Aufsatz 
Die geschichtliche Entwicklung der französischen Sprache. Die germanischen Elemente des Altfranzösischen. (Fortsetz.) / vom ... Ludwig Ehlers
Entstehung
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Reallehrer Dr. Ulrici hat über seine bisherigen Lebensverhältnisse folgende Angaben gemacht:

Adolf Albert Ulrici, geb den 3. Mai 1848 zu Kirchsteitz bei Zeitz, evangel. Confession, erhielt seine wissen- schaftliche Vorbildung auf den Gymnasien zu Zeitz und Schleusingen. Letzteres verliess er mit dem Zeugniss der Reife und bezog die Universität Halle a. S., um Rechtswissenschaft zu studiren, widmete sich aber nach 3 Semestern dem Studium der Geschichte und Philologie Am 13. August 1875 ward er nach vorangegangenem mündlichen Examen von der philosophischen Facultät der Universität Halle zum Dr. phil. promorirt, meldete sich Ende des Jahres 1875 bei der Königlichen Wissenschaftlichen-Prüfungs-Commission oben genannter Universität zur Prüfung pro facultate docendi, die er im Januar 1877 bestand. Als Probecandidat war er seit Ostern 1876 an der höheren Bürgerschule zu Eilenburg beschäftigt, verwaltete dann 1877/78 das Ordinariat von Quinta und ward Ostern 1878 als ordentlicher Lehrer an die Realschule II. Ordnung zu IlIanau berufen.

Im Druck erschienen von ihm:

1. Die Völker am Ostscebecken bis zu Anfang des XII. Jahrhunderts.

2. Gothen, Oristen und Wenden, ein Beitrag zur Bestimmuns inrer Wohnsitze in den ältesten Zeiten..

3. Am 11. Mai fand vor versammelter Lehrerconferenz die Vereidigung des Lehrers Dr. Ulrici durch den unterzeichneten Berichterstatter statt.

4. Am 30. Juni verlor die Austalt einen braven Schüler, den Sextaner Jean Dietz, durch einen plötzlichen Tod.

5. Die Sommerferien erstreckten sich vom 6. bis zum 29. Juli.

6. Am 6 Auaust verlor die Anstalt einen zweiten guten Schüler, Jos. Friedrich Wilhelm Hebebrand aus Vorschulcl. 2b.

7. Am 30 August wurde der Unterricht ausgesetzt, um dadurch den Schülern der Classen I VI Gelegenheit zu geben, die militärischen Uebungen bei Issigheim mit anzusehen. Die Vorschulklassen machten einen Spaziergang.

8. Am 2. September wurde das Fest der Erinnerung an die ruhmreichen Kriegsereignisse des Jahres 1870 durch einen öffentlichen Schulactus, bei welchem der Reallehrer Israél die Festrede hielt, in der Aula unter zahlreicher Betheiligung der Angehörigen der Schüler und anderer Freunde der Anstalt gefeiert. Die Anstalt betheiligte sich nach dieser Schulfeierlichkeit an der von der Bürgerschaft zum Andenken an die auf dem Hanauer Friedhofe zur letzten Ruhe gebetteten Opfer des Krieges veranstalteten Todtenfeier. 3

9.['ie Herbstferien erstreckten sich vom 21. September bis 14. Oktober.

10. Mit Beginn des Wintersemesteis schied der seit Ostern 1875 an der Realschule als beauftragter Lehrer beschäftigt gewesene Cantidat R üchenhoff, um eine Lehrerstelle an der Handelsschule zu Nürnberg zu übernehmen.

11. Zur Wiederbesetzung der durch den Abgang des Hälfslehrers Küchenhoff erledigten Unterrichtsfächer wurde der Candidat der Theologie Friedrich Karl Ruhl aus Gelnhausen durch Verfügung Königl Provinzial-Schulcollegiums zu Cassel vom 17. October 1878 auftragsweise bestellt Derselbe hat über seine bisberigen Lebensverhältnisse folgende Anzaben gemacht:

Friedrich Karl Ruhl, geb am 20. Jan. 1855 besuchte das Progymnasiim zu Schlüchtern vom Herbste 1867 bis Ostern 1870 und von da bis Ostern 1875 das Gymnasium zu Hanau. Jer widmete sich auf der Universität zu Marburg dem Studinm der Theologie und Philologie. Im Juli 1878 legte er das Fakultätsexamen vor der theologischen Fakultät zu Marburg an; sodann absolvirte er im August und September an dem cvangelischen Lehrerseminare zu Homberg den vorgeschriebenen sechswöchentlichen Kursus. Ende Oktober 1873 wurde ec mit der Versehung einer Lenrerstelle an der Realschule zu Hanau beauftragt.

12. Nachden der Oberlehrer Dr. Kessler, dessen Gesundheitsverhältnisse schon seit längerer Zeit sehr geschwächt waren, im Laufe des Sommersemesters nochmals auf längere Zeit an der Aus- übung seines Dienstes verhindert gewesen war, schwand mit Beginn des Winterhalbjahres die Hoffnung denselben bald wieder dienstfähig werden zu sehen und es wurde daher seit Mitte November eine ständige Vertretung seiner Unterrichtsfächer angeorduet, welches Verhältniss gegenwärtig noch fortbesteht.

13. Die Weihnachtsferien erstreckten sich vom 21. December 1878 bis 6. Januar 1879.

14. Am 22. März 1879 wurde das hohe Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers und Königs durch einen öffentlichen Rede- und Declamationsactus, bei welchem der Reallehrer Dr. Ulrici die Festrede hielt, unter zahlreicher Betheiligung der Angehörigen der Schüler und anderer Freunde der Anstalt festlich begangen.