bosheit wird dir Züchtigung und dein schwerer Abfall Strafe bringen. Da sollst du dann inne werden und erfahren, wie unheilvoll und bitter es ist, dass du den Herrn, deinen Gott, verliessest und Furcht vor mir dich nicht anfocht, spricht der Herr der Heerscharen. Denn von alters her hast du dein Joch zerbrochen, deine Bande zerrissen und gesagt: Ich will nicht dienen!.... 2, 31 33. 5, 5. 7, 24. 9, 13. 14. 11, 3.13, 25: .. Darum, dass du mich vergessen hast und verlässt dich auf Lügen. 18, 14:Schwindet denn von dem Felsen der Schnee des Libanon oder versiegen je die quellenden, wallenden, rieselnden Wasser? Doch mein Volk hat mich vergessen... Hes. 2, 3. 5. 16, 59. 17, 19..

Besondere Formen der Sünde, die von den Propheten gerügt werden, sind: Göteendienst. Am. 3, 13. 14. Jer. 2, 10 13:.. geht hinüber nach den Küsten der Kittäer und überzeugt euch und sendet