Aufsatz 
Eine physicalische Abhandlung [über den Widerstand, welchen Kugeln verschiedenen Durchmessers und spezifischen Gewichtes in geschlossenen Röhren finden, welche mit verschiedenen Flüssigkeiten und Lösungen gefüllt sind] / vom ... Carl Zuschlag
Entstehung
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II. Chronik.

Das Sommersemester und mit ihm das neue Schuljahr begann am 25. April 1870.

Am 15. Mai trat der Candidat des höheren Schulamts Dr. Ernst Ludig aus Klein- Oschersleben sein Probejahr am hiesigen Gymnasium an. Derselbe leistete während des Wintersemesters durch Uebernahme einer Anzahl von Lectionen Aushülfe.

Ferien waren während des Sommersemesters vom 5. bis zum 7. Juni und vom 3. bis zum 24. Juli.

Am§. Juni starb der Zeichenlehrer Heinrich Schwarz, welcher seit Ostern 1857 mit anerkennenswerther Pflichttreue am Gymnasium thätig gewesen war. Einen Ersatz für denselben fand die Anstalt erst im Januar 1871 in der Person des Architekten Richard Hesse, welcher durch Verfügung Königlichen Provinzial-Schul-Collegiums vom 17. Januar 1871 mit der provisorischen Ertheilung des Zeichenunterrichts beauftragt wurde.

Im Laufe des Sommerhalbjahres wurden vier Abiturienten-Prüfungen abge- halten, die drei ersten anf Grund der Ministerial-Erlasse vom 19., resp. 25. Juli 1870, durch welche eine beschleunigte und abgekürzte Prüfung solcher Primaner des vierten resp. dritten Semesters angeordnet wurde, welche in das Heer eintreten würden. Die erste fand mit einem Extraneus am 23. Juli Statt(ohne schriftliche Prüfung), die zweite(ebenfalls ohne schriftliche Prüfung) mit 10 Schülern am 26. Juli, die dritte (schriftlich und mündlich) mit 5 Schilern vom 2. bis zum 11. August. Von diesen geprüften Schülern bestanden drei die Prüfung nicht, drei andere(Theodor Schönewolfſ. Teudolf Schneider und Julius Thiel) wurden nach bestandenem Examen von der Militairbehörde nicht für tauglich zum Militairdienst erklärt. Die vierte, regelmäszige, Prüfung wurde in ihrem schriftlichen Theile vom 1. bis zum 6. September, in ihrem mündlichen Theile unter dem Vorsitze des Provinzial-Schulraths Dr. Rumpel am 9. Sep- tember abgehalten.

Der grosze ruhmvolle Krieg gegen Frankreich und der nationale Aufschwung des deutschen Volkes fand auch in den Herzen unserer Jugend von Anfang an einen lebhaften und, wie wir hoffen dürfen, dauernd erhebenden Nachhall. IMit treuer und stolzer Liebe jubelte dieselbe dem theuern König zu bei seiner Durchreise von Ems nach Berlin, mit freudiger Erhebung sah sie eine Anzahl(13) ihrer Kameraden zu den Fahnen eilen, mit bereitwilliger Aufopferung wetteiferte sie mit ihren Lehrern bei der Erquickung durchziehender Truppentheile auf dem hiesigen Bahnhofe, bei der Sorge für die Verwundeten, bei Sammlungen von Liebesgaben für die im Felde stehenden Truppen des hessischen Armeecorps. Eine bis jetzt noch unvollständige Zusammen- stellung weist über 100 frühere Schüler des Gymnasiums nach, welche der Fahne des Königs zur Wacht am deutschen Rheine folgten, über 25, welche ihre Liebe zu König und Vaterland mit dem Heldentode besiegelten.

Mit dem Schlusse des Sommersemesters(17. September) schied der älteste Lehrer der Anstalt, Prorector Professor Dr. Johann Carl Flügel, aus dem Lehrer-Collegium,