Aufsatz 
Beschreibung und Einweihung des Neubaus
Entstehung
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i. Beschreibung und Sinweibung« cleS Deubau5.

a) Beschreibung des neubaus.

Jm südlicheii Teile Alsfelds, zwischen der Romröder- und der Altenburgerstraße, erhebt sich das neue Gebäude der Oberrealschule, das auf einem Eckplatze errichtet worden ist, der an der Schillerstraße und einer noch namenlosen Seitenstraße liegt. Eine in rotem Sandstein ausgeführte Mauer mit Durchbrechungen von weißem Holzspalier schließt die 10 Meter breiten Vorgärteti im Norden und Osten gegen diese Straßeii ab· Westlich vom Gebäude befindet sich der geräumige Schulhof mit dem Brunnen und der Bedürfnisanstalt, südlich soll in diesem Jahre ein Garten für die Zwecke des biologischeii Unterrichts angelegt werden. Die Mauern des Kellergeschosses und die Fenstergewände bestehen aus rotem Mainsandstein, der sich von dem hellen Untergrund der mit Naturputz bekleideteti Wäiide vorteilhaft abhebt und mit dem tiefen Dunkelblau der Schieferdachung angenehm für das Auge wirkt. Ueber dem einfachen, geschmack- vollen Portale sehen wir das hessische Staatswappen und das Wappen der Stadt Alsfeld von Künstlerhaiid in rote Sandsteinblöcke eingehauen, und hoch oben auf dem Blitzableiter des Turmes, der über die Sternwarte hinansragt, thront als Wetterfahne ein ,,Oberrealschüler« mit Bücherranzen Und Mütze. Der zwar prunklose Bau macht einen imposanten Eindruck von Außen, ein warmes, wohnliches Empfinden weckt sein Jnneres infolge der Schlichtheit seiner Ausführung

Das Kellergeschoß hat die Oefen der Zentralheizung die physikalische Werkstätte, die Vorräte der Chemikalien und den Gasolinapparat aufgenommen. Jn diesem wird durch ein in dem Heizraum ablaufendes Gewicht ein Luftstrom erzeugt, der langsam fließendem Gasolin entgegenströmt, das er vergast und in einen Gasometer drückt. Voii hier wird das Gas-Luft- gemisch durch ein Röhrensystem nach den Räumen für Phifsik und Chemie geführt und dort als Heizgas bei Experimenten verwendet.

Die Raumverteilung der drei Geschosse ist aus den beigefügten Pläiieii zu ersehen. Doch möge noch Folgendes dazu bemerkt werden: Die sämtlichen Klassenzimnier sind nach Osten hin in der Front des Gebäudes untergebracht. Der Zeichensaal befindet sich im nördlichen Flügel des zweiten Obergeschosses, das höher als die Nachbargebäude gelegen ist. Dadurch wird eine gute, gleichbleibende Beleuchtung für immer garantiert. Der Raum für die natur- wissenschaftliche Sammlung steht in unmittelbarer Verbindung mit dem Zimmer, das diesem Unterrichtsfache besonders dient.

Der südliche Teil des ersten Obergeschosses hat die Räume für Physik aufgenommen. Es sind Lehrsaal, Vorbereitungszimmer, Sammlungszimmer, Raum für Schülerübungen und Dunkelkammer. Der Lehrsaal besitzt einen gut ausgestatteten Experimentiertisch von 4 Meter Länge, eine Schalttafel für 220 Volt, Zeiger- und Spiegelgalvanometer, Heliostat, Verdunkelungs- vorrichtung und eine sehr gute Projektions-Einrichtung, die von den Franksurter Physikalischen Werkstätteri bezogett ist, während Max Kohl, Chemnitz, die übrigen Eint-ichtungs-Gegenstände geliefert hat. Der Heliostat ist an der südöstlichen Ecke angebracht und gestattet infolgedessen, das Sonnenlicht fast während des ganzen Tages zu benutze11. Das Vorbereitungszimmer besitzt ebenfalls Verdunkelungsvorrichtung und Projektionsschirm und enthält 2 Schreibtische, 1 Bücher- schrank, 3 gleiche Tische, von denen der eine fahrbar ist, Werktisch und Werkbrett, Chemikalien-