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Auch Adelheid hatte schon längst ein frohes Wieder- sehen mit ihrem geliebten Sohne gefeiert.
Vielleicht fand dasselbe schon in Verona statt, da ja damals neben vielen Grossen Italiens auch ihr Bruder, König Konrad von Burgund, daselbst um den Kaiser weilte; jeden- falls traf sie in der 2. Hälfte des November zu Ravenna mit ihrem Sohne zusammen, da sie um diese Zeit in genannter Stadt ihren Gemahl, in dessen Begleitung Otto II. sich be- fand, bewog,') den Bitten der Venetianer um Bestätigung ihres Besitzstandes innerhalb des Königreiches Italien zu willfahren.
Ausserdem ist ihre Teilnahme an der Reise von Ravenna nach Rom weiter urkundlich dadurch bezeugt, dass auf ihre Fürsprache Otto I., seinen Getreuen Gaufried unterwegs(in Hostia) in seinen besondern Schutz nimmt und ihm den Besitz von einigen Höfen in den Grafschaften von Arezzo und Chiusi bestätigt.?)
Nachdem die Festlichkeiten in Rom vorüber waren, ging sie mit ihrem Gemahl und Sohn nach Unteritalien, wo wir sie Ende Januar 968 in Kapua treffen.°)
Otto, der im Jahr 967 als mächtiger Herr zumal Ober- und Mittelitaliens erschienen war, richtete nun auch auf die Erwerbung Unteritaliens mehr und mehr sein Augenmerk.)
Zugleich strebte er den Glanz seines Hauses zu erhöhen durch die Vermählung seines Sohnes Otto II. mit einer ost- römischen Kaiserstochter.
Aus diesen Gründen hatte er schon nach Ostern 967 um die Hand der byzantinischen Prinzessin Theophano für den jungen Kaiser angehalten; sie, hoffte er, würde wohl die griechischen Besitzungen Unteritaliens als Mitgift seinem Sohne
') Dümm]. 428 u. A. 1. Adelheid mochte sich um so lieber zu dieser Intervention verstehen, als der damalige Doge Venedigs Peter Candiano IV. ihre Nichte Waldrada zur Frau hatte, id.
2) Dümmler 429 u. A. 1; cfr. B. 340, St. 437. Der Ausstellort heisst Hostia oder Ostia, das Datum ist der 7. Dezember 967. Letzteres ist aber kaum möglich, wenn Hostia, wie Stumpf will, hier der Hafen Roms sein soll. Denn die Ottonen hielten erst am 21. Dezember ihren Einzug in Rom. Warum hätten sie denn vor den Thoren Roms so lange warten sollen?
®) Widuk. III 70 zu 968.
+) Dümmler 421 ff, Giesebr. I 494 ff, Jahrb. I 3 p. 124 ff.


