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richtet, bald verwiſchen und ihre Ausführung faſt unmöglich machen. Unſere Zeit ſchafft ſo vieles Veralterte ab, iſt ſo erfinderiſch an Mitteln der Verſicherung aller Güter; die Eltern des Geringſten, des Knechtes, können ihren Sohn vor den Gefahren des Kriegs⸗ dienſtes aſſecuriren, aber ach! gerade die Eltern der beſſeren Stände, gegen die Gefah⸗ ren, welche(ein Reſt einer alten barbariſchen Zeit) auf den Schulen unſerer höchſten Weisheit und Gelehrſamkeit, der Eltern und unſer Theuerſtes, ihre mit vielen Koſten und Mühen erzogenen Söhne, unſere mit ſo viel Liebe und Sorgfalt gepflegten Schüler umſchweben, gegen die Gefahren giebt es keine Aſſecuranz, als die ſittliche Bildung, welche Ihr bisher Euch erworben habt, erworben haben ſollet. Möchtet Ihr beſtehen in dieſer Maturitätsprüfung des Lebens, welche eine viel ſchwerere iſt, als die, welcher ihr Euch vor wenig Tagen unterzoget.— Nur Eines will ich Euch empfehlen.— Es gab eine Zeit, wo Gelehrſamkeit und Bürgerſinn ſich als ſpecifiſch verſchiedene Dinge anſahen, wenigſtens die erſtere; mit der Erlangung einer gelehrten Würde glaubte der Bürgerliche ſich ſeinem Volke für immer enthoben, der Werth der⸗ gelehrten Würden ſelbſt konnte nur mit dem Maßſtab der bevorzugten Stände gemeſſen werden. Dies iſt heute— Anders und keines der ſchlimmſten Zeichen unſerer Zeit!— Sie ſucht die ſonſt große Kluft zwiſchen bürgerlicher und litterariſcher Bildung zu vermitteln. Möchte ſie glücklich vermitteln. Der Studirte⸗, der Beamteſtand, zu dem ihr nun näher ſchreitet, hat kein Vorrecht, ſeine Schwächen und Fehler mit der Hülle ſeines Amtes zu decken; er iſt nur in dem Grade geachtet, in dem er ſeinen Stand mit eigener Tugend adelt; er iſt nur dann mehr als der Bürger, wenn er ihn an Rechtſinn, an Edelmuth übertrifft, kurz: wenn er das wirklich bewährt, was ihn die Schriften Griechenlands und Roms, was ihn ſein Chriſtenthum gelehrt hat. Artes emoliunt mores, nec sinunt esse feros, ſagte der antike weiſe Dichter, und„Was ihr einem meiner Geringſten in meinem Namen thut, das habt ihr mir gethan,“ lehrte Chriſtus. Es iſt Euch bekannt, wie in unſerem deutſchen Vaterland, zu deſſen nicht geringſten Vorzügen das Bürgerthum gehört, wie die Cultur überhaupt, ſo auch das reine Chriſtenthum die erſten gedeihlichſten Wurzeln im guten Bürgerthume ſchlug. Chriſtlich und bürger⸗ lich ſind bei uns daher ſinnverwandt. Und dieſen bürgerlichen Sinn bewahret und übet ihn als Menſchen, als Diener des Staates und Fürſten,(das iſt bei unſerem Scheiden meine einzige Bitte) in allen Lagen immerdar. Es wird Euch ſelbſt beglücken und Euch über alle Wogen der Parteiung hinweg tragen. Die Ausübung wird Euch nicht ſchwer werden; denn, wie vorhin ſchon bemerkt, dieſe unſere Anſtalt, welche Euere erſte geiſtige Mutter war, ſie iſt bürgerlicher Geburt und bürgerlichen Sinnes(im unentweihten Sinne des Wortes), und hat Euch mit ſolchem Geiſte ſtets umgeben.
Ich ſchließe dieſes mein letztes Wort an Euch mit einem dieſe Ermahnung ſchöner,


