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begriffen war. Wir haben wenigstens keinen urkundlichen Anhalt dafür, dass Heinrich am 15. März 1329 oder auch nur unmittelbar nachher in Mainz Aufnahme fand; denn es ist un- denkbar, dass man den neuen Erzbischof, den man ja nach dieser Seite so ganz in Gewalt hatte, in die Stadt einliess, bevor er die Privilegien seiner Vorgänger bestätigt hatte.
Nachdem Erzbischof Heinrich über seine Ernennung den erwähnten notariellen Akt hatte aufnehmen lassen, erschienen¹) am 4. April²) 1329 vor ihm in Bonn Salmann der Käm- merer, Emmerich der Schultheiss, die Richter und Ratsherrn von Mainz und baten ihn um Bestätigung ihrer Privilegien.) In einer Urkunde4) wiederholte Erzbischof Heinrich die Ver- leihungen Siegfrieds II5) vom 13. November 1244, die u. a. die Mainzer vom erzbischöflichen Kriegsdienst befreiten, die Abgaben von Gütern auf die herkömmlichen beschränkten, der Stadt Mainz Selbstregierung und Selbsbesteuerung zugestanden und die Hülfeleistung gegen- über dem Erzbischof von dem Gutdünken der Gemeinde abhängig machten. In einer zweiten Urkunde) bestätigte Erzbischof das Aktenstück, in dem Erzbischof Gerhard II. am 18. Juni 1295⁷) den Mainzern vor allem erlaubte, jährlich eine Judensteuer zu erheben, und jeness) vom gleichen Datum, in dem er den Juden als jährliche Abgabe 112 M. festsetzte.
In einer dritten Urkunde bestätigte?) Erzbischof Heinrich die Urkunde seines Vor- gängers Matthias vom 25. Februar ¹⁰) 1325.
In einem vierten Aktenstück ¹¹) wiederholte Heinrich die Urkunde seines Vor- gängers Matthias vom 11. März 1325; in ihr ¹²) bestätigte letzterer nach dem Vorgang Sieg- frieds II die Zollfreiheit der Mainzer an erzbischöflichen Zollstätten, ferner die Abgaben- freiheit ihrer Güter, endlich alle früheren Gnaden und Gewohnheiten. An diese Urkunde reihte Heinrich die andere,¹³) welche Matthias am 11. März 1325 den Mainzern ausstellte und in der er die Bürger, insoweit sie sich ihm oder seinen Amtleuten gegenüber verpflichteten, von allen Steuern und Beden freispricht. Um der Bürgerschaft völlige Sicherheit zu bieten, so verzichtet¹⁴) Heinrich gegenüber diesen Privilegien auf alle Hülfe geistlicher und weltlicher Gerichte, auf alle Gnaden, die er erwirbt oder erwerben wird, auf die Briefe der Form, die zu Latein heisst ea quae de bonis in der grösseren Form und in der minderen Form, und auf die Hülfe, die zu lateinisch heisst restitutio in integrum; ausserdem hat er die Artikel beschworen und den Erzbischof von Köln, seine Brüder Johann, den Propst von Xanten, und Ruprecht,
¹) Findet sich in der Einleitung der nachgenannten vier Urkunden Münch. Reichsarch. Mainz Dom- kapitel VII 4/4 f. 78 Mayntz Nr. 86, 91, 88, 87.
²) Ausgestellt sind die 4 Urkunden Heinrichs zu Bonn 1329 am St. Ambrosiustag. Erwähnt sind sie auch Baur, Hess. Urk. III 39 und 40 Anm.
³) Uber die Verhältnisse, unter denen die Mainzer ihre vier ersten Privilegien erbielten, vergl. Schrohe, Der Kampf S. 173—186; 192—210.
⁴) Münch. Reichsarch. a. a. O. Nr. 86; Mainz. Stadtbibliothek Städt. Urk. Nr. 78.
⁵) Dessen Urk. ist u. a. gedr. Guden I 580 und zwar ziemlich korrekt. In Artikel 5 heisst es in Hein- richs Transskript in nostram hab. potestatem in 14 nicht et, sondern nec, in 15 culpe sue mediante.
⁶) Münch. Reichsarch. a. a. O. Mainz 91. 7) Gedr. Würdtwein, Dipl. Mog. I 62. ³) ebenda S. 59.
²2) Münch. Reichsarchiv a. a. O. Mainz 88.
¹1⁰) Gedr. Guden III 227. S. 228 Zeile 10 heisst es in Heinrichs Transsumpt abweichend: Diuinorum eciam per modum compassionis fulminentur sententie et serventur. Nos enim etc. Zeile 11 nicht con- stitutionem, sondern concessionem, Zeile 16 Lange Glocke.
¹¹) Münch. Reichsarch. a. a. O. Mainz Nr. 87. Mainz. Stadtbibl. Städt. Urk. Nr. 80 ist bloss eine Be- stätigung der hier an erster Stelle genannten Urk., des Erzb. Matthias vom 11. März.
¹²) Gedr. Würdtwein, Nov. Subs. III 153, im allgemeinen korrekt; Zeile 14 muss es heissen: funden an gnaden; unvergleichlich schlechter ist der zweite Abdruck dieser Urkunde, der sich a. a. Ort S. 157 ff. findet.
¹³) Würdtw., Nov. Subs. III 156 Zeile 11/12 muss es heissen fuͤrbaszer mer.
¹4) Münch. Reichsarch.(vgl. Anm. 1) Nr. 86, 91, 88 und 87. Hier wie an den genannten Mainzer Urk. hängen die Siegel der Zeugen ziemlich wohlerhalten an.


