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darum letzterer nach Deutschland Gesandte, um, wie schon erwähnt, Otto zu bitten, nach Italien zu kommen und Schutz vor Berengar zu gewähren, ausserdem waren in gleicher Ab- sicht zahlreiche Vornehme!') geistlichen und weltlichen Standes aus Italien bei Otto eingetroffen, während die andern zu Hause gebliebenen?) italischen Grossen in der nämlichen Ange- legenheit fast ausnahmslos brieflich oder durch Gesandte mit dem deutschen König unterhandelten.
Otto liess sich um so leichter: bewegen, all diesen Wünschen entgegen zu kommen, als sie mit seinen eigenen Absichten und Bestrebungen im Einklange standen.
Überdies mochte auch Adelheid, Ottos Gemahlin, sehn- suchtsvollst?) zurückblicken nach dem Lande ihrer Jugend.
Die erste Freude über ihre Rettung und Erhebung war vorbei; seit sie sich in Deutschland befunden, war sie ihres Lebens selten froh geworden.
Der Streit der Söhne mit dem Vater, der Aufenthalt in den rauhen Gegenden, in den dicken Mauern deutscher Burgen mochte ihr ein schlechter Ersatz scheinen für des Südens Glanz und Genuss.
Ohne Zweifel stand sie noch immer in Verbindung mit Italien und drängte zu einem Zuge dahin, der unglückliche Zustand des Landes mochte sie rühren und auf ihre Bitte hin auch den kühnen hochherzigen Gemahl zu rascherem Entschluss anfeuern.
Ihren Wünschen sollte bald genüge geschehen. Kein volles Jahr war verflossen,*) seit Otto inmitten einer glänzen-
!) Liutpr. a. a. O. So der Erzbischof Walpert von Mailand, Bischof Waldo von Komo, Markgraf Otbert, der Ahnherr des Hauses Este.
?) Cont. Reg. 960.
3) Bekanntlich konnte Adelheid des schönen Südens nie vergessen.
Am liebsten unterhielt sie sich in den ersten Jahren ihres Aufenthaltes im nordischen Sachsen mit Rather, der von seinem Bischofsstuhl zu Verona vertrieben, anfangs der fünfziger Jahre von Brun in seine Kanzlei(Ottos Bruder Bruno, Erzb. v. Köln u. Herzog v. Lothringen war vom 20. August%3— 5. Oktober 965 auch Erzkanzler des deutschen Reiches, St. p. 8) gezogen worden war, von Italien und seinen Vorzügen. Rather hatte darum auch an der Königin, die ihm ihr Wohlwollen geschenkt hatte, eine beredte Für- sprecherin; davon geben seine späteren Briefe Zeugnis. Vogel, Ratherius von Verona 253 ff.
*) Jahrb, I 3 p. 81 ff.


