32 lösung von 1,2 spec. Gew. angeben. Nirgends zeigt sich bei sonst ganz gleichen Be- dingungen dieselbe Zahl.(Nur einmal bei b. Zinkkugel in der engeren Röhre II bei 20° zeigt sieh dieselbe Zahl 30“, doch beruht diese einzige Ausnahme wohl auf einem Beobachtungsfehler.)
Ja der Widerstand des Chloreforms von 1,51 spec. Gew. ist viel geringer als der der Zuckerlösung von 1,2 spec. Gew. und meist auch geringer als der der Kochsalz- lösung von 1,2 spec. Gew., so dass also selbst eine Flüssigkeit von weit höherem specifischen Gewichte einen geringeren Widerstand unter Um- ständen der durch sie hindurchrollenden oder fallenden Kugel darbietet, als die von geringerem specifischen Gewichte.
Diese Thatsache widerspricht also dem Satze, dass der Widerstand proportional dem spec. Gewichte der Flüssigkeit ist, denn die etwaige Verschiedenheit der Adhäsion kann so bedeutend nicht sein, um solche Differenzen zu veranlassen.
Es folgt diese Erscheinung aber auch ganz natürlich aus dem Wesen der Flässig- keit. Der Zustand der Flüssigkeit(Flüssigkeit hier als Bezeichnung des Zustandes, nicht des Körpers selbst gefasst), ist ein relativer, ein Körper(um hier den Ausdruck „eine Flüssigkeit“ im anderen Sinne zu vermeiden), ist flüssiger als der andere, wenn sie auch beide flüssig sind.
Das Wesen der Flüssigkeit besteht überhaupt darin, dass die Theile des flüssigen Körpers, durch Reibung nicht gehindert, leicht sich übereinander verschieben, und der Grad dieses leichten Verschiebens kann, bei sonst ganz gleich schweren Flüssigkeiten, sehr verschieden sein. Flüssiges Wachs, flüssiges Siegellack, geschmolzenes Pech zeigen einen ganz anderen Grad der Fluidität(wenn wir uns diesen Ausdruck für „Flüssigkeit“ als Bezeichnung eines physischen Zustandes erlauben dürfen), als Wasser, Aether, Alkohol.


