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Von den Prob ekandidaten schied Herr Alexander Boss Anfangs August auf seinen Antrag wieder aus dem Probandenverhältnis. Herr Dr. Lohberg wird vorläufig als unbesoldeter Hilfs- lehrer an der Anstalt verbleiben. Die Herren Dr. Erxleben und Dr. Knabe haben erst die Hälfte des Probejahres hinter sich. 1 Lohberg, Paul, geb. den 6. Januar 1861 zu Liebenstein im Herzogtum Sachsen-Koburg-Gotha, evangelischer Kon-
fession, Sohn des † Rentamtmanns Lohberg, besuchte zuerst das Realprogymnasium zu Schmalkalden, dann, bis
Ostern 1879, die Realabteilung des Gymnasiums zu Gotha, studierte in Jena, Berlin und Göttingen Mathe-
matik und Naturwissenschaften, wurde am 28. Mai 1884 in Göttingen zum Doktor der Philosophie promoviert
und bestand am 29. November daselbst die Fakultätsprüfung für Mathematik, Physik und beschreibende Naturwissenschaften. Ostern 1885 begann er sein Probejahr.
Erxleben, Richard, geb. den 20. September 1860 in Stendal, evangelischer Konfession, Sohn des Generalkommissions- sekretärs Friedrich Erxleben zu Cassel, besuchte bis Herbst 1879 das Domgymnasium zu Merseburg, studierte von da bis Ostern 1883 in Halle alte Philologie und Geschichte, wurde daselbst am 22. Januar 1884 zum Doktor der Philosophie promoviert und bestand ebendaselbst die Lehramtsprüfung für alte Sprachen am 15. und 16. Mai 1885. Herbst 1885 begann er sein Probejahr.
Knabe, Karl, geb. den 25. Juni 1856 au Bündorf bei Merseburg, evangelischer Konfession, Sohn des Kantors Knabe zu Bündorf, besuchte bis Herbst 1875 das Gymnasium zu Eisleben und studierte dann bis Herbst 1882 zu
Leipzig Mathematik und Naturwissenschaften. Er bestand daselbst die Lehramtsprüfung am 7. November
1882 und wurde ebendaselbst am 22. Juni 1885 zum Doktor der Philosophie promoviert. Am 18. Dezember
1885 erwarb er sich durch eine Prüfung in Marburg die Lehrbefähigung für Geschichte. Nachdem er
längere Zeit an dem Militärvorbildungs-Institut des Herrn v. Hartung zu Cassel thätig gewesen, trat er
Herbst 1885 sein Probejahr an.
Der regelmässige Unterrichtsgang erlitt im abgelaufenen Jahre ziemlich starke Unter- brechungen durch Krankheit von Lehrern, auch durch Krankheitsfälle in den Familien derselben. Abgesehen von dem nunmehr verstorbenen Dr. Hölting war Herr Völler mehrere Wochen krank und mussten die Herren Ide und Boppenbausen mehrfach ihre Lehrthätigkeit aussetzen. Herr Dr. Danker war zu einer militärischen UÜbung eingezogen, zwei Herren waren beim Schwurgericht, bezw. Schöffengericht thätig. Herr Karbiner erhielt zweimal einen achttägigen Urlaub. In Rück- sicht auf die im regelmässigen Unterrichtsgang vorhandene grosse Anzahl von Lehrstunden wurde in gewöhnlichen Verhinderungsfällen von Lehrern den betreffenden Klassen öfters eine Eckstunde freigegeben. Bei längerem Fehlen eines Lehrers wurde für volle Vertretung gesorgt. Nach dem Tode des Oberlehrers Dr. Hölting übernahm dessen Unterricht in Prima Dr. Grebel, in Unter- Sekunda b Herr Ide, in Unter-Tertia a in Latein der Direktor, in Französisch Dr. Danker, während zugleich die Herren Dr. Knabe und Siebert II einige Stunden der Herren Dr. Grebel und Dr. Danker zu geben hatten und der Direktor in Ober-Tertia den Probanden Dr. Erxleben an seine Stelle treten liess. Einen grossen Teil der Stunden, welche Herr Prorektor Heuser infolge der Rektorats- prüfungen und des Examens der Einjährig-Freiwilligen versäumen musste, holte derselbe zu anderen Zeiten nach.


