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seiner Zulassung zum hiesigen Gymnasium fand er sich alsbald hier ein und übernahm, nachdem er acht Tage lang einer Reihe in sein Fach einschlagender Lehrstunden beige- wohnt hatte, am 5. November den ihm zugewiesenen Unterricht.
Durch einen Beschluss der Königlichen Administration vom 24. October 1866 zur Nr. 8524 wurde bestimmt, dass fernerhin für alle das Gymnasium besuchenden Söhne der an demselben angestellten Lehrer Schulgeld nicht mehr anzufordern sei, so- wie dass durch diesen Ausfall an Schulgeld der Schulgelds-Erlass bis auf ν der ge- sammten Schülerzahl nicht berührt werde.
Der Unterricht im Winterhalbjahr wurde nur durch die vom 21. December lit- tags bis zum 2. Januar d. J. einfallenden Weihnachtsferien unterbrochen.
Ein durch die Königliche Administration in Kurhessen, Abtheilung des Innern, mitgetheilter die Maturitäts- Prüfungen an den kurhessischen Gymnasien betreffender Erlass des Herrn Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten vom 11. Februar 1867 verfügte für die nächste Zeit nur geringe Veränderungen der bisherigen Ordnung, kündigte aber die Einführung des Königlich Preussischen Regle- ments über die Maturitäts-Prüfungen und die nachträglichen Modificationen desselben nach den darin enthaltenen Hauptbestimmungen an, verhiess jedoch zugleich die Be- rücksichtigung weiter zu befürwortender Eigenthümlichkeiten.
Am 2. März wurden sämmtliche Lehrer des Gymnasiums von dem Herrn Land- rath Auffarth dahier im Auftrage der Regierung zum Gehorsam und zur Treue im Dienst Sr. Majestät des Königs von Preussen vereidigt.
Am 22. März wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Königs in dem zu diesem Zweck ausgeschmückten grössern Hörsaal durch einen Gesang- und Rede- Act gefeiert. Der Gymnasiallehrer Dr. Deichmann hielt die Festrede, in der er den Wahlspruch:„Mit Gott für König und Vaterland“ zu Grunde legte. Gesänge unter der Leitung des Gesanglehrers und Vorträge angemessener Gedichte wechselten mit- einander. Der Primaner Karl Humpf aus Eschwege machte einen Rede-Versuch über das Thema: Warum wird Friedrich II. König von Preussen mit Recht der Grosse genannt? Der Director schloss die Feier mit einem Gebet.
Vom 14. bis zum 28. März wurde das schriftliche und mündliche Maturitäts- Examen abgehalten.
Der durch den Wechsel der Witterung für die Gesundheit wenig günstige Win-
ter führte bei mehreren Schülern länger dauernde Krankheiten, bei nicht wenigen 9


