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VI. Bekanntmachungen und Mitteilungen an die Eltern.
Der endgültigen Regelung der Ferien ist durch eine erneute Umfrage bei den Eltern im Monat Oktober näher getreten worden. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis: Von 2700 Abstimmenden in Mainz haben sich 1663 für Beibehaltung der sog. neuen Ferienordnung und 1037 für Wiedereinführung der früheren Einteilung erklärt. Die Mehrheit war demnach für getrennte Sommer- und Herbst- ferien. Auf Grund dieser Abstimmung hat Großherzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Schul- angelegenheiten die Entscheidung getroffen, daß es mit dieser Einteilung sein Bewenden haben soll. Die Ferien im kommenden Schuljahr verteilen sich mithin wie folgt: 31. Mai- 7. Juni. 16. Juli— 12. August, 1.— 14. Ok- tober. 24. Dezember— 6. Januar 1915, 28. März— 12. April 1915.
An dem von Untersecunda an wahlfreien Zeichenunterricht nehmen immer noch nicht genug Schüler teil. Wir möchten auch hier die verehrten Eltern dringend gebeten haben, bei Beratung ihrer Söhne der Wichtigkeit dieses Faches ihre Aufmerksamkeit nicht zu versagen.
Wie notwendig eine besondere GUeberwachung der Privatlektüre unserer Jugend ist, lehrt die tägliche Erfahrung. Dem Lesebedürfnis der Schüler kommt unsere Anstalt durch eine sorgfältig ausge- wählte Büchersammlung entgegen, die jedem guten Geschmack Rechnung trägt. Aber auch in dieser Beziehung kann der Schule allein nicht alles aufgebürdet werden. Es wäre am unrechten Ort gespart, wenn die Familie Ausgaben für gute Bücher scheuen wollte. Diese Ausgaben tragen reiche Zinsen.
Aus triftigen sozialpolitischen Gründen können Schüler., die in der nämlichen Klasse zum zweitenmal das Lehrziel nicht erreichen. durch Beschluß des Klassenlehrerrates von dem weiteren Besucheiner ie den Lehranstalt derselben Art ausgeschlossen werden.
Mit derselben Entschiedenheit müssen wir demUnwesen mancher Schüler steuern, das darin besteht, nach freiem Belieben aus Unlust oder Bequemlichkeit irgend ein Lehrfach, das ihnen nicht liegt, für die längste Zeit ihrer Gymnasiallaufbahn auszuschalten und zu meinen, daß sie ihr Ziel doch erreichen könnten. Diese Versuche werden bereits in den mittleren Klassen mit ausgerechneter Beharrlichkeit an- gestellt. Auch derienige Schüler kann deswegen in der Regel nicht in die höhere Klasse versetzt werden, der in zwei Klassen hintereinander am Ende des Schuljahres in dem nämlichen wissenschaftlichen Fach die Note„ungenügend“ aufweist. Wir ersuchen die verehrten Eltern, den diesbezüglichen rechtzeitigen Mit- teilungen der Schule, die ihnen in dem Zeugnisheft und auch sonst noch zugehen, volle und ernste Wür- digung zu schenken. Sie mögen es nicht versäumen, den Bemühungen der Schule, die Lücken im Wissen des Sohnes auszufüllen, die tatkräftige Hilfe des elterlichen Einflusses zur Seite treten zu lassen.
Auf die von der Schule rechtzeitig ausgehenden Anregungen muß also von den Eltern ebenso recht- zeitig eingegangen werden. Daß aber schriftliche Erkundigungen und Elternbesuche in der allerletzten Zeit vor der Versetzung aus naheliegenden Gründen erfolglos sind. sollte nicht ausser acht gelassen werden.
Das neue Schuljahr beginnt Montag, 20. April, vormittags 94 Uhr. Die Aufnalhmeprüfungen werden an diesem Tage vorgenommen. Die Schüler der untersten Vorschulklasse erwarten wir erst Diens- tag, 21. April, um 10 Uhr..
Der Unterricht beginnt in der Zeit von Ostern bis Pfingsten um 8 Uhr vormittags und dauert bis 1234 Uhr, nach Pfingsten umfaßt er die Zeit von 7 4 bis 12 Uhr..
Mainz. 4. April 1914. Grossherzogliche Direktion des Neuen Gymnasiums Dr. Helm.


