Aufsatz 
Über die Sendung drei berühmter Philosophen von Athen nach Rom im Jahre 155 v. Chr / Wiskemann
Entstehung
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II. Chronik des Gymnasiums.

Mittwochs den II. April 1866 wurde das neue Schuljahr in einer Versammlung aller Lehrer und Schüler des Gymnasiums, wie gewöhnlich, eröffnet.

Die wichtigste Veränderung erfolgte durch Aufhebung der bisherigen Quinta, welche in einem hohen Rescript Kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 4. April verfügt worden war, weil die Zahl der für jene Classe angemeldeten Schüler(12) zu gering erschien und weil die beantragte Vermehrung der Lehrer des Gymnasiums und der dadurch bedingte Aufwand zum Zwecke des Fortbestehens der gedachten Classe auch abgesehen von sonstigen die Zweckmässigkeit dieses Fortbestehens in Frage stellenden Bedenken nicht für gerechtfertigt erachtet wurde. Dagegen wurde durch dasselbe Rescript die Theilung der Secunda in zwei abgesonderte Classen genehmigt. Diese Theilung der Secunda führte eine neue Vertheilung des Unterrichts unter die Lehrer und eine Veränderung hinsichtlich der Classen-Ordinariate herbei. Dr. Deich- mann übernahm das Ordinariat von Ober-Secunda, Dr. Wiskemann das von ÜUnter- Secunda, Dr. Dieterich das von Ober-Tertia, Dr. Ritz das von Unter Tertia, Pfar- rer Vial das von Quarta. Um die Schülerzahl der Unter-Secunda nicht unverhält- nissmässig gross werden zu lassen, wurden auch Schüler der dritten Abtheilung zu dem Unterricht der Ober-Secunda herangezogen.

Der Unterricht erlitt eine kurze Unterbrechung durch die freien Tage um Pfing- sten, welche von dem 18. Mai Mittags an bis zum 23. Mai dauerten.

Dienstags den 12. Juni Nachmittags fand ein Auszug ins Freie nach einer Wald- ecke in der Nähe der Vollmarsburg Statt. Fast alle Lehrer und Schüler nahmen Theil und brachten den schönen Nachmittag in heiterer Vereinigung zu. Turnübungen der Schüler wechselten mit gemeinschaftlichen Gesängen.

Bald hernach(17. Juni) erfolgte die politische Katastrophe des kurhessischen Staats, indem derselbe von Königl. Preussischen Truppen besetzt und unter Königl. Preussische Administration gestellt wurde, worauf der bisherige Landesherr Se. Königliche Hoheit der Kurfürst zur Entfernung aus seinem Lande genöthigt wurde. Diese grosse Ver- änderung unserer Zustände, die erstaunenswerthen rasch auf einander folgenden Er- eignisse der von Preussen gegen seine Feinde in Böhmen und im westlichen Deutsch- land geführten Kriege, die lange fortdauernden Durchzüge Königl. preussischer Truppen in hiesiger Stadt bewirkten auch bei den Schülern eine Erregung der Gemüther, die