Aufsatz 
Einfluß der Insekten auf die Befruchtung der Pflanzen
Entstehung
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24.

Um den 11. Juli, den Tag der goldenen Hochzeit unseres erhabenen Kaiserpaares, ein Jubeltag des deutschen Volkes auch zu einem Freudentag der Realschüler zu machen, wurden dieselben von den Klassenlehrern über die hohe Bedeutung des Tages aufgeklärt, die Schule freigegeben, und sämmtliche Klassen machten mit ihren Lehrern grössere Ausflüge in die Umgegend, während der Director die Anstalt beim Festgottesdienst repräsentirte.

Die Sommerferien dauerteu vom 13. Juli bis 2. August. Am 2. September, dem Tage der Sedanfeier, ward an die in den Klassen versammelten Schüler von den Ordinarien eine An- sprache gehalten über die Bedeutung des Tages. Die oberen Klassen begaben sich in feierlichem Zuge mit sämmtlichen Lehrern nach der Kirche, um an dem Festgottesdienste Antheil zu nehmen. Der Unterricht wurde ausgesetzt.

Am 20. September musste abermals ein Lehrer unaufschiebbarer Familienverbältnisse wegen vom Director auf 5 Tage beurlaubt werden.

Die Herbstferien dauerten vom 28. September bis 18. October.

Herr Dr. Proescholdt wurde vom Director am 16. October vereidigt und am 20. October in sein Amt eingeführt.

Während im Lauf des Sommer-Semesters noch 8 Schüler theils auswärtige, theils Söhne von Kurgästen aufgenommen wurden, traten beim Beginn des Winter-Semesters noch 6 Novizen ein.

Da der Heizapparat des Schulhauses bei der am 9. December eintretenden heftigen Kälte die Schulzimmer zur frühen Morgenstunde genügend zu erwärmen nicht im Stande war, so wurde mit Wegfall der Freiviertelstunde der Unterricht erst um 9 Uhr begonnen und die 4 Unterrichtsstunden in 3 zusammen gelegt. Sobald wieder normale Witterung eintrat, begann die Schule wieder zur gesetzlichen Zeit.

Laut Schreiben des Verwaltungsraths der hiesigen Sparkasse vom 11. December 1879 machte diese aus den Zinsen des Reservefonds von 1877 und 1878 der Realschule ein Geschenk zur Anschaffung von wissenschaftlichen Hülfsmitteln im Betrag von 720 M. Wohlverdienten Dank den gütigen Gebern!

Die Weihnachtsferien dauerten vom 21. December 1879 bis 3. Januar 1880.

Wegen Erkrankung des Herrn Stadtpfarrer Vömel mussten die evangel. Religionstunden von den Lehrern bis zum 5. Februar vicarirt werden.

Auf vielfach geäusserten Wunsch wurde von den betreffenden Behörden angeordnet, dass das bisher nur bis Ober-Tertia(inclus.) reichende Progymnasium durch Aufsetzen einer Ober- und Unter-Secunda zu einemvollberechtigten, d. h. bis zur Prima eines Gelehrten- gymnasiums reichend, erweitert werde. Besondern Dank verdient bei dieser Angelegenheit die Munificenz des Gemeindevorstandes.

Bemerkung: Die Schule ist darauf bedacht, durch die den Schülern aufgegebene häusliche Beschäftigung den Erfolg des Unterrichts zu sichern und die Schüler zu selbst- ständiger Thätigkeit anzuleiten, aber nicht einen der körperlichen und geistigen Entwickelung nachtheiligen Anspruch an die Zeitdauer der häuslichen Arbeit der Schüler zu machen. In beiden Hinsichten hat die Schule auf die Unterstützung des elterlichen Hauses zu rechnen. Es ist die Pflicht der Eltern und deren Stellvertreter auf den regelmässigen häuslichen Fleiss und die verständige Zeiteintheilung ihrer Kinder selbst zu halten, aber es ist eben so sehr ihre Pflicht, wenn die Forderungen der Schule das zuträgliche Mass der häuslichen Arbeits- zeit ihnen zu überschreiten scheinen, davon Kenntniss zu geben. Die Eltern oder deren Stell- vertreter werden ausdrücklich ersucht, in solchen Fällen dem Director oder dem Klassenordinarius

eersönlich oder schriftlich Mittheilung zu machen, und wollen überzeugt sein, dass eine solche Mittheilung dem betreffenden Schüler in keiner Weise zum Nachtheil gereicht, sondern nur zu unbefangener Untersuchung der Sache führt. Anonyme Zuschriften, die in solchen Fällen gelegentlich vorkommen, erschweren die genaue Prüfung des Sachverhalts und machen, wie sie der Ausdruck mangelnden Vertrauens sind, die für die Schule unerlässliche Verständigung mit dem elterlichen Hause unmöglich.